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Thu Jun 18 18:17:03 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag keine einheitliche Richtung gefunden. Während die Standardwerte freundlich tendierten, ging es für die Papiere aus der zweiten und dritten Reihe mehrheitlich nach unten. Der Dax pendelte - wie schon an den Vortagen - um die runde Marke von 25.000 Punkten, konnte sie diesmal aber am Ende überwinden. Letztlich gewann der Leitindex 0,37 Prozent auf 25.026,80 Punkte. Dagegen fiel der MDax der mittelgroßen Werte um 0,58 Prozent auf 32.665,55 Zähler.
Auf europäischer Bühne legte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,4 Prozent zu. Außerhalb der Eurozone fiel der Londoner FTSE 100 vor allem aufgrund schwacher Öl- und Rohstoffwerte um 1,0 Prozent. Der Zürcher SMI sank um 0,4 Prozent. Für den New Yorker Dow Jones Industrial ging es zum europäischen Börsenschluss um 0,3 Prozent nach oben.
Erleichterung herrschte darüber, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet haben. Laut dem Vermittlerstaat Pakistan tritt es mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf der Kurzmitteilungsplattform X bekannt.
Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed die von US-Präsident Trump seit langem geforderte Zinssenkung nicht geliefert. Unter Führung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wurden am Markt eher Signale für höhere Zinsen aus den Begleitaussagen gelesen. Die New Yorker Börsen hatten daraufhin am Vorabend in ersten Reaktionen noch gelitten, steuerten aber nun am letzten Handelstag vor dem verlängerten US-Wochenende auf eine Stabilisierung zu.
Wie die Fed weiter vorgehen wird, ist unter Experten strittig. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung größer geworden, aber auch "nicht in Stein gemeißelt" ist. Experten der UBS gehen jedoch von einer längeren Phase des Stillstands aus. Sie bezeichneten die derzeit vorherrschende Meinung einer baldigen Zinserhöhung für überzogen.
Die Aktien von Siemens Energy setzten ihre jüngste Kurserholung um 4,7 Prozent fort. Neben der Fantasie, dass der Energietechnikkonzern ein Profiteur der KI-Bewegung ist, half den Aktien auch ein Bericht über Abspaltungspläne. Denn laut dem "Manager Magazin" könnte den Anlegern in Form einer möglichen Abspaltung des Geschäfts mit Kompressoren und Dampfturbinen ein weiteres Zuckerbrot winken.
Außerdem waren die Aktien von Halbleiterherstellern gefragt, was sich beim Dax-Spitzenreiter Infineon mit einem Anstieg um 6,4 Prozent zeigte. Am Markt wurde auf positive Nachrichten zum US-Branchenriesen Intel und eine angehobene Prognose des niederländischen Chipkonzerns BE Semiconductor verwiesen.
Klare Gewinne gab es bei den beiden Dax-Werten aus der Flugzeugindustrie. Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Kepler Cheuvreux hievte die Airbus-Aktien um 2,6 Prozent in die Gewinnzone. In der Folge davon verbuchten die Titel des Triebwerkbauers MTU einen Kursaufschlag von 3,3 Prozent.
Unter Druck standen dagegen Dax-Werte aus den Branchen Automobil, Software und Chemie. Bei den Aktien der deutschen Autobauer wirkte die jüngste Gewinnwarnung von BMW immer noch nach, wie Abschläge von bis zu 4,6 Prozent bei Mercedes-Benz , Volkswagen und dem Sportwagenbauer Porsche AG zeigten.
Die Aktien von SAP setzten ihren Abwärtstrend seit Anfang Juni mit einem Rückgang auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren fort und fielen letztlich um 4,5 Prozent. Marktkenner verwiesen auf einen enttäuschenden Umsatzausblick von Accenture . Die Papiere der Unternehmensberatung brachen im US-Handel um 15 Prozent ein. Accenture gilt als ein großer Verkäufer von SAP-Software.
Im europäischen Chemiebereich nahmen die Anleger derzeit wieder Gewinne mit nach einer Sonderkonjunktur, die die Branche zeitweise im Nahost-Krieg erlebt hatte. Relativ deutlich zeigte sich dies bei BASF , Brenntag und Evonik , die um bis zu 3,2 Prozent an Wert verloren.
Die Anteilsscheine von Douglas fielen nach einem erneut gekappten Ausblick der Parfümeriekette auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im März 2024 und schlossen 6,4 Prozent im Minus. Für das Geschäftsjahr 2025/26 (Ende September) rechnet Douglas mit weniger Umsatz und einer geringeren Profitabilität als bislang. Grund dafür sei eine bisher schwächer als erwartet ausgefallene Entwicklung im dritten Geschäftsquartal, hieß es./edh/men
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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