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Die Südtribüne feiert Popp: Dortmunds spektakulärer Coup

Sun Mar 15 08:50:03 CET 2026

DORTMUND (dpa-AFX) - Die Größe ihres neuen Arbeitgebers und Herzensclubs bekam Alexandra Popp gleich bei ihrer Vorstellung eindrucksvoll zu spüren. Begeistert ließ sie sich von zehntausenden Fans vor der gigantischen Südtribüne feiern. Nach 14 Jahren beim VfL Wolfsburg wechselt die Ex-Kapitänin der deutschen Nationalelf im Sommer zum BVB - und damit von der Bundes- in die dritte Liga. Während sich Popp ihren letzten großen Karrierewunsch erfüllt, soll der spektakuläre Transfer die Dortmunder Aufholjagd im Fußball der Frauen beschleunigen.

Bayern-Jäger wie bei den Männern? Oder geht sogar mehr? Mit dem Popp-Transfer setzt der BVB jedenfalls ein deutliches Zeichen an die (noch) weit enteilte Konkurrenz. "Alex' Verpflichtung ist ein dickes Ausrufezeichen für unsere Ambitionen", sagte die BVB-Frauenfußball-Geschäftsführerin Svenja Schlenker in einer Clubmitteilung. Motto: Jetzt wird geklotzt in Dortmund, wo die strukturellen wie finanziellen Voraussetzungen für Spitzenfußball ohnehin gegeben sind.

Popps Erfolgsbilanz

In der bald 35 Jahre alten Popp wechselt eine der stärksten und erfolgreichsten Botschafterinnen ihres Sports zurück in den Ruhrpott, wo sie 2008 für den FCR Duisburg als 17-Jährige in der Bundesliga debütiert hatte. Ihre Erfolgsbilanz seither: Zwei Titel in der Champions League, 13 im DFB-Pokal, sieben deutsche Meisterschaften. In 145 Länderspielen erzielte die dreimalige "Fußballerin des Jahres" 67 Tore, 2016 wurde sie mit der DFB-Auswahl Olympiasiegerin, acht Jahre später gab's Bronze.

Er habe mitbekommen in seinem Umfeld, "dass viele Mädchen wegen Alex das Fußballspielen angefangen haben", sagte Bundestrainer Christian Wück, als Popp vor gut anderthalb Jahren ihre Karriere im Nationaltrikot in Duisburg beendete. Popp habe Menschen berührt, deshalb habe sie unabhängig von sportlichen Erfolgen "sehr, sehr viel richtig gemacht".

Die Öffentlichkeit habe Popp nie gescheut "und hat auch immer das Wort ergriffen, um Standards zu pushen, um etwas zu verändern", lautete damals das Urteil von Ex-Nationaltorhüterin Almuth Schult in der Popp-Doku "Ende Legende" (ARD). Ex-DFB-Coach Horst Hrubesch urteilte: "Sie spielt halt für die Mannschaft. Und das ist der entscheidende Faktor. Dass sie sich für nix zu schade ist, auch Drecksarbeit macht."

Popp: "Mein Herz schlägt für diesen Verein"

Nun soll die Ikone beim BVB einen kulturellen Wandel begleiten, der lange keine Selbstverständlichkeit war. Erst seit der Saison 2021/2022 gibt es ein BVB-Frauenteam, los ging's weit unten in der Kreisliga. Und seither stetig bergauf. Was möglich ist, zeigte in Ansätzen das Duell gegen Branchenprimus FC Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals. 15.755 Fans sahen Ende September im Dortmunder Stadion Rote Erde ein achtbares 0:2.

Für die im wenige Kilometer entfernten Witten geborene Top-Stürmerin ist der BVB vor allem eine emotionale Geschichte. "Ich habe viele Verletzungen hinter mir und weiß nicht, wie schnell es vielleicht vorbei sein kann. Deshalb möchte ich die Chance nicht verpassen, im Trikot von Borussia Dortmund aufzulaufen", sagte Popp in einem Vereins-Interview. "Mein Herz schlägt für diesen Verein und deswegen habe ich mich für Dortmund entschieden."

Die BVB-Gegner: Wacker Mecklenbeck und Vorwärts Spoho Köln

Mindestens bis zum 30. Juni 2029 hat sich Popp an den BVB gebunden, dafür verzichtet sie vorerst - und vielleicht für immer - auf magische Champions-League-Nächte, Pokal-Endspiele vor großer Kulisse und deutsche Meisterschaften. In der Regionalliga West heißen die BVB-Gegner aktuell DJK Wacker Mecklenbeck oder Vorwärts Spoho Köln.

Ziel der BVB-Spielerinnen ist zwar der Durchmarsch in die Bundesliga, derzeit hat aber die Reserve des 1. FC Köln im Meisterkampf die Nase vorn. Dortmund ist Zweiter. Auch darüber habe sie sich Gedanken gemacht, sagte Popp. "Willst du das? Kannst du das? Zweite Liga, Regionalliga - das ist nun mal ein großer Unterschied zur ersten Liga und auch zur Champions League", führte sie aus. Klar sei aber gewesen: "Ich will keine Extrawurst, sondern bin voll und ganz dabei."

Zumal die Aussichten auf lange Sicht gut sein dürften, erst vor wenigen Tagen machte auch Ralf Kellermann seine Zukunft bei den Dortmunderinnen öffentlich. Der 57-Jährige ist einer der erfolgreichsten Trainer und Manager im Frauenfußball, kommt im Sommer ebenfalls aus Wolfsburg und unterschrieb wie Popp bis 2029 beim Revierclub./hat/DP/zb

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