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ROUNDUP 2: Hensoldt verdoppelt Aufträge - Zahlen etwas besser als erwartet

Fri Jul 31 08:29:24 CEST 2026

(neu: Kurs und Details)

TAUFKIRCHEN (dpa-AFX) - Die Aufrüstung der Nato-Staaten beschert Hensoldt eine hohe Nachfrage. "Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben konkretisieren sich nun in unserem Auftragsbuch", sagte Firmenchef Oliver Dörre am Freitag zur Vorlage von Geschäftszahlen in Taufkirchen. In den ersten sechs Monaten verdoppelte der Rüstungselektronikkonzern seinen Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,8 Milliarden Euro. Die im MDax notierte Aktie legte vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 2,4 Prozent auf knapp 86 Euro zu.

Damit könnte das Papier seine jüngste Erholung fortsetzen. Die seit September 2020 an der Börse notierte Aktie war im Juni im Zuge einer Sektorschwäche bis auf rund 64 Euro zurückgefallen, konnte sich aber schon in den vergangenen Wochen wieder etwas davon erholen. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Kurs um knapp 15 Prozent zu. Mit dem aktuellen Niveau liegt das Papier aber immer noch rund ein Viertel unter dem Rekordhoch von fast 118 Euro aus dem Herbst.

Hensoldt war im Zuge der Rally von Rüstungsaktien infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine kräftig gestiegen. Der Emissionspreis im Herbst 2020 hatte gerade mal bei 12 Euro gelegen. Hensoldt wird an der Börse derzeit mit rund zehn Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen hat mit dem Bund und dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo , die jeweils etwas mehr als 25 Prozent halten, zwei Großaktionäre.

Insgesamt sitzt Hensoldt auf Bestellungen im Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge betrug 11,8 nach 11,3 Prozent ein Jahr zuvor.

Alles in allem hatten Analysten etwas weniger erwartet. Obwohl der bereinigte freie Barmittelzufluss laut Hensoldt zu diesem Zeitpunkt des Jahres typischerweise auf dem tiefsten Stand ist, verbesserte er sich dank Anzahlungen von minus 181 Millionen auf minus 136 Millionen Euro.

Hensoldt konnte unter anderem mit Vertragserweiterungen für Eurofighter-Mk1-Radare sowie Großaufträgen zur Ausstattung der Panzermodelle Puma und Schakal punkten. Neben Bestellungen der Bundeswehr waren auch Orders aus anderen europäischen Staaten ein Treiber. Besonders das Optronik-Segment entwickelte sich stark, aber auch die Geschäfte mit Sensoren liefen gut.

An den Jahreszielen hält Hensoldt in der Folge fest. So soll der Umsatz etwa 2,75 Milliarden Euro erreichen, die bereinigte operative Marge dürfte zwischen 18,5 und 19 Prozent liegen. Im Restjahr werde die Marge also spürbar ansteigen, da sich Auslieferungen und Abnahmen auf das zweite Halbjahr und insbesondere das vierte Quartal konzentrieren, hieß es weiter./niw/mis/zb/niw/jha/

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