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ROUNDUP 2: Aumovio erwartet weiteren Umsatzrückgang - Aktienkurs legt zu

Wed Mar 18 13:34:17 CET 2026

(neu: Kurs, Aussagen Management)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Aumovio kämpft weiter mit einem schwachen Umfeld. Im neuen Jahr dürfte der Erlös erneut sinken, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Einen Rückgang der Gewinnmarge aus dem Tagesgeschäft schließt das Management um Chef Philipp von Hirschheydt trotz des harten Sparkurses ebenfalls nicht aus. Die Marktbedingungen seien weiter schwierig, auch deshalb setze der Konzern die angekündigte Reduzierung von Produktionsstandorten fort, hieß es. Unter dem Strich kosteten der Konzernumbau und die Abspaltung viel Geld, der Nettoverlust weitete sich aus.

Die Aktie legte dank einer überraschend guten Entwicklung der freien Finanzmittel zu. Das Papier gewann am Mittag 3,8 Prozent auf 37,92 Euro. Zuvor hatte es seit der Börsennotierung im September kaum an Boden gewonnen. Da wurde das Unternehmen vom ehemaligen Mutterkonzern Continental per Abspaltung an die Börse gebracht. Nach dem ersten Kurs von 35 Euro ging es zwar zwischendurch bis auf gut 47 Euro hoch, zuletzt war die Aktie aber wieder auf das Niveau der Erstnotiz gesunken.

Analyst Harry Martin vom Analysehaus Bernstein attestierte Aumovio nun einen sehr starken Barmittelzufluss. Der Ausblick liege im Rahmen anderer Autozulieferer, aber unter den mittleren Markterwartungen. Auch Experte Jose Asumendi von JPMorgan wertete den bereinigten Free Cashflow aus dem Vorjahr als klar positive Überraschung.

Wie die gesamte Branche leidet der Hersteller von unter anderem Bremsen, Elektronik und Innenraumdisplays unter der schwachen Nachfrage durch Autobauer, weil die Produktion von Fahrzeugen weltweit weiter nicht recht in die Gänge kommt. Im vergangenen Jahr sei die Umsatzentwicklung im Kerngeschäft weitgehend konstant gewesen, wenn Verkäufe von Unternehmensteilen, Kapazitätsabbau und Wechselkurse ausgenommen werden - in toto ging es jedoch um 5,6 Prozent auf 18,55 Milliarden Euro nach unten mit dem Erlös.

Dieses Jahr dürften es dann nur 17,0 bis 18,5 Milliarden Euro auf bereinigter Basis werden - also ohne Geschäftsverkäufe gerechnet. Aumovio geht von einem Rückgang der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus. Das dürfte zusammen mit einer weiteren Reduzierung der Produktionsstätten und Teilverkäufen sowie mit verzögerten Hochläufen und Wechselkurseffekten in allen Sparten zu geringeren Erlösen führen. In Nordamerika lasten vor allem die von US-Präsident Donald Trump erhöhten Zölle auf der Nachfrage.

Direkte Lieferbeeinträchtigungen durch den Nahost-Krieg spüren die Frankfurter bisher laut von Hirschheydt kaum. Verzögerungen seien aber künftig schon zu erwarten, sagte er.

Der Manager hat den Blick wegen des schwachen Abschneidens in den Vorjahren auf die Profitabilität gerichtet. Noch unter Conti wurden 5.400 Verwaltungsjobs und 1.750 Stellen in der Forschung und Entwicklung gestrichen. Weitere 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung entfielen zum Großteil schon bis Ende 2025, im Januar kündigte das Unternehmen den Abbau von weiteren 4.000 Stellen in dem Bereich an. Bei den noch laufenden Sparrunden gehen auch erneut Arbeitsplätze in Deutschland verloren, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Ausland.

Auch in der Produktion will das Management den Konzern verschlanken. Von weltweit 55 Produktionsstätten sollen auf Sicht zehn wegfallen, in diesem Jahr werden vier geschlossen. So kündigte von Hirschheydt zur Wochenmitte an, ein Werk in China dichtzumachen. 1.500 Stellen in der Produktion fallen damit zusätzlich weg.

Die operative Marge (bereinigtes Ebit) erwarten von Hirschheydt und Finanzchefin Jutta Dönges für das laufende Jahr bei 3,5 bis 5,0 Prozent - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr wäre damit nicht ausgeschlossen. Analysten gingen laut einer Erhebung im Auftrag des Unternehmens bisher im Schnitt von 4,4 Prozent Marge aus. 2025 legte die Marge dank Einsparungen von zuvor 2,5 auf 3,9 Prozent zu.

Der Produktmix sollte bei der Marge nun Rückenwind liefern, ebenso die weitere Reduzierung des Produktionsnetzwerkes. Höhere Rohmaterialkosten dürften dem aber entgegenwirken. Die höheren US-Zölle erzeugten Finanzchefin Dönges zufolge bisher keine direkte Belastung der Gewinnkennziffern - dem Unternehmen gelinge es gut, sich die höheren Zölle bei den Kunden wiederzuholen.

Unter dem Strich weitete Aumovio im vergangenen Jahr den Verlust von 289 auf 655 Millionen Euro aus. Grund waren Einmalaufwendungen für den Stellenabbau und die Abspaltung von Conti. Insgesamt betrugen die Sonderbelastungen fast 800 Millionen Euro, auch Steuern musste Aumovio mehr zahlen.

Eine Dividende soll es zunächst nicht geben, im zweiten Halbjahr will das Unternehmen dann eine neue Strategie zur Kapitalverwendung vorstellen. Darin enthalten sind auch Dividendenzahlungen, die Dönges ab dem kommenden Jahr in Aussicht stellte. Dieses Jahr soll ihr zufolge nämlich unterm Strich ein Gewinn stehen./men/err/jha/

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