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Thu Oct 29 18:19:07 CET 2026
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben sich am Donnerstag mit Gewinnen von den schwächelnden US-Börsen abgekapselt. Neben zahlreichen Quartalszahlen, die zu stärkeren Ausschlägen bei Einzelwerten führten, stand vor allem der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Wie am Vortag die US-Kollegen von der Fed verzichteten die Europäer trotz der stark gestiegenen Inflation vorerst auf eine weitere Zinserhöhung.
Nach dem EZB-Entscheid konnte der EuroStoxx 50 seine Gewinne ausweiten, während der Google -Mutterkonzern Alphabet in den USA vor allem bei Technologiewerten für einen Rückschlag sorgte. Der Eurozonen-Leitindex setzte seine Erholung fort, indem er 0,64 Prozent höher bei 6.207,07 Punkten aus dem Handel ging. Außerhalb des Euroraums stieg der Schweizer SMI um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch. Der britische FTSE 100 legte um 0,26 Prozent auf 10.722,07 Punkte zu.
"Die EZB hat heute wie erwartet die Füße stillgehalten - doch die Zinspause markiert unseres Erachtens nicht das Ende ihrer Zinserhöhungen", kommentierte Ann-Katrin Petersen, die beim Vermögensverwalter Blackrock die Kapitalmarktstrategie leitet. Eine Leitzinserhöhung wird jetzt allgemein im Dezember erwartet. Am Vormittag hatte die EZB außerdem bekanntgegeben, dass die Präsidentin Christine Lagarde im Februar vorzeitig abtritt, um noch vor der Frankreich-Wahl den Weg für eine Neubesetzung frei zu machen.
In Europa standen die Kursgewinne auf breiter Basis. In der Branchentabelle waren die Vorzeichen nur im Banken- , Minen- und Lebensmittelsektor negativ. Letzterer war am Ende das Schlusslicht, was nach Zahlen unter anderem an Brauereikonzernen lag: Der Kurs von AB Inbev fiel wegen eines schleppenden Wachstums um mehr als drei Prozent. Die Titel wurden im EuroStoxx zum Schlusslicht.
Im Bankensektor waren die Verluste unter anderem geprägt von BBVA und ING , die im EuroStoxx wegen enttäuschender Resultate mit jeweils mehr als zwei Prozent Minus auch hinten zu finden waren. In London entwickelten sich außerdem die Aktien von Lloyds nach dem Bericht zum dritten Quartal sehr schwach. Die Gewinne einiger anderer Finanzwerte konnten dies nicht auffangen.
Stärke zeigte der Ölsektor. Die hohen Ölpreise hatten Branchengrößen wie Shell und Totalenergies glänzende Zahlen beschert, was deren Aktien mit 2,1 respektive 1,2 Prozent ins Plus verhalf. Auch die Technologiewerte wendeten sich in Europa im Gesamtbild gegen die schwachen Branchenvorgaben aus den USA.
Einen Hoffnungsschimmer im Autosektor brachten die Zahlen von Renault . Die Analysten von JPMorgan sprachen von einem soliden Quartal und lobten, dass der Autobauer trotz des schwierigen Marktumfeldes seinen Ausblick bestätigte. Die Aktien zogen um fast sieben Prozent an./tih/he
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