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Mon Jan 12 18:16:29 CET 2026
(neu: Schlusskurse, Auslieferungszahlen VW und Mercedes, Händler zu Porsche.)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen Auto-Aktien am Montag belastet. Im Dax war BMW mit einem Abschlag von 1,7 Prozent der größte Verlierer. Volkswagen büßte 1,3 Prozent ein. Die Papiere der Porsche Holding und von Mercedes-Benz verloren jeweils knapp ein Prozent.
Im MDax sackten die Aktien der Porsche AG als Schlusslicht sogar um sechs Prozent ab. Ein Händler verwies als zusätzliche Belastung für die Papiere des Sportwagenbauers auf Aussagen des Managements bei einer Analystenkonferenz, wonach die Markterwartungen zum Jahresschluss zu hoch sein könnten.
Die EU-Kommission zeigte den chinesischen Autobauern zu Wochenbeginn einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Unternehmen können sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, für in die Europäische Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen. Zudem würden bei einem entsprechenden Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet werden.
Aus Sicht von Citigroup-Analyst Harald Hendrikse ist das ein weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller. Zwar könnte die Vereinbarung BMW und Volkswagen dabei helfen, ihre in China produzierten Autos günstiger in die EU zu schiffen. Allerdings dürfte der Konkurrenzkampf in Europa durch chinesische Marken umso härter werden. Weniger wettbewerbsfähige europäische Produktionskapazitäten würden weiter entwertet.
Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern außerdem nicht auf dem chinesischen Markt helfen, ergänzte Hendrikse. Es sei unvermeidbar, dass die europäischen Hersteller dort weitere Marktanteile verlieren. Die genauen Konsequenzen für die hiesige Branche seien allerdings erst absehbar, wenn die tatsächlichen Mindestpreise feststünden.
Entsprechende Preisangebote der chinesischen Autobauer will die EU-Kommission objektiv und fair bewerten, heißt es in der Leitlinie. Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen die schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten. Das Handelsministerium in Peking begrüßte die erzielten Fortschritte.
Hintergrund der 2024 eingeführten EU-Zusatzabgaben war eine Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen. Seitdem variiert die Höhe der Zusatzzölle je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige ausländische Konzerne wie BMW und Mercedes.
Die deutschen Autobauer tun sich bereits seit geraumer Zeit auf dem wichtigen chinesischen Markt äußerst schwer. Rückschläge dort und in den USA haben bei VW und Mercedes 2025 auch insgesamt für rückläufige Verkäufe gesorgt. Beide Unternehmen legten zum Wochenstart Verkaufszahlen vor. Während der VW-Konzern im abgelaufenen Jahr 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahr, gingen die Verkäufe bei Mercedes sogar um zehn Prozent zurück./niw/men
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