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ROUNDUP 3/Trump: Weniger Angriffe auf Libanon - bald Verhandlungen?

Thu Apr 09 21:45:47 CEST 2026

(umfassend aktualisiert, unter anderem neue Überschrift, neuer Einstieg mit Trump und Auswärtiges Amt ergänzt)

TEL AVIV/BEIRUT/WASHINGTON (dpa-AFX) - Israel wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump die Angriffe im Libanon zurückfahren. Er habe mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Attacken zugesagt, sagte Trump dem US-Sender NBC in einem Telefoninterview.

Die andauernden und heftigen Angriffe Israels gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon bedrohen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. US-Medien sowie der israelische Sender N12 berichteten, dass Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff Druck auf Netanjahu gemacht hätten, die Angriffe auf den Libanon herunterzufahren.

Netanjahu: Werden Hisbollah mit Härte bekämpfen

Am Abend kündigte Netanjahu direkte Verhandlungen mit dem nördlichen Nachbarland an, die israelischen Medienberichten zufolge schon Anfang der kommenden Woche beginnen könnten. Trumps Darstellung bestätigte er in einem späteren Statement allerdings nicht.

Stattdessen sagte er, Israel werde die libanesische Hisbollah-Miliz weiterhin mit Härte bekämpfen und nicht aufhören, ehe es Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe. "Es gibt keine Waffenruhe im Libanon." Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es dagegen, mögliche Verhandlungen sollten nur unter den Bedingungen einer Waffenruhe stattfinden.

300 Tote an einem Tag im Libanon

Nach Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fünf Wochen hatte auch die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 griff sie Israel wieder mit Raketen an. Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und Bodeneinsätzen in dem nördlichen Nachbarland. Vor der Waffenruhe hatte es einen einjährigen Krieg gegeben.

Am Mittwoch setzte Israel seine Angriffe trotz Feuerpause im Iran-Krieg fort und bombardierte eigenen Angaben zufolge zahlreiche Hisbollah-Ziele im Libanon, auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mehr als 300 Menschen getötet. Am Donnerstag gingen die gegenseitigen Angriffe weiter.

Am Abend hieß es in einer Mitteilung von Netanjahus Büro, der Regierungschef habe das Kabinett nach wiederholten Bitten des Nachbarlandes angewiesen, die Gespräche mit dem Libanon "so bald wie möglich" zu beginnen. Die Verhandlungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.

In einer Videobotschaft sagte der israelische Regierungschef, Ziel der direkten Verhandlungen sei "ein historisches, dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon".

Auswärtiges Amt: Gespräche können wichtiger erster Schritt sein

Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.

Wie die israelische Nachrichtenseite "ynet" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, sollen die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon nächste Woche in Washington stattfinden. Demnach sollen zunächst die US-Botschafter der beiden verfeindeten Länder daran teilnehmen.

Auch die israelische Zeitung "Maariv" meldete, dass die Gespräche nächste Woche beginnen sollen. Der israelische Sender N12 berichte von Verhandlungen "voraussichtlich Anfang nächster Woche". Ein Sprecher von Netanjahu wollte die Zeitangabe auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte Netanjahus Ankündigung: "Die Direktgespräche können ein wichtiger erster Schritt sein hin zu einer gemeinsamen Zukunft als Nachbarn, in der Israels legitime Sicherheitsinteressen und Libanons Recht auf territoriale Integrität und Souveränität gleichermaßen Rechnung getragen werden kann", teilte eine Sprecherin mit.

"Pakistan-Modell" für Verhandlungen?

Für die erwarteten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wurde aus libanesischen Regierungskreisen ein "Pakistan-Modell" vorgeschlagen, angelehnt an ein ähnliches Vorgehen bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Dieses sehe eine zweiwöchige Feuerpause vor, wobei Gespräche 72 Stunden nach Inkrafttreten beginnen sollen.

Den Angaben zufolge soll die libanesische Delegation von dem Ex-Botschafter in den USA, Simon Karam, geleitet werden. Ihr würden zudem weitere Mitglieder angehören, die im Rahmen der verfassungsmäßigen Befugnisse des Präsidenten bestimmt werden, darunter auch ein schiitischer Vertreter. Im aktuellen Krieg ist die libanesische Regierung keine aktive Kriegspartei. Die schiitische und vom Iran unterstütze Hisbollah beschießt sich derzeit mit dem israelischen Militär. Eine schiitische Repräsentation ist für den Erfolg von Verhandlungen daher wichtig.

Kritik von der Hisbollah

Der libanesische Abgeordnete der Hisbollah, Ali Fajad, forderte die Regierung dazu auf, auf eine Waffenruhe als Voraussetzung für weitere Schritte zu bestehen. Erst danach sollten nachfolgende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuletzt gesagt, Gespräche unter andauerndem Beschuss kämen einer Kapitulation gleich und würden den Libanon seiner Handlungsfähigkeit berauben. Verhandlungen seien grundsätzlich abzulehnen, solange der Gegner weiterhin Gebiete besetze und tägliche Angriffe fortsetze./cir/DP/he

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