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Wed Jul 08 11:55:55 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendete Waffenstillstand mit dem Iran hat am Mittwoch den Dax unter Druck gebracht. Nachdem die Rekordjagd bereits am Montag mit dem Test der 25.900er Marke abgebrochen wurde, ging es nun wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten.
Zur Mittagszeit büßte der deutsche Leitindex 2,3 Prozent auf 24.880 Punkte ein. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax , sank zugleich um 2,9 Prozent auf 31.687 Zähler.
"Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden", kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. "Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rückt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten."
Auslöser ist, dass US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand mit dem Iran als aus seiner Sicht für beendet erklärte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen daraufhin kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinsreaktionen der Notenbanken wieder präsent sind.
Noch am Montag hatte der Dax mit einem Test der 25.900-Punkte-Marke seinen dreitägigen Rekordlauf gekrönt. Dann hatten Gewinnmitnahmen eingesetzt - insbesondere im KI-Bereich. Und auch diese sind noch nicht abgehakt. So sackte der südkoreanische Kospi , zuletzt Sinnbild der KI-Rally, um etwas mehr als 5 Prozent ab und ist zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder aufgenommen.
Die steigenden Ölpreise weckten frische Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher an diesem Morgen einen schweren Stand. Vonovia sackten als eines der Schlusslichter im Dax um 3,1 Prozent ab, und im MDax verloren TAG Immobilien , LEG oder auch Aroundtown zwischen 5,3 und 6,4 Prozent.
Auch Talanx zeigten sich im MDax mit minus 5,1 Prozent auf 109,90 Euro sehr schwach. Eine Aktienplatzierung durch den Anteilseigner Meiji Yasuda Life belastete. Dieser hatte seine 4,3 Millionen Aktien für 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem Schlusskurs von 115,80 Euro angeboten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend berichtet hatte. Laut einem Händler betrug der Platzierungspreis am Ende 110,70 Euro je Aktie.
Gefragt waren unterdessen Aktien aus dem Energiesektor. Besonders Eon legten mit plus 1,3 Prozent zu. Goldman-Analyst Alberto Gandolfi sieht das Reformpaket der deutschen Regierung positiv für Eon. Energienetze spielten eine zentrale Rolle, was für steigende Investitionen in diesen Bereich spricht. Eon erziele hier die Hälfte seiner Gewinne, schrieb er.
Grenke gaben im Kleinwerte-Index SDax um 3,3 Prozent nach. Die Ratingagentur S&P hatte zuvor den Ausblick für den Leasingspezialisten von "stable" auf "negative" gesenkt. Die Kreditwürdigkeit wurde zugleich mit "BBB" bestätigt.
Bei Lufthansa setzten sich die Gewinnmitnahmen mit einem Abschlag von 5,2 Prozent fort. Eine Abstufung durch die Citigroup auf "Sell" belastete. Die Bewertung der Aktie der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter bläst. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es. Hinzu kam der Ölpreisanstieg als Belastung.
Dank einer Kaufempfehlung legte derweil die Basler-Aktie zu. Mit plus 6,1 Prozent machten sie einen Teil ihrer zu Wochenbeginn erlittenen Verluste wett. Da die anstehenden Quartalszahlen des auf Digitalkameras und weitere Produkte für maschinelles Sehen spezialisierten Unternehmens stark ausfallen sollten, biete der Kursrückgang seit den Hochs im Juni eine gute Kaufgelegenheit, begründete Malte Schaumann von Warburg Research seine Neubewertung./ck/mis
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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