Nachrichten Detail
Fri Sep 04 18:49:32 CEST 2026
(neu: Schlusskurse, weitere Analystenstimmen, Telefonkonferenz)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die überraschende Einigung auf ein Sparpaket bei Volkswagen hat die Aktien des kriselnden Autobauers am Freitag kräftig angeschoben. Zeitweise ging es für die VW-Vorzugsaktien an der Spitze im Dax um fast zehn Prozent nach oben. Letztlich stand ein Plus von 6,5 Prozent auf 81,30 Euro zu Buche. Im MDax legten die Papiere des VW-Großaktionärs Porsche SE vor dem Wochenende um 3,6 Prozent zu. Auch die Branchenkollegen BMW und Mercedes-Benz standen klar im Plus.
Nach viel Unsicherheit und wochenlangen Auseinandersetzungen hatte der VW-Aufsichtsrat dem Vorstand einhellig grünes Licht für sein Sparpaket gegeben. Die Gewerkschaft IG Metall und der Konzernbetriebsrat betonten, dass damit eine Eskalation verhindert worden sei. In den kommenden Jahren sollen nun unter anderem weitere 50.000 Stellen bei Volkswagen gestrichen werden, zudem stehen vier Werke auf der Kippe.
Das deutliche Kursplus hievte die VW-Aktie am Freitag auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Nach einer Erholung vom Vortagestief um gut 15 Prozent bis auf 83,76 Euro ließ der anfängliche Schwung zwar merklich nach. Dennoch schmolz das Minus seit dem Jahreswechsel auf gut ein Fünftel zusammen. Außerdem schaffte es die Aktie zurück über die 100-Tage-Durchschnittslinie, einen Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend. Anfang Juli war sie mit rund 69 Euro noch auf das tiefste Niveau seit 2010 abgerutscht.
Analyst Patrick Hummel von der Schweizer Großbank UBS bewertete die Einigung auf das Sparpaket als "ausdrücklich positiv". Das Management habe seine Ziele im Wesentlichen durchsetzen können. Gut sei auch, dass alles rascher vollzogen worden sei als erwartet. Mit den Maßnahmen sichere VW die Profitabilität gegen einen zunehmenden Umsatzdruck seitens chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt.
Auch JPMorgan-Experte Jose Asumendi lobte den Schritt, der die Wettbewerbsfähigkeit der Wolfsburger in einer Zeit massiver Umbrüche in der Autobranche stärke. Eine Telefonkonferenz am Freitagnachmittag habe das Vertrauen in die strategische Neuausrichtung weiter gestärkt. Aus Sicht von Analyst Tom Narayan von der kanadischen Investmentbank RBC müsse Volkswagen nach dem ermutigenden Signal und der positiven Überraschung nun jedoch auch in vielen Punkten abliefern, um die Ziele zu erreichen.
VW habe die unter Anlegern sehr verbreitete Ansicht widerlegt, dass ein massiver Konzernumbau nicht durchsetzbar sei, kommentierte Branchenexperte Tim Rokossa von Deutsche Bank Research. Der Analyst schrieb von einem "grundlegenden Durchbruch" mit einem weitaus besseren Ergebnis als befürchtet. Die Probleme würden nun zwar nicht über Nacht gelöst, aber das größte Anliegen werde jetzt angegangen.
Citigroup-Analyst Harald Hendrikse betonte ebenfalls, dass sich die Anlegerstimmung nicht über Nacht komplett drehen werde. Trotzdem zeige sich, dass die VW-Aktie "investierbar" bleibe. Der Realismus habe gesiegt. Das Management spiele seine strategischen Trümpfe aus, um den aktuellen Konjunktur- und Wettbewerbsbedingungen zu begegnen. Die Entscheidungen seien existenziell. Bernstein-Fachmann Stephen Reitman lobte besonders die geplanten Kürzungen bei Investitionen und Entwicklungskosten, die am Markt gut ankommen dürften.
Die Einigung auf den Sparplan beweise, dass VW trotz komplexer Führungsstrukturen einen Umbaum anstoßen und Hürden in der Belegschaft überspringen könne, stellte Analyst Horst Schneider von der US-Investmentbank Bank of America fest. Auch Daniel Schwarz vom Bankhaus Metzler verwies darauf, dass es dem Volkswagen-Management offenbar gelungen sei, sich gegen kritische Interessensgruppen weitgehend durchzusetzen.
Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies warf allerdings die Frage auf, ob das Drama bei Volkswagen wirklich beendet oder nur pausiert sei. Und Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte den Sparplan sogar als "Light-Version". Der Kompromiss sei zwar besser als die quälenden öffentlichen Diskussionen der vergangenen 24 Monate. Werksschließungen seien aber weder beschlossen noch ausgesetzt. In den nächsten Monaten müsse auch über Verbesserungen und Produktpläne gesprochen werden. Aus Sicht von Dudenhöffer dürfte eine bestimmte Entspannung einkehren, aber noch lange kein Frieden./niw/ag/stk/niw/stw
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
