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Tue Aug 18 09:18:37 CEST 2026
WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Aufwärtstrend im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Deutschland verstetigt sich. Auch im Juni stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Neubau sowie Umbau von Wohnraum im Vergleich zum Vorjahresmonat prozentual zweistellig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Für die ersten sechs Monate insgesamt ergab sich mit 15,1 Prozent Plus auf 126.300 Einheiten der stärkste Anstieg für ein erstes Halbjahr seit dem ersten Halbjahr 2016. Allerdings war der Vorjahreszeitraum 2025 auch vergleichsweise schwach. Den höchsten Wert für den Zeitraum Januar bis Juni verzeichnen die Wiesbadener Statistiker in ihrer Zeitreihe für das erste Halbjahr 2021 mit fast 190.000 Baugenehmigungen für Wohnungen.
Die Zahl der Baugenehmigungen bewege sich trotz des Anstiegs "noch immer auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2011", ordnete der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ein. "Auch die Auftragseingänge bleiben fragil, was zeigt, dass immer noch wenig gebaut wird."
Neubauten dominieren
Im Juni des laufenden Jahres genehmigten die Behörden 21.600 Wohnungen in Neubauten und Bestandsgebäuden und damit 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mehr als 80 Prozent davon ist Wohnraum, der in neuen Gebäuden entstehen soll.
Ähnlich ist das Verhältnis im ersten Halbjahr, in dem die Neubauten mit 103.100 Einheiten ebenfalls deutlich überwiegen: 24.000 Einfamilienhäuser (plus 12,7 Prozent), 7.700 Zweifamilienhäuser (plus 27,3 Prozent), 67.000 Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 16,9 Prozent), 4.400 Wohnungen in Wohnheimen (plus 0,9 Prozent).
Zündet der "Bau-Turbo"?
Schätzungen zufolge fehlen etwa eine Million Wohnungen in Deutschland. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Im vergangenen Jahr waren in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt worden wie seit dem Jahr 2012 nicht: 206.600 fertige Einheiten bedeuteten einen Rückgang um 18 Prozent zum Vorjahr. Die Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat zudem Förderprogramme für energieeffizientes Bauen reaktiviert.
Der "Bau-Turbo" nehme Fahrt auf, stellte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) fest. "Zugleich sage ich klar: Wir kommen von einem niedrigen Niveau, und wir sind noch längst nicht dort, wo dieses Land beim Wohnungsbau stehen muss."
Baukosten könnten steigen
Dass die Zahl der Baugenehmigungen steigt, ist positiv: Was nicht genehmigt wird, wird später nicht gebaut. Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein und anderen Flüssen könnte jedoch die Baukosten nach oben treiben: Da Transportschiffe deutlich weniger laden können, verzögern sich Lieferungen für die Baubranche, während die ohnehin hohen Materialpreise nochmals Auftrieb bekommen./ben/DP/mis
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