Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP 3: BASF drückt bei Evonik-Kauf aufs Gas - höheres Ergebnisziel für 2026

Wed Oct 28 16:12:37 CET 2026

(neu: Aktienkurs)

LDUWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF verstärkt das Werben um Evonik . Ein möglicher Zusammenschluss mit dem Spezialchemiekonzern wäre ein logischer und sinnvoller Schritt zum richtigen Zeitpunkt, sagte BASF-Chef Markus Kamieth bei der Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal am Mittwoch in Ludwigshafen. Das gelte nicht nur für BASF, sondern auch für die Chemieindustrie insgesamt, da die Konsolidierung in der Branche in Europa bereits begonnen habe. Die Portfolios und die Stärken beider Unternehmen ergänzten sich sehr gut, argumentierte Kamieth. Gemeinsam könnte so ein viel wettbewerbsfähigerer und deutlich widerstandsfähigerer Global Player entstehen. Die Aktie legte nach Schwankungen im Tagesverlauf zuletzt um rund 0,5 Prozent zu.

Der BASF-Chef betonte aber auch das Bekenntnis zu finanzieller Disziplin des Dax -Konzerns. BASF will keinen überhöhten Preis zahlen. "Wir werden auch eine mögliche Transaktion mit Evonik nur dann verfolgen, wenn sie für unsere Aktionärinnen und Aktionäre wirtschaftlich ist", betonte Kamieth. "Und wir werden keinen überhöhten Preis zahlen." Zum Status der Gespräche wollte sich der BASF-Chef nicht äußern und verwies auf Vertraulichkeit zwischen beiden Unternehmen.

Zu einem Zeitplan für einen möglichen Abschluss wollte der Vorstandsvorsitzende ebenfalls nichts sagen. Über Jahre würden sich die Gespräche aber sicher nicht ziehen. Zuletzt erhöhten die Ludwigshafener ihre Offerte für Evonik auf 24 Euro je Aktie oder gut 11 Milliarden Euro, wie dpa-AFX und dpa Ende vergangener Woche von mit der Transaktion vertrauten Personen erfuhren. Eine mögliche Erhöhung war von Experten erwartet worden, nachdem zunächst 22,15 Euro im Raum gestanden hatten.

Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, äußerte sich kritisch zu den Plänen. Er befürchte, dass eine Übernahme von Evonik Tausende Arbeitsplätze kosten werde, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der "Westdeutschen Allgemeine Zeitung". "Ich denke, es wäre am besten, den ganzen Vorgang zu beenden. Mir erschließt sich nicht, wo die Vorteile einer Übernahme von Evonik durch BASF liegen sollen."

Ende September hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Übernahmeangebot gibt. Besonderes Gewicht mit Blick auf die Pläne der BASF hat die RAG-Stiftung, denn sie hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien.

Derweil erzielte der Dax-Konzern im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 1,64 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Ein Jahr zuvor hatte BASF hier 1,43 Milliarden ausgewiesen. Der Umsatz legte wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu. Die stärksten Beiträge seien von den Segmenten Chemicals und Nutrition & Care gekommen, sagte Kamieth in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Zudem habe der negative Einfluss von Währungseffekten in den vergangenen Quartalen nachgelassen und sich im dritten Quartal leicht ins Positive gedreht.

BASF stemmt sich mit einem Umbau und Sparprogrammen gegen die Krise in der Chemie. Neben niedrigeren Fixkosten sorgten im dritten Quartal auch deutliche Zuwächse im Kerngeschäft für Rückenwind. Denn der Chemiekonzern kann die Folgen des Iran-Kriegs für sich nutzen. BASF profitiere dabei von höheren Preisen, die nach der Eskalation im Nahen Osten erzielt werden konnten, erklärte Kamieth.

Der Iran-Krieg trifft die Konkurrenz in Asien hart, da sie stark von Energielieferungen abhängig ist. Die Nachfrage von Kunden hat sich dadurch zu Unternehmen in Europa verschoben.

Im dritten Quartal bescherte BASF vor allem das Geschäft in China ein deutliches Erlösplus. Aber auch die Umsätze in Europa und auf dem deutschen Markt legten zweistellig zu. Unter dem Strich fiel der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter anderem wegen Restrukturierungskosten wie für Abfindungen für Mitarbeiter um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro.

Wegen der positiven Geschäftsentwicklung sei die Prognose für das Gesamtjahr angehoben worden, berichteten Kamieth und Finanzvorstand Dirk Elvermann. Für 2026 peilt BASF nun ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuletzt hatte der Vorstand 6,9 bis 7,7 Milliarden im Visier.

Nach Ansicht von Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro implizieren die aktualisierten Aussichten für das vierte Quartal ein operatives Ergebnis unter den derzeitigen Markterwartungen. Ebenso sah es JPMorgan-Experte Chetan Udeshi. Das trübte zwischenzeitlich die Stimmung am Markt etwas.

Der Chemiekonzern will für mehr Effizienz bis Ende 2026 jährliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro einsparen. Beim Stellenabbau ist vor allem das Stammwerk in Ludwigshafen im Fokus. Seit Anfang 2024 sei die Zahl der Beschäftigten weltweit um 8.600 reduziert worden, berichtete der Finanzvorstand. Zwei Drittel davon seien auf Europa und damit auch auf Ludwigshafen entfallen. Diese Zahl berücksichtige weder die Reduzierungen durch Veräußerungen noch den Personalaufbau im Zusammenhang mit dem BASF-Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang.

"Bei der Straffung unserer globalen Organisation machen wir große Fortschritte." In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seien mehr als doppelt so viele Stellen abgebaut worden wie im gesamten Vorjahr. Einen weiteren Stellenabbau schließt das Management nicht aus. Auch das Schließen weiterer Anlagen sei möglich, erklärte Konzernchef Kamieth. Rund 93.000 Beschäftigte hat der Dax-Konzern weltweit noch./glb/mne/jha/

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.