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Thu Jun 18 12:17:44 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat es auch am Donnerstag nicht dauerhaft über die Marke von 25.000 Punkte geschafft. Hilfreich war die Unterzeichnung des Abkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Krieges, doch die Aussicht auf eine Zinserhöhung in den USA brachte eine dämpfte die Stimmung. Der zwischenzeitliche Anstieg bis auf 25.059 Punkte bedeutete schon den dritten vergeblichen Versuch in dieser Woche, die Tausendermarke hinter sich zu lassen.
Gegen Mittag stand der Leitindex zwar noch mit 0,1 Prozent im Plus, dies reichte dann aber nur für einen Anstieg auf 24.949 Punkte. Er blieb damit auch auf Abstand zur Bestmarke von 25.507 Punkten - anders als der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx , der seine Rekordjagd fortsetzte. In der zweiten deutschen Börsenreihe geriet der MDax mit 0,7 Prozent auf 32.631 Zähler unter Druck.
Erleichterung herrschte darüber, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet haben. Laut dem Vermittlerstaat Pakistan tritt es mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf der Kurzmitteilungsplattform X bekannt.
Die US-Notenbank Fed hat derweil die von US-Präsident Donald Trump seit langem geforderte Zinssenkung nicht geliefert. Unter Führung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wurden am Markt eher Signale für höhere Zinsen gelesen. Die New Yorker Börsen hatten daraufhin am Vorabend in ersten Reaktionen noch gelitten, steuern nun aber am letzten Handelstag vor einem verlängerten US-Wochenende auf eine Stabilisierung zu.
"Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung ist in Anbetracht der Projektionen und des Wortlauts während der Pressekonferenz wahrscheinlicher geworden, allerdings ist diese auch nicht in Stein gemeißelt", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank. Experten der UBS begegnen dem aber mit der Erwartung einer längeren Phase des Stillstands. Sie bezeichneten die derzeit vorherrschende Meinung einer baldigen Zinserhöhung für überzogen.
Aktien von Halbleiterherstellern waren gefragt, was sich in Frankfurt bei Infineon mit einem Anstieg um 3,5 Prozent zeigte. Am Markt wurde als Stütze auf Nachrichten zum US-Branchenriesen Intel und eine angehobene Prognose des niederländischen Chipkonzerns BE Semiconductor verwiesen. Infineon auf den Fersen waren die Airbus -Aktien mit einem Anstieg um 2,5 Prozent nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses Kepler Cheuvreux.
Unter Druck standen dagegen vor allem zwei Branchen: Automobile und Chemie. Bei den Aktien der deutschen Autobauer wirkte die jüngste Gewinnwarnung von BMW immer noch nach, wie Abschläge von bis zu vier Prozent bei BMW, Mercedes-Benz , Volkswagen und dem Sportwagenbauer Porsche zeigen.
Im Chemiebereich kam der europäische Sektorindex um 1,2 Prozent zurück von seinem Jahreshoch, dem der Stoxx Europe 600 Chemicals vor einigen Tagen noch nahe gestanden hatte. Gleichauf mit BASF fielen auch die Evonik -Aktien um mehr als drei Prozent. Der Spezialchemiekonzern kündigte einen weiteren Stellenabbau an.
Im SDax sorgten neue Mittelfristziele bei Tonies zunächst für ein Mehrjahreshoch. Der auf Musikboxen spezialisierte Spielwarenhersteller will seinen Umsatz bis 2030 verdoppeln. Dies trieb den Kurs zeitweise über die 13-Euro-Marke, dann aber setzten Gewinnmitnahmen ein. Mit 12,46 Euro blieb ein Plus von weniger als einem Prozent übrig./tih/jha/
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