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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax dreht ins Minus - Steigende Ölpreise

Tue Apr 21 18:17:54 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine moderate Aufwärtsbewegung nicht halten können und ist am Nachmittag ins Minus abgedriftet. Gründe für die Talfahrt waren steigende Ölpreise und Anleihenrenditen im Zusammenhang mit der Nahost-Krise. Händler verwiesen auf eine zunehmende Nervosität der Anleger vor möglichen weiteren Verhandlungen zwischen den USA und Iran angesichts der bald auslaufenden Waffenruhe.

Der Dax schloss 0,60 Prozent tiefer bei 24.270,87 Punkten. Am Vormittag hatte er noch um bis zu 0,8 Prozent zugelegt. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor letztlich 0,50 Prozent auf 31.347,93 Zähler.

Europaweit präsentierten sich die wichtigsten Börsen in noch schwächerer Verfassung. Der EuroStoxx büßte rund 0,9 Prozent ein. Die Leitindizes an den Handelsplätzen in Zürich und London verbuchten Verluste von jeweils mehr als einem Prozent. In New York zeigte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss rund 0,2 Prozent im Minus.

Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht US-Präsident Donald Trump sein Land in einer starken Verhandlungsposition. Das Land habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, sagte Trump dem Sender CNBC. Er rechne mit einem "großartigen Deal". In dem Gespräch bekräftigte Trump, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werden, wenn es ein "finales Abkommen" gebe.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, dass Streitkräfte vergangene Nacht einen Öltanker geentert haben, der zuvor von den Vereinigten Staaten wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden war. Die USA würden weltweit Maßnahmen ergreifen, "um illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe abzufangen, die dem Iran materielle Unterstützung leisten - wo auch immer sie operieren", hieß es.

Neben der politischen Großwetterlage wurden die Kurse einzelner Aktien auch durch unternehmensspezifische Einflüsse bewegt. So gewannen Salzgitter am Handelsende 3,1 Prozent. Der Stahlkonzern hatte nach einem starken ersten Quartal seine Ergebnisziele für 2026 angehoben. Die Entwicklung sei maßgeblich auf den Beitrag der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Neben dem operativ erwarteten Ergebnisanteil sei diese überwiegend durch hohe Bewertungseffekte aus Metallpreisen positiv beeinflusst worden.

Ermittler nahmen bei einer Tochterfirma der Deutschen Telekom und bei einem Bauunternehmen eine Razzia vor. In dem Ermittlungsverfahren gegen zehn Beschuldigte geht es um "Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall". Ein Telekom-Sprecher bestätigte, dass der Arbeitsplatz eines Mitarbeiters der Telekom Technik GmbH durchsucht worden sei. Die Telekom selbst habe den Fall zur Anzeige gebracht. Für die T-Aktie ging es um 2,6 Prozent nach unten.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät bei den Papieren von Allianz bei einem von 410 auf 450 Euro angehobenen Kursziel zum Kauf. Analyst Andrew Baker betonte die robuste Gewinnentwicklung des Versicherers. Die Allianz-Aktien legten als einer der stärksten Dax-Werte um 1,4 Prozent zu und bewegten sich damit in Richtung ihres Rekordhochs aus dem Jahr 2000.

Die Anteile von Beiersdorf fielen dagegen nach Umsatzzahlen um 3,5 Prozent. Der Konsumgüterkonzern habe die bereits gedämpften Erwartungen verfehlt, hieß es von der kanadischen Bank RBC mit Verweis auf das überraschend schwache Wachstum der Marke Nivea.

Die Papiere von Sartorius reagierten positiv auf die Quartalszahlen des US-Life-Science- und Diagnostikkonzerns Danaher . Die Papiere kletterten auf den höchsten Stand seit Ende Januar und gewannen letztlich 2,0 Prozent.

Redcare Pharmacy legten um 4,0 Prozent zu. Im Handel wurde zur Begründung auf die Diskussion über höhere Zuzahlungen von Patienten als Teil einer deutschen Kassenreform hingewiesen. Sollte diese politisch umgesetzt werden, dürften Patienten verstärkt auf preisgünstigere Alternativen zur klassischen Apotheke setzen, hieß es.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verkauft das Creator-Business in Nordamerika unter der Marke Studio71 US. Käufer sei Fixated LLC, teilte der Medienkonzern am Dienstag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Die Nachricht bewegte den Aktienkurs kaum. Das Papier schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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