Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Sun May 17 07:53:38 CEST 2026

RIAD/TEHERAN (dpa-AFX) - Wochenlang standen die Golfstaaten im Iran-Krieg als eine Art Prügelknabe da, als leichte Beute für iranische Angriffe. Mehr als 5.000 Angriffe mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern wurden seit Kriegsbeginn unter anderem in Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gezählt. Als Antwort gab es scharfe Rhetorik und Drohungen. Jetzt kommt ans Licht, dass einige der Golfländer - wie schon länger vermutet - im Geheimen teils zurückgeschlagen und selbst Ziele im Iran bombardiert haben.

Offiziell bestätigt sind diese Angriffe auf den Iran nicht, die Golfstaaten haben bisher lediglich ihr Recht auf Selbstverteidigung betont. Sie wollen es unbedingt vermeiden, noch tiefer in den seit bald drei Monaten laufenden Krieg hineingezogen zu werden, der ihrer Wirtschaft und ihrem Image beispiellosen Schaden zugefügt hat. Die Angriffe sind aber ein Zeichen, dass die Führungen in Riad oder Abu Dhabi den pausenlosen Beschuss durch den Iran auch nicht unbeantwortet lassen wollten.

Welche Golfstaaten haben den Iran im Krieg angegriffen?

Westliche Diplomaten und arabische Sicherheitskreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass die Emirate und Saudi-Arabien sich "aktiv" an den Angriffen beteiligt haben. Saudi-Arabiens Luftwaffe habe im März und April iranische Ziele angegriffen, die Emirate (VAE) hätten einen Angriff im April durchgeführt, hieß es. Auch das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichteten, dass die Länder solche Angriffe durchführten.

Eine gut informierte Quelle in Teheran bestätigte einen Angriff der Emirate in Irans Süden. Laut "Wall Street Journal" griffen die Emirate die iranische Insel Lavan an und trafen dort eine Raffinerie

- kurz vor Verkündung der Waffenruhe im April. Es sind die ersten

bekannten, direkten Angriffe der beiden mächtigen Monarchien auf den Iran. Die Emirate sollen sich dabei mit den USA und Israel abgestimmt und - ohne Erfolg - versucht haben, weitere Golfländer wie Katar, Bahrain und Kuwait für gemeinsame Angriffe zu gewinnen.

Wie verhält sich der Iran zu den Angriffen?

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat den Emiraten eine aktive Beihilfe zu den Angriffen der USA und Israels auf sein Land vorgeworfen. "Die VAE waren mit ihren Kampfflugzeugen an den Angriffen beteiligt und sind zweifellos somit ein aktiver Partner dieser Aggression", sagte Araghtschi beim Brics-Treffen in Neu-Delhi laut der Nachrichtenagentur Irna. Damit hätten die VAE die Grundlagen des Völkerrechts verletzt, so der Minister.

Warum machen die Golfstaaten diese Angriffe nicht öffentlich?

Beide Länder sind Verbündete der USA und beheimaten wichtige US-Militärstützpunkte. Sie wollen aber nicht als Kriegsparteien gelten. Würden sie ihre Angriffe öffentlich machen, würde das den Druck auf Teheran erhöhen, erneut zurückzuschlagen. In den Golfländern wurden bereits Energieanlagen, Flughäfen und bewohnte Gebiete angegriffen und das Image der Länder als sicherer Ort für Tourismus und Handel stark beschädigt.

Gleichzeitig wollen die Emirate und Saudi-Arabien nicht als Partner der USA und Israels im Krieg gegen den Iran dastehen. Zwar nähern sich die Emirate Israel seit Jahren immer weiter an und auch Saudi-Arabien führte Gespräche über solch einen Schritt. Die meisten Bewohner der arabischen Welt sehen Israel und den Einfluss der USA laut Umfragen aber weiter extrem negativ und Israel als eine der größten Bedrohungen für die Region.

Haben die Emirate und Israel ihre Beziehungen nicht normalisiert?

Das haben sie, aber bis heute ist dieser 2020 verkündete Schritt für die emiratische Führung eine äußerst heikle Angelegenheit. So teilte das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor einigen Tagen mit, dass dieser im Lauf des Kriegs heimlich die VAE für ein Treffen mit dem emiratischen Präsidenten Mohammed bin Sajid besucht habe. Kurz darauf dementierten die Emirate diese Darstellung als "vollständig unbegründet". Netanjahu bleibt im arabischen Raum eine fast schon radioaktive Persönlichkeit.

Auch bei der Flugabwehr werden neue Details der Zusammenarbeit zwischen Israel und den Emiraten bekannt. Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, bestätigte kürzlich den Einsatz des israelischen Raketenabwehrsystems Iron Dome in dem arabischen Golfstaat.

Die Emirate stehen dem Iran kämpferischer gegenüber als der große Nachbar und Rivale Saudi-Arabien. Dieser ist seit einer diplomatischen Annäherung und auch im laufenden Krieg bemüht, die Kommunikation mit iranischen Regierungsvertretern aufrechtzuerhalten. Daran dürfte sich auch nach den Angriffen vorerst nichts ändern.

Bedeuten die Angriffe eine Wende der Golfstaaten?

Ja, denn direkte Luftangriffe der Emirate oder Saudi-Arabiens auf den großen Nachbarn am Persischen Golf wären vor Kriegsbeginn undenkbar gewesen. Sie haben den Iran und dessen wachsenden Einfluss in der Region - etwa in Syrien, im Libanon und im Jemen - zwar seit Jahrzehnten mit Sorge betrachtet. Es gibt aber auch wichtige wirtschaftliche Verflechtungen, die man trotz des schwierigen Verhältnisses erhalten will.

Mit den Angriffen sei auf vielfache Weise eine "Schwelle überschritten", sagt Dana Stroul, früher hohe US-Regierungsbeamtin für den Nahen Osten, dem "Wall Street Journal". Es sei ein "Wendepunkt" in der Frage, wie die Golfländer mit ihren Luftstreitkräften von Verteidigung auf Angriff gewechselt seien. Ziel dürfte aber gewesen sein, den Iran lediglich abzuschrecken und keine noch größere, direkte Konfrontation./jot/DP/mis

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.