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Aktien Frankfurt: Dax über 26.000 Punkte - EZB-Leitzins stabil

Thu Oct 29 14:37:04 CET 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten Erholungskurs am Donnerstag beschleunigt fortgesetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ die Leitzinsen im Euroraum trotz erhöhter Inflation erwartungsgemäß unverändert. Bereits am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen stabil gehalten.

Der Dax stieg am Nachmittag über die Marke von 26.000 Punkten auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Wochen und hielt das Niveau nach dem EZB-Zinsentscheid. Zuletzt notierte der Leitindex 1,3 Prozent im Plus bei 26.029 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann ebenfalls 1,3 Prozent auf 30.808 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,6 Prozent zu.

Am Vormittag hatte die EZB bekanntgegeben, dass Christine Lagarde am 7. Februar 2027 vorzeitig als Präsidentin der Zentralbank abtritt. Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron, noch vor der Wahl in Frankreich im April 2027 die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Licht und Schatten zeigten die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und Alphabet . Microsoft überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. Auch hierzulande ging die Berichtssaison der Unternehmen mit voller Fahrt weiter.

Die Aktien von Adidas stiegen nach detaillierten Quartalszahlen auf den höchsten Stand seit Mitte August und notierten an der Dax-Spitze zuletzt 4,0 Prozent im Plus. Der Sportartikelhersteller hatte die vorläufigen Zahlen für das dritte Jahresviertel sowie die unlängst erhöhte Prognose bestätigt. Analyst Piral Dadhania von der Bank RBC sieht im dritten Quartal eine Fortsetzung der positiven globalen Trends.

Der Konsumgüterkonzern Henkel machte im dritten Quartal mehr Umsatz als im Vorfeld erwartet. Dabei profitierte das Unternehmen stark von höheren Preisen. Die Verkaufsmengen legten ebenfalls zu, jedoch nicht so deutlich. Mit Blick auf die Erlösentwicklung im laufenden Jahr zeigte sich Henkel optimistischer und passte auch den Ergebnisausblick an. Die Aktie gewann 0,9 Prozent.

Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia erwartet, dass der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im laufenden Jahr in der unteren Hälfte der anvisierten Spanne liegen wird. Bei Anlegern kam das nicht gut an. Die seit Monaten unter Druck stehende Vonovia-Aktie fiel auf ein weiteres Tief seit dem Frühjahr 2023 und verlor als Dax-Schlusslicht 2,4 Prozent.

Nach einer dreitägigen Kurserholung legten die Papiere von MTU mit minus 1,0 Prozent den Rückwärtsgang ein. Am Freitag waren sie auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni gefallen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sei im dritten Quartal etwas hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben, schrieb George McWhirter von der Berenberg Bank.

Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung , schwache Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau drückten Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten Zahlen. Der Konzernverlust nach Steuern lag in den Monaten Juli bis September bei rund 5,82 Milliarden Euro. Die VW-Vorzugsaktie stieg dennoch um 1,9 Prozent.

Die Aktien von Airbus gewannen nach Geschäftszahlen 2,4 Prozent. Der weltgrößte Flugzeughersteller steuert trotz eines Sommers mit Produktionsmängeln bei den Auslieferungen weiterhin auf ein Rekordjahr zu.

Die Titel von Knorr-Bremse sackten nach Quartalszahlen des Bremsenherstellers als schwächster Wert im MDax um 6,5 Prozent ab. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis hätten die Konsensschätzungen nicht erreicht, schrieb JPMorgan-Experte Akash Gupta.

Teils höhere Absatzpreise und das laufende Kostenprogramm trieben Wacker Chemie im Sommerquartal an. Die Jahresziele für Umsatz und operativen Gewinn wurden bestätigt. Die Nettoverschuldung soll indes niedriger ausfallen als bisher gedacht. Die Wacker-Papiere verteuerten sich um 4,7 Prozent.

Der Stahlhersteller Salzgitter hob nach den ersten neun Monaten sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr erneut an. Die Salzgitter-Titel zogen als MDax-Spitzenreiter um 8,9 Prozent an.

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck kappte nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr seinen Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr. Der Aktienkurs sackte um bis zu 23 Prozent auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren ab. Zuletzt stand ein Verlust von 13 Prozent zu Buche./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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