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Tue May 26 14:58:57 CEST 2026
(neu: Titel, 2. Absatz und 3. Absatz aktualisiert.)
BEIRUT (dpa-AFX) - Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach libanesischen Angaben mehrere Menschen getötet worden.
Bei Angriffen auf den Ort Maschghara in der Bekaa-Ebene im Südosten des Landes am späten Montagabend wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums elf Menschen getötet. Darunter seien auch zwei minderjährige Mädchen und eine Frau gewesen. Außerdem seien 14 weitere Personen und ein Kind verletzt worden. Die Bergungsarbeiten dauerten weiter an. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte zuvor berichtet, dass zwölf Menschen bei dem Angriff getötet wurden.
Die israelische Armee teilte dazu mit, in dem Gebiet habe es mehrere Angriffe auf Infrastruktur der libanesischen Hisbollah-Miliz gegeben, dabei seien auch "Terroristen ausgeschaltet" worden. Insgesamt seien mehr als 100 Hisbollah-Ziele in der Bekaa-Ebene und anderen Orten im Süden des Landes angegriffen worden. Bei den Attacken in der Bekaa-Ebene seien "Terrorinfrastruktur-Stätten" getroffen worden, darunter ein Hisbollah-Waffenlager. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldete darüber hinaus, dass ein Sanitäter bei einem Angriff im Südlibanon getötet wurde. Zwei weitere Sanitäter des der Hisbollah nahestehenden Risala-Gesundheitsdienstes seien verletzt worden. Israels Armee teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen.
Das israelische Militär rief zudem am Mittag (Ortszeit) die Bewohner der Stadt Nabatija im Süden des Landes zur Flucht auf. In der Regel folgen auf solche Aufrufe Luftangriffe. Nabatija ist eine der wichtigsten Städte im Süden und wurde im Zuge des Kriegs bereits großflächig zerstört. Es ist das erste Mal, dass die israelische Armee spezifisch die Bewohner der gesamten Stadt Nabatija zur Evakuierung auffordert.
Weitere Angriffe auch im Süden des Landes
In der Nacht zum Dienstag und am Morgen kam es nach NNA-Angaben zudem zu weiteren Angriffen vor allem im Süden des Landes. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montagabend angekündigt, die Angriffe gegen die Hisbollah zu verstärken. Im Libanon wächst angesichts dessen die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Zahlreiche Bewohner aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut verließen in der Nacht aus Angst vor israelischen Angriffen ihre Häuser. Die Hisbollah hat in den Vororten eine starke Präsenz.
Bereits am Montag ist es nach einer Zählung der libanesischen Nachrichtenseite "L'Orient Today" zu einer starken Ausweitung der israelischen Angriffe gekommen. Israelische Kampfflugzeuge haben demnach 76 Luftangriffe auf 44 Ziele im Libanon verübt. Außerdem habe es 15 Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss auf 25 Orte gegeben, hieß es in dem Bericht.
Konflikt eng verknüpft mit Iran-Krieg
Im Zuge des Iran-Kriegs war es Anfang März auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah gekommen. Mitte April schlossen die israelische und die libanesische Regierung - die selbst keine Konfliktpartei ist - eine Waffenruhe. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Die Angriffe gehen seitdem von beiden Seiten weiter. Im Libanon wurden seit Anfang März fast 3.200 Tote gemeldet.
Beobachter befürchten, dass eine weitere Intensivierung der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon auch die aktuell laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende erschweren könnten. Teheran besteht darauf, dass das angepeilte Rahmenabkommen sowohl den Krieg mit den USA und Israel als auch den Konflikt Israels mit der Hisbollah umfassen müsse./arj/DP/men
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