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Mon Jun 01 12:15:50 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der sich wieder verschärfenden Lage im Nahe Osten hat der deutsche Aktienmarkt zum Start in den Börsenmonat Juni keine einheitliche Richtung ausgebildet. Während der Dax vor allem von deutlichen Kursgewinnen der Schwergewichte SAP und Infineon profitierte, ging es für die Papiere aus der zweiten und dritten Reihe überwiegend abwärts.
Gegen Mittag notierte der Dax 0,3 Prozent höher bei 25.172 Punkten. In der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex in der Hoffnung auf eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran bis auf 25.438 Punkte gestiegen. Diese Aussicht erhielt im Wochenverlauf allerdings keine neue Nahrung, und so entfernte sich der Dax wieder von seinem Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Montag um 0,5 Prozent auf 33.182 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1 Prozent nach oben.
Die iranischen Revolutionsgarden meldeten einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen Luftangriffe Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe.
"Der Iran-Konflikt bleibt ungelöst, doch an den Finanzmärkten überwiegt weiterhin die Hoffnung. Während die politische Realität noch von offenen Fragen geprägt ist, richtet sich der Blick der Anleger bereits auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten", kommentierte Marktanalyst Timo Emden.
Der Marktstratege Mislav Matejka von JPMorgan sieht für das zweite Halbjahr weiter ein günstiges Verhältnis zwischen Chancen und Risiken am Aktienmarkt. Trotz der Rekorde im MSCI World UCITS und MSCI Emerging Markets Index sei der Markt noch fernab von einer Bewertung für den Optimalfall.
Die Aktien von Mercedes-Benz zeigten sich unbeeindruckt von einem Gesetzesvorhaben in den USA, das in einem Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte und stiegen um 1,1 Prozent. Ein Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im US-Repräsentantenhaus passiert hat, sieht das Verbot von Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in den USA vor, deren Hersteller zu mindestens 15 Prozent "US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch China. Fast 20 Prozent der Mercedes-Anteile sind dem chinesischen, staatlich kontrollierten Autokonzern BAIC und dem Eigentümer des Geely-Autokonzerns zuzurechnen.
Die Papiere von Siemens Energy legten um 0,6 Prozent zu. Für Auftrieb sorgte die Aufnahme in die "European Conviction List" der Investmentbank Goldman Sachs. Analyst Ajay Patel geht davon aus, dass der Konzern mit der Jahresbilanz die mittelfristigen Ziele aufstocken wird und Neues zu den Ausschüttungen an die Aktionäre mitteilen wird. Siemens Energy sieht er als "strukturellen Gewinner" in Zeiten steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren und höherer Investitionen in Netzwerktechnologie.
Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt geht dank höherer Kundenanzahlungen in diesem Jahr von einem besseren Zustrom freier Finanzmittel aus. Das sei hauptsächlich auf höhere Kundenanzahlungen zurückzuführen, die durch beschleunigte Beschaffungsprozesse in Deutschland unterstützt würden. Die Hensoldt-Titel gehörten mit minus 3,9 Prozent und anderen Rüstungswerten dennoch zu den schwächsten Aktien am hiesigen Markt./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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