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Mon Sep 14 12:21:38 CEST 2026
(Neu: Kurse aktualisiert, Ölpreise, mehr Stimmen, Software-Gegenbewegung.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Befürchtungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) belasten am Montag weltweit die Werte mit eingepreister Branchenfantasie. Aufkommende Forderungen nach einer Regulierung der Technologie wirkten sich bereits in Asien aus, wo vor allem die Börse in Seoul mit den Aktien von SK Hynix und Samsung unter daraus resultierenden Wachstumssorgen litt. Die Sorgen schwappten nach Europa und in den vorbörslichen US-Handel über. Aus Sorge um Öllieferungen aus Saudi-Arabien litten die Aktienmärkte am Montag zudem unter den wieder gestiegenen Ölpreisen.
Aus dem Dax wurden die Titel der KI-Profiteure Siemens Energy und Hochtief bis zu sieben Prozent tiefer gehandelt, während die Papiere von Infineon sogar mehr als acht Prozent einbüßten. Dies führte bei den Aktien zu Tiefstständen seit April oder im Falle von Siemens Energy sogar seit Januar. Die Infineon-Titel sendeten charttechnisch ein schlechtes Signal mit einem Test der 200-Tage-Linie, die als langfristiger Trendindikator gilt. Die anderen beiden Werte standen zuletzt schon unter diesen Linien.
Am breiteren Markt erwischte es die Aktien von Chip-Branchenausrüstern wie Aixtron , Suss Microtec und Jenoptik sowie des Waferherstellers Siltronic mit Abgaben von bis zu 10,0 Prozent ebenfalls sehr deutlich. In den USA steuern die Papiere von Halbleiterkonzernen wie Nvidia , Micron , Intel oder Marvell auf Kursverluste im Größenbereich von drei bis sieben Prozent zu.
Nach dem Schock eigenständiger KI-Hacking-Attacken sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, fürchtet Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.
Amodei bekam mit dieser Meinung prominente Rückendeckung, etwa von Tesla - und SpaceX -Chef Elon Musk sowie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman. Dieser erteilte zudem einem schnellen Börsengang seines Unternehmens eine Absage - der werde im laufenden Jahr wohl wegen der vorhandenen Sicherheitsbedenken nicht mehr stattfinden. US-Präsident Donald Trump spielte die Bedenken allerdings herunter und in China wurden sie als "Angstmache" abgetan.
"Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte", kommentierten die Experten der LBBW. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Infrastruktur bleibe hoch, doch gerade wegen ihrer Bewertung seien Technologiewerte anfällig für Zweifel an den gewaltigen Investitionssummen.
Einem Börsianer zufolge ist die Debatte aber differenzierter, als es die Kursverluste suggerieren. Für die Technologie ergebe sich ein neues politisches Risiko. Er sieht in der Debatte den Startschuss für die Absteckung eines Regelwerks für KI-Sicherheit und Haftung. Der Kernvorschlag beinhalte unabhängige Modellbewertungen durch Dritte, aber keinen Vorstoß, um die Ausgaben abrupt zu stoppen.
Laut den Index-Radar-Experten hatte der KI-Forscher Jacob Coxon zuletzt schon vor den Gefahren einer unkontrollierten Superintelligenz gewarnt. "Teilweise erscheint uns der Wirbel um die Sicherheitsbedenken etwas inszeniert, um die Kurse unter Druck zu setzen", glauben sie. Allerdings bewege sich der Boom mit seinen eingepreisten Wachstumsfantasien auf einem schmalen Grat. Sollten Modelle und Agenten außer Kontrolle geraten, dürfte das Thema Regulierung sicherlich auf die Agenda kommen.
Experte Timothy Arcuri von der UBS sprach von einem "neuen, erheblichen Risikofaktor", der in der Chipbranche die Aussichten trübe. Er glaubt zwar nicht an das Argument, dass es zu einer massiven, fundamentalen Verlangsamung der Bewegung kommen wird. Führende KI-Labore hätten schließlich erst kürzlich weitreichende neue Infrastruktur-Investitionen auf den Weg gebracht. Um die Erwartungen zu erfüllen, müsse man aber "von einem ausgesprochen positiven Szenario für den Infrastrukturausbau ausgehen".
Was die KI-Werte belastete, wurde am Montag umgekehrt zu einer Entlastung für Software-Werte, die in der ersten Jahreshälfte 2026 stark unter der Sorge gelitten hatten, dass KI ihre Geschäftspotenziale gefährden könnte. SAP -Anteilsscheine waren mit einem Anstieg von 3,7 Prozent der Spitzenreiter im Dax, genauso wie Nemetschek und Teamviewer in der zweiten und dritten deutschen Börsenliga./tih/edh/men
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