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Mon Mar 16 15:04:34 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Verlusten im Zuge des Iran-Krieges hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag stabilisiert. Die Anleger nahmen erleichtert zur Kenntnis, dass die Ölpreise zum Wochenbeginn wieder etwas nachgaben. "Die Anleger setzen auf eine Intervention der USA an den Energiemärkten", schrieb Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Market.
Der Leitindex Dax legte nach einem verhaltenen Handelsstart bis zum frühen Nachmittag um 0,8 Prozent auf 23.629 Punkte zu. Im Rampenlicht stand zu Wochenbeginn die Commerzbank: Die italienische Großbank Unicredit hat ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt.
Die Anleger blickten ansonsten weiter gen Nahost: Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump von Nato-Verbündeten Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Straße von Hormus am Persischen Golf gefordert. Der Schiffsverkehr in der für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas wichtigen Meerenge ist wegen des Kriegs stark beeinträchtigt. Allerdings war es am Wochenende mehreren Tankern gelungen, das Nadelöhr zu passieren.
Gleichwohl blieb Lipkow skeptisch: "Der Krieg im Nahen Osten bleibt weiterhin das dominierende Thema und straft mit jeder neuen Kriegswoche all diejenigen Lügen, die von einem kurzen und einfachen Militärschlag ausgegangen sind". Die Energiepreise könnten so zu einem echten Problem werden, das sich erst in den kommenden Monaten so richtig entfalten dürfte. Die Folgen würden sowohl direkt über sinkende Margen bei den Unternehmen als auch über anziehende Inflationstendenzen und daraus folgende Konsumzurückhaltung spürbar werden.
Der MDax der mittelgroßen Werte notierte 0,8 Prozent im Plus bei 29.040 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx gewann 0,6 Prozent.
Hierzulande ist das Übernahmeangebot der Unicredit für die Commerzbank das Gesprächsthema Nummer eins. Die italienische Großbank will das deutsche Kreditinstitut kaufen. Sie legt den Aktionären der zweitgrößten deutschen Privatbank ein offizielles Übernahmeangebot zum Erwerb aller Aktien der Commerzbank vor. Die Unicredit bietet als bereits größter Anteilseigner der Commerzbank für die restlichen Anteilsscheine voraussichtlich jeweils 0,485 neue Unicredit-Papiere.
Das Angebot ziele darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Schwelle zu überwinden und "in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern", teilte das Institut mit. Es werde erwartet, dass Unicredit eine Beteiligung an der Commerzbank von mehr als 30 Prozent erreichen werde, "ohne die Kontrolle zu erlangen". Die Aktien der Commerzbank notierten zuletzt mit einem Aufschlag von 8,6 Prozent etwas über dem anhand des Tauschangebotes errechneten Angebotspreis. Damit setzten sich die Commerzbank-Papiere an die Index-Spitze.
Zweitbester Wert im Leitindex waren Bayer mit einem Plus von 4,4 Prozent. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Bank UBS. Mit Blick auf die Lösung der Glyphosatprobleme sieht Analyst Matthew Weston inzwischen ein Chancen-Übergewicht. Zudem spreche die jüngste Kursschwäche für einen Kauf der Papiere der Leverkusener. Im Pharmabereich ist Weston optimistisch für die wichtigsten Wachstumstreiber.
An der MDax-Spitze zogen die Papiere von Hensoldt um fünf Prozent an, nachdem die Experten von Kepler Cheuvreux ihre negative Einstufung zu den Papieren des Radarspezialisten aufgegeben hatten. Der Krieg in Nahost habe die Nachfrage nach Luftverteidigung angeheizt. Die Experten setzen 2027 auf eine Wachstumsbeschleunigung./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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