Nachrichten Detail
Fri Oct 23 15:11:15 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts hoher Ölpreise, hartnäckiger KI-Sorgen und weiterer Unruhen in Frankreich droht dem Dax auch in der neuen Woche Ungemach. Nach einer Schwächephase für den deutschen Leitindex richtet sich der Fokus nun auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Parallel kommt die Berichtssaison der Unternehmen mit den Quartalszahlen mehrerer Dax-Konzerne so richtig ins Rollen. Darüber hinaus steht unter anderem noch das Ifo-Geschäftsklima auf der Agenda.
"Schwelende Nahostrisiken, eine unklare geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen halten den Dax in einer Nebelkiste gefangen und lassen eine klare Orientierung vermissen", kommentierte Chefmarktanalyst Timo Emden vom Handelshaus CapTrader. Von einem goldenen Herbst könne keine Rede sein. Die Anleger agierten weiterhin mit angezogener Handbremse, es fehle der rote Faden. Vor dem Wochenende rutschte der Dax zurück unter die 21-Tage-Linie als Indikator für den kurzfristigen Trend, er hielt sich aber klar über der 25.000-Punkte-Marke.
Die angespannte Lage in Frankreich macht den Händlern derzeit besonders große Sorgen. Auf die Proteste im deutschen Nachbarland folgten mittlerweile auch schwache Konjunktursignale. "Auf mittlere Sicht wird Frankreich Reformen durchführen müssen, wenn es verhindern will, dass die Kreditwürdigkeit des Landes weiter sinkt", konstatierte Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management. Bei der aktuellen Bewertung sei allerdings ein Punkt erreicht, an dem bereits sehr viele schlechte Nachrichten eingepreist seien.
Entlastung an den Energiemärkten zeichnet sich derweil nicht ab. Berichte über Huthi-Angriffe auf die saudi-arabische Energieinfrastruktur und den Beschuss von Tankern in der Straße von Hormus treiben die Ölpreise weiter nach oben. "Ohne einen Durchbruch in mindestens einem der Konflikte dürfte der Aufwärtsdruck auf die Ölpreise bestehen bleiben", argumentierte Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com. Damit würden die Risiken für Wachstum und Inflation steigen.
Am Aktienmarkt gerieten mit Blick auf große Ausgaben und höhere Finanzierungskosten jüngst vor allem Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz unter Druck. "Die KI-Story ist nicht zu Ende, aber sie tritt in eine neue Phase ein: Nicht mehr die größten Investitionsversprechen, sondern tatsächliche Gewinne und die Qualität der Finanzierung werden über die Gewinner an der Börse entscheiden", schrieb Eckhard Schulte von MainSky Asset Management. Der Aufwärtstrend am Aktienmarkt müsse aber nicht grundsätzlich infrage gestellt werden.
Auch die Experten des Börsen- und Analyseportals Index Radar beobachteten zuletzt keinen flächendeckenden Ausverkauf, sondern eine ausgeprägte Umschichtung aus Technologie-Aktien in defensivere und substanzstarke Unternehmen. Die relative Schwäche des Tech-Sektors nähere sich einem Niveau, das in der Vergangenheit häufig mit einer anschließenden Gegenbewegung einherging. Besonders interessant dürften daher die anstehenden Quartalszahlen der US-Tech-Giganten Alphabet , Microsoft und Amazon am Mittwoch und Donnerstag werden.
Die bisher uneinheitliche Berichtssaison zeige, dass viele Unternehmen mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hätten, stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. Die Börsen bräuchten inzwischen mehr als nur gute Nachrichten, nämlich handfeste Belege für nachhaltiges Wachstum. Aus dem Dax legen im Wochenverlauf unter anderem der Chemiekonzern BASF , die Deutsche Bank sowie die Autobauer Mercedes-Benz und Volkswagen Quartalszahlen vor.
Höhepunkt der Woche dürften aber die Zinsentscheidungen großer Zentralbanken werden, beginnend mit der US-Notenbank am Mittwoch. "Die Fed tagt nur sechs Tage vor den US-Zwischenwahlen", gab Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck zu bedenken. "Die weiter steigende US-Inflation spricht eigentlich klar für eine Leitzinserhöhung - dennoch dürfte sich die Fed so kurz vor den Wahlen eher zurückhalten, wie sie das historisch meist gemacht hat." Auch von der EZB erwartet Greil am Donnerstag keine Zinsänderung. Bei beiden Notenbanken sei jedoch eine weitere Erhöhung im Dezember wahrscheinlich.
Die Fed habe im Gegensatz zur EZB den Vorteil, dass die US-Wirtschaft trotz der Energiekrise besser laufe, kommentierte Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dies dürften auch Daten zum Wirtschaftswachstum der USA im dritten Quartal zeigen, die am Donnerstag veröffentlicht werden. "Während für die USA erneut mit einem soliden Wachstum gerechnet wird, kann für Deutschland sogar ein leichter Rückgang nicht ausgeschlossen werden", ergänzte Windt. Aktuelle Stimmungsdaten zur deutschen Konjunktur liefert bereits zum Wochenstart das Ifo-Geschäftsklima./niw/tih/he
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
