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Fri May 08 14:33:07 CEST 2026
TOKIO (dpa-AFX) - Der Elektronik- und Medienkonzern Sony hat auch dank guter Geschäfte mit Kameras und bildverarbeitenden Produkten im Geschäftsjahr 2025/26 operativ mehr verdient. Für das neue Geschäftsjahr bis Ende März 2027 rechnet der Konzern mit einem weiteren Anstieg des operativen Gewinns. Weiterhin kündigten die Japaner Aktienrückkäufe an und wollen ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Chip-Konzern TSMC zur Entwicklung von Bildsensoren gründen. An der Börse kam das nur kurz gut an.
Die Sony-Aktie gewann zeitweise bis zu sieben Prozent, gab den Großteil der Gewinne allerdings schnell wieder ab und schloss mit zwei Prozent im Plus. Aus ihrer anhaltenden Kursschwäche konnte sich die Aktie damit nicht nachhaltig befreien.
Im laufenden Geschäftsjahr soll der operative Gewinn um elf Prozent auf rund 1,6 Billionen Yen (rund 8,7 Mrd Euro) zulegen, wie der Konzern am Freitag in Tokio mitteilte. Die Prognose liegt im Rahmen der Analystenerwartungen, nachdem das abgeschlossene vierte Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.
Einer der Hauptfaktoren für die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten dürfte der Erfolg des Konsolenspiels GTA VI sein. Dessen für Herbst geplante Veröffentlichung erwarten nicht nur die Fans gespannt, sondern auch Anleger. Sie hoffen darauf, dass der Spieleklassiker mehr Nutzer auf die Sony-Plattform rund um die Playstation lockt.
Im vergangenen Geschäftsjahr zog der operative Gewinn um 13 Prozent auf knapp 1,45 Billionen Yen an. Das war etwas weniger als zuletzt in Aussicht gestellt. Dies war allerdings auch auf einige Sondereffekte zurückzuführen. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 12,5 Billionen Yen zu. In den zwölf Monaten bis Ende März 2027 rechnet die Konzernspitze mit einem leichten Rückgang des Erlöses.
Sony kündigte zudem den Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu 500 Milliarden Yen an (2,7 Mrd Euro). Damit will das Unternehmen den Aktienkurs stützen. Im laufenden Jahr sank der Börsenwert von Sony um etwas mehr als ein Fünftel auf umgerechnet rund 100 Milliarden Euro. Mit dem Kursrückgang zählen die Aktien in diesem Jahr zu den schwächsten Titeln im japanischen Leitindex Nikkei 225, der seit Ende 2025 um fast ein Viertel gestiegen ist.
Sony befindet sich derzeit mitten in einer Umbauphase. Deren Ziel ist es, unprofitable Hardware-Sparten abzustoßen. Der Fokus soll stattdessen stärker auf Software liegen sowie auf dem Geschäft mit Patenten, Urheberrechten und Lizenzen.
So will sich Sony zeitnah die Rechte an einem vier Milliarden Dollar schweren Musikkatalog sichern. Die Kontrollmehrheit in einem mit dem chinesischen Unternehmen TCL bestehenden Gemeinschaftsunternehmen, in dem das TV-Geschäft gebündelt wurde, hat Sony hingegen in diesem Jahr abgeben.
Am Freitag kündigte Sony weiterhin eine Kooperation mit dem taiwanischen Konzern TSMC an sowie die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, bei dem Sony der Mehrheitseigner wird. "Bislang haben wir alles intern abgewickelt, von der Forschung und Entwicklung bis zur Fertigung", sagte Sony-Chef Hiroki Totoki. "Aber in Zukunft hoffen wir, die Fertigung nicht nur eigenständig, sondern auch durch die Einbindung von Partnern voranzutreiben." Die Chip-Sparte von Sony schaffte im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres einen Gewinnanstieg um ein Drittel.
Zusammen mit TSMC will Sony Bildsensoren der nächsten Generation für Roboter und Autos entwickeln und bauen. In diese Bereiche versucht der japanische Konzern derzeit vorzustoßen, während sich seine eigenen Bildsensoren bereits großer Beliebtheit erfreuen. So setzen Apple , Huawei und Samsung bei ihren Premium-Produkten auf die bildgebenden Chips des japanischen Konzerns./lew/zb/stw/men
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