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Wed Apr 01 16:37:36 CEST 2026
(neu: Aktienkurs aktualisiert)
BEAVERTON (dpa-AFX) - Der US-Sportartikelriese Nike sieht Risiken für sein Geschäft durch den Iran-Krieg. Finanzchef Matthew Friend verwies auf mögliche "ungeplante Schwankungen" durch steigende Ölpreise und andere Faktoren, die Folgen für Kosten oder das Verhalten der Verbraucher haben könnten. Überraschend für viele Analysten stellte Nike Umsatzrückgänge sowohl im laufenden Quartal als auch im gesamten Geschäftsjahr in Aussicht.
Nike sieht sich weltweit mit Gegenwind konfrontiert. Der Konzern verzeichnet hohe Lagerbestände in Europa und im Nahen Osten sowie kriegsbedingte Behinderungen, die laut Nike zu erhöhter Volatilität im Geschäft führen könnten. Diese Herausforderungen sowie die schwache Entwicklung in China und anderen Regionen überschatteten robuste Ergebnisse in Nordamerika.
Die Aktie fiel am Mittwoch im frühen US-Handel um mehr als 14 Prozent. Dagegen konnten sich die deutschen Konkurrenten Adidas und Puma abkoppeln. Während Adidas immerhin leicht zulegte, sprangen Puma um fast vier Prozent nach oben. Sie profitierten allerdings auch von einem freundlichen Umfeld: So kletterte der Dax wegen Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs kräftig.
Analysten zeigten sich bei Nike enttäuscht über den Ausblick. "Es scheint, dass die Übergangsphase länger dauert als ursprünglich erwartet, und die Umsatzerholung verläuft nicht so steil wie ursprünglich erhofft", kommentierte dies der RBC-Experte Piral Dadhania. Der Krieg dürfte sich auf die europäische Region EMEA auswirken, und die Zölle belasteten die Bruttomarge, sagte Poonam Goyal, leitende Analystin bei Bloomberg Intelligence. Sie prognostizierte, dass der Druck "kurzfristig anhalten wird".
Die zentrale Botschaft sei ein langsamer Neustart auf dem Absatzmarkt China gewesen, notierte hingegen Barclays-Expertin Adrienne Yih. Es werde vier Quartale dauern, bis der Sportmodehersteller dort wieder zu Wachstum zurückkehre. Das Chance-Risiko-Verhältnis spreche aber weiterhin für die Aktien.
Das chinesische Geschäft zählt zu den Herausforderungen bei Nike. Das Unternehmen erwartet im laufenden Quartal ein Umsatzrückgang von rund 20 Prozent. Der chinesische Markt ist in den letzten Jahren zunehmend von Rabatten geprägt, da die Verbraucher aufgrund der Konjunkturflaute, der Immobilienkrise und der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zurückhaltender agieren. Auch der Wettbewerb hat sich verschärft.
Für das laufende Quartal rechnet Nike insgesamt mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent. Analysten waren dagegen im Schnitt von einem Plus von zwei Prozent ausgegangen. Ähnlich sieht es auch für das Gesamtjahr aus. Im vergangenen Quartal hatte der Sportartikel-Riese die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Wall Street noch übertroffen.
Nike will dann im Herbst auf einer Investorenveranstaltung eine längerfristige Prognose abgeben.
Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Direktvertrieb. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den Geschäften abnehmen - die Verkäufe litten darunter. Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern.
Konzernchef Elliott Hill verordnete dem Adidas -Konkurrenten einen stärkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war. Hill räumte in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass der Umbau teilweise langsamer laufe als ihm lieb sei.
Die Zahlen des vergangenen Quartals fielen zugleich nicht gerade glänzend aus. So stagnierte der Umsatz bei knapp 11,3 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro). Analysten hatten im Schnitt eher mit 11,24 Milliarden Dollar gerechnet. Die Sportbekleidungssparte verzeichnete aufgrund hoher Rabatte zweistellige Rückgänge. "Die Rückkehr zu einem gesunden Sportbekleidungsgeschäft ist für unser Comeback unerlässlich und von entscheidender Bedeutung, da es auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Gesamtmarktes und unseres Wachstums sein wird", sagte Hill.
Im wichtigen Heimatmarkt USA gab es insgesamt ein Umsatzplus von drei Prozent auf gut fünf Milliarden Dollar. Während sich die nordamerikanischen Verbraucher damit als widerstandsfähig erwiesen, gab es in Europa und im Nahen Osten neue Rückschläge. Unterm Strich fiel der Quartalsgewinn um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar./nas/so/DP/mne/jha/he
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