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Fri Oct 30 18:19:36 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Höhere Ölpreise sowie schwache Vorgaben von den Börsen in den USA und Asien haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag einen Dämpfer verpasst. Belastet wurde der Markt vor allem von einer allgemeinen Schwäche des Technologiesektors, nachdem US-Schwergewichte wie Amazon und Intel mit ihren Quartalszahlen und Ausblicken enttäuscht hatten. Aktuelle Inflationsdaten aus Deutschland hatten kaum Einfluss auf die Kurse.
Der Dax schloss 0,85 Prozent im Minus bei 25.818,21 Punkten, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit Anfang September erreicht und am Ende ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnet hatte. Damit ergibt sich für den deutschen Leitindex ein Wochengewinn von 2,5 Prozent. Für den Monat Oktober steht ein Aufschlag von gleichfalls 2,5 Prozent zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel am Freitag um 1,06 Prozent auf 30.472,32 Zähler.
Die Ölpreise stiegen angesichts wachsender Sorgen über einen möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran auf den höchsten Stand seit April. Seit Längerem wird über mögliche neue Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen spekuliert, die am kommenden Dienstag stattfinden.
Die Verbraucherpreise hierzulande lagen im Oktober um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 3,3 Prozent im September. Volkswirte hatten mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent gerechnet. "Dass die Inflation unter die Marke von 3 Prozent fällt, liegt vor allem am Tankrabatt", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh.
Die aktuelle Tech-Schwäche nach der jüngsten Stabilisierung erfasste Papiere von Unternehmen aus der Halbleiterbranche und deren Umfeld: Jenoptik , Elmos , Suss Microtec und Siltronic verloren im MDax bis zu 7,5 Prozent. Im Dax büßten die Anteilsscheine von Infineon 6,4 Prozent und die von Siemens Energy als Profiteur des Baus von KI-Rechenzentren am Index-Ende 6,9 Prozent ein.
Ein positives Urteil in einem Glyphosat-Prozess trieb die Aktien von Bayer an der Dax-Spitze um weitere 5,5 Prozent nach oben. Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hatte zugunsten des Pharma- und Agrarchemie-Konzerns geurteilt. Jefferies-Analyst Michael Leuchten sprach von einem ermutigenden Gerichtserfolg.
Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen das Übernahmebegehren des größeren Wettbewerbers BASF . Nach Prüfung sei entschieden worden, nicht in Verhandlungen einzutreten, teilte Evonik mit. Der Vorstand sei aber bereit zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF, in dem beide Seiten ihre Positionen erläutern könnten. Die Evonik-Papiere und die BASF-Titel legten jeweils etwas zu,
Puma verbuchte im dritten Quartal einen geringeren Verlust als im Vorjahr. Die Anteilsscheine des Sportartikelherstellers standen mit einem Kursplus von 5,6 Prozent an der MDax-Spitze.
Die Papiere von Alzchem brachen um 7,7 Prozent ein. Analyst Gerhard Orgonas von der Berenberg Bank rechnet damit, dass die durchschnittlichen Marktschätzungen für das operative Ergebnis des Spezialchemiekonzerns nach unten korrigiert werden.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,22 Prozent auf 6.131,31 Punkte. Der Züricher SMI hingegen legte moderat zu und profitierte von den Gewinnen der defensiven Schwergewichte. Der Londoner FTSE 100 bewegte sich kaum vom Fleck. In New York fiel der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,9 Prozent./la/zb
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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