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Tue Mar 10 08:20:02 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei wieder gesunkenen Ölpreisen holt der Dax am Dienstag etwas Schwung auf seiner Erholung vom Tief seit Mai 2025. Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsbeginn einen 1,2 Prozent höheren Start bei 23.700 Punkten. Er bewegt sich damit im Fahrwasser wieder angezogener Börsen in Asien und der letztlich festen Wall Street. Die Ölpreise stehen derweil wieder klar unter der 100-Dollar-Marke.
Der Dax würde mit dem freundlichen Start an seine Stabilisierungsbewegung anknüpfen, die zu Wochenbeginn schon im Tagesverlauf eingesetzt hatte. Am Montagmorgen war er im Zuge des Iran-Kriegs und einer erneuten Rally von Öl- und Erdgaspreisen zunächst noch auf 22.927 Punkte abgetaucht. Der Schock nach dem Wochenende hielt aber nur eine halbe Stunde an, dann suchten einige Anleger wieder schrittweise ihre Chance.
Die Panik am Energiemarkt sei so schnell verflogen, wie sie aufgetaucht sei, kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Getrieben worden sei die Erholung auch von US-Präsident Donald Trump, der am Vorabend überraschend ein baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht hat. Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf auf seine Äußerungen. "Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden", hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung.
Wenn der Krieg tatsächlich schneller beendet werden könne als bislang erwartet, werde die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt rasend schnell abgebaut, erwähnte Innes weiter. Anstelle weiter das "Kein-Ende-in-Sicht"-Szenario zu verfolgen, starte bereits der "Frontrun auf das Finale". Nach Einschätzung der Helaba ist das Thema Risikoaversion aber "noch nicht ad acta zu legen".
Am Dienstag gab es vorbörslich die Jahreszahlen von Volkswagen auszuwerten mit der Erkenntnis, dass der Konzerngewinn im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen ist. Die Resultate gingen einher mit einem vorsichtigen Profitabilitätsziel. Auch begünstigt von der generellen Markterholung zogen die Titel des Autobauers im Tradegate-Handel um 1,5 Prozent an.
Deutliche Kursgewinne in Höhe von fast sechs Prozent können Anleger vorbörslich mit Hugo Boss erzielen. Am Vortag hatten sie sich noch schwer damit getan, Aussagen zur Ausschüttungspolitik des Modekonzerns einzuordnen. Nun bekamen die Aktien Rückenwind von den Jahreszahlen, die etwas über den Analystenprognosen lagen.
Eine negative Erscheinung waren die Aktien von Gerresheimer . Im Falle des Verpackungsherstellers belastete es den zuletzt erholten Kurs, dass es von der Finanzaufsicht Bafin nochmals eine Mitteilung gab zu ausgeweiteten Bilanzprüfungen. Aus dem SDax teilte außerdem der Pharmawirkstoffforscher Evotec mit, dass er seinen Umbau mit weiteren Kostensenkungen vorantreiben möchte.
Ansonsten könnten am Dienstag noch Analystenempfehlungen einen Blick wert sein: Beiersdorf wurde von RBC abgestuft wegen Herausforderungen bei der wichtigen Kernmarke Nivea. Zu Eon äußerte sich dagegen Oddo BHF jetzt optimistisch. Das aktuell unsichere Umfeld werde den Wachstumszyklus der Versorger nicht untergraben, schrieb Louis Boujard am Montagabend. Mit den Netzaktivitäten stuft er Eon in der Branchenhierarchie als besonders nachhaltig ein./tih/stk
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