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Mon Mar 30 15:18:14 CEST 2026
WASHINGTON/TEHERAN/TEL AVIV (dpa-AFX) - In der fünften Kriegswoche hält der militärische Schlagabtausch im Nahen Osten an. Ein schneller diplomatischer Durchbruch zur Beendigung des Konflikts zeichnet sich bislang nicht ab. Stattdessen droht im Iran eine US-Bodenoffensive. Deren Ziele könnte nach Medienberichten sein, das hochangereicherte iranische Uran zu bergen und die Kontrolle über Irans Öl zu übernehmen. US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit massiven Angriffen, falls es keine rasche Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Straße von Hormus gibt.
Zugleich schrieb Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social, die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer NEUEN UND VERNÜNFTIGEREN REGIERUNG", um die Militäroperation zu beenden. Es seien "große Fortschritte erzielt" worden. Sollte es jedoch keine Einigung geben und die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden, "werden wir unseren netten 'Aufenthalt' im Iran abschließen, indem wir alle ihre Stromkraftwerke, Ölquellen und die Insel Charg (sowie möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) sprengen und vollständig auslöschen", schrieb der US-Präsident.
Trump hat dem Iran vergangene Woche eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren - andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 2.00 Uhr nachts deutscher Zeit ab.
Israel liegt weiter unter Beschuss
Der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz feuerten am Vormittag erneut Raketen auf den Norden Israels ab. Nach Medienberichten brach infolge der Angriffe in Israels größter Ölraffinerie in Haifa ein Brand aus. Der Iran bestätigte am Vormittag Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Zuvor hatte es auch mehrfach Raketenalarm im Süden Israels gegeben. Berichte über Opfer gab es dabei zunächst nicht.
Israels Armee teilte am Vormittag mit, die Luftwaffe habe in den vergangenen zwei Tagen in Irans Hauptstadt Teheran rund 40 Anlagen für die Herstellung, Forschung und Entwicklung von Waffen angegriffen. Das israelische Militär werde die Rüstungsindustrie der iranischen Führung weiter schwächen, hieß es weiter. Kurz zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, das US-Militär habe "viele seit langem verfolgte Ziele" im Iran angegriffen und zerstört.
Bericht: Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen
Trump prüft nach einem Bericht des "Wall Street Journal" unterdessen, wie gefährlich im Iran ein Militäreinsatz zur Bergung von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran für US-Bodentruppen wäre. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen. Trump stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen - nämlich den Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.
Bevor Israel und die USA bereits im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran geflogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardiert hatten, verfügte das Land nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Für den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent nötig.
Uran in unterirdischen Tunneln vermutet
Nach Einschätzung von IAEA-Chef Rafael Grossi dürfte sich das hochangereicherte Uran hauptsächlich in unterirdischen Tunneln und Lagerstätten in den Atomanlagen Isfahan und Natans befinden, die beide von den USA und Israel im vergangenen Juni bombardiert worden waren.
Ziel einer US-Bodenoffensive könnte außerdem eine Einnahme der iranischen Ölförderung sein, denn Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen", sagte der Republikaner in einem Interview mit der britischen Zeitung "Financial Times" (FT). Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden.
Trump: Haben viele Optionen
Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für die Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtete die Zeitung. Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen", wurde Trump von der FT zitiert.
Die Verlegung weiterer US-Soldaten in den Nahen Osten wird zugleich als Drohgebärde der US-Regierung gesehen, die Teheran am Verhandlungstisch zur Öffnung der für den weltweiten Öltransport wichtigen Straße von Hormus zwingen soll. Angesichts der weitgehenden Blockade der Meerenge stiegen die Ölpreise zum Start in die fünfte Handelswoche nach Beginn des Iran-Kriegs wieder an. Der Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt./evs/DP/stw
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