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Thu Jun 18 14:32:03 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - An den New Yorker Börsen zeichnet sich am Donnerstag eine Erholung ab. Über eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Nasdaq 100 1,5 Prozent höher auf 30.112 Punkte. Dank der wohl anhaltenden Hausse im Halbleitersektor würde der technologielastige Auswahlindex den Kursrutsch der vergangenen zwei Tage so teilweise wettmachen.
Für die feiertagsbedingt verkürzte Handelswoche deutet sich nun doch ein klarer Gewinn von 1,6 Prozent ab. An diesem Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen, da des Endes der Sklaverei gedacht wird.
Den Dow Jones Industrial erwartet IG am Donnerstag 0,4 Prozent erholt bei 51.683 Punkten. Damit würde der Leitindex sein Wochenplus auf 0,9 Prozent nach oben schrauben. Er hatte am Mittwoch erneut ein Rekordhoch erreicht, dann aber - wie auch der Nasdaq 100 und der marktbreite S&P 500 - deutlich in der Verlustzone geschlossen.
Verantwortlich für den Umschwung waren Aussagen der US-Notenbank Fed gewesen. Die Währungshüter hatten wie erwartet ein weiteres Mal den Leitzins nicht angerührt. Damit erfüllten sie auch unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Wunsch von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen nicht. Und da die Fed für 2026 mit einer deutlich höheren Inflation als bisher rechnet, werden am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab Oktober erwartet.
Allerdings mildere die anhaltende Talfahrt der Ölpreise die Zinsängste etwas ab, kommentierte Marktanalyst Hebe Chen von Vantage Global Prime. Diese hatte sich jüngst beschleunigt, nachdem Trump ein Rahmenabkommen für ein Ende des Kriegs mit dem Iran unterzeichnet hat. Dieses tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif in der Nacht zum Donnerstag auf X bekannt. US-Präsident Trump und sein iranischer Amtskollege Massud Peseschkian hatten die Vereinbarung zuvor unterzeichnet.
Die Märkte hätten schon vor Trumps Unterschrift eine schrittweise Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge von Hormus eingepreist, ergänzte Rajeev De Mello, Portfoliomanager bei Gama Asset Management. Es habe aber "weiterhin ein erhebliches Risiko bestanden, dass die Verhandlungen in letzter Minute scheitern könnten" - diese Sorgen seien nun weitgehend ausgeräumt.
Besitzer von Halbleiteraktien können sich am Donnerstag dank der anhaltenden KI-Euphorie auf weitere Kursgewinne freuen. Für Intel ging es vorbörslich um 9,5 Prozent hoch, nachdem Trump erklärt hatte, das Unternehmen habe mit Apple einen Vertrag über die Herstellung von Chips abgeschlossen. Die Titel der Branchenkollegen AMD , Micron und Marvell Technology verteuerten sich um bis zu 6 Prozent.
Für den Börsenneuling und Überflieger SpaceX zeichnet sich nach dem fünfprozentigen Kursrücksetzer vom Vortag eine weitere Konsolidierung ab: Die Titel des Raumfahrt- und KI-Unternehmens von Tesla -Chef Elon Musk sanken um 3,3 Prozent auf 185,49 US-Dollar. Auf dem bisherigen Höhepunkt hatte der Aktienkurs mit 225,64 Dollar gut zwei Drittel über dem Ausgabepreis am Freitag gelegen. Der Börsenwert war damit bis auf knapp drei Billionen Dollar gestiegen, was SpaceX zeitweise Platz vier unter den weltweit wertvollsten Unternehmen beschert hatte. Zuletzt belegte SpaceX den sechsten Platz - hinter Nvidia , Alphabet , Apple, Microsoft und Amazon . Bei dieser Reihenfolge dürfte es zunächst auch bleiben.
Die Anteile von Accenture sackten vorbörslich um weitere 13 Prozent ab, womit ihren ein Tief seit Ende 2018 droht. Die Unternehmensberatung enttäuschte die Anleger mit seinem Umsatzausblick auf das vierte Geschäftsquartal.
Bei Pfizer mussten die Anleger einen Kursrückgang von 1,7 Prozent verkraften. Der Pharmakonzern teilte mit, dass Finanzchef Dave Denton sein Amt zum 15. August niederlegen und das Unternehmen verlassen werde. Bis ein Nachfolger gefunden werde, übernehme Cecile Guegan, derzeit zuständig für die Finanzen des globalen Biopharmageschäfts, den Posten. Beide Manager wollen laut Pfízer eng zusammenarbeiten, um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen./gl/jha/
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