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Tue Jun 23 09:49:09 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Dienstag wieder unter die Marke von 25.000 Punkten gesackt. Der deutsche Leitindex setzte seinen Schlingerkurs um die Tausendermarke fort, nachdem an den Asien-Börsen eine Korrektur vor allem bei Technologiewerten eingesetzt hatte. Nach etwas mehr als einer halben Handelsstunde büßte der Dax 1,3 Prozent auf 24.822 Punkte ein. Der MDax verlor außerdem 1,6 Prozent auf 32.055 Zähler.
Über die Börsen in Japan und Südkorea schwappte nach ihrem jüngsten Rekordlauf eine Welle an Gewinnmitnahmen. Diese war so heftig, dass der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde. Dies nahm dann auch dem Dax den Rückenwind aus den Segeln, nachdem er zum Wochenstart mit 25.176 Punkten noch ein Hoch seit Anfang Juni erreicht und sich seiner Bestmarke vom Januar bis auf 330 Punkte genähert hatte.
Von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gab es am Dienstag kein Störfeuer. Die Gespräche über ein Rahmenabkommen zur endgültigen Beendigung des Kriegs gehen momentan auf technischer Ebene weiter, wie US-Vizepräsident JD Vance bestätigte. Nach seinen Angaben will der Iran auch wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen.
"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX , dessen Kurs am Vorabend in New York um 16 Prozent einbrach und fast wieder das Niveau zum Börsenstart erreichte.
Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten am Morgen der Entwicklung in Asien. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy mit vier Prozent Minus. Aus dem Chipsegment büßten Infineon von ihrem 26-Jahreshoch auch etwa vier Prozent an Wert ein. Für die Titel der Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron und PVA Tepla ging es zwischen vier und zehn Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron . "Die Zahlen des Chipherstellers dürften zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der Consorsbank-Experte. Angesichts einer Vervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte rückte RWE in den Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Dafür erforderlich wird eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. 74,4 Millionen Aktien wurden zum Stückpreis von 54 Euro platziert, was ein Abschlag von fast drei Prozent zum Vortagsniveau bedeutet. Dem näherte sich der Kurs mit einem Abschlag von 1,9 Prozent.
Wegen einer Finanzierungsmaßnahme fielen außerdem die Vonovia-Aktien mit einem zwei Prozent großen Abschlag auf. Der Wohnimmobilien-Konzern kündigte die Ausgabe von Wandelanleihen an. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihen später in Aktien gewandelt werden.
Ein kleines Plus von 0,1 Prozent konnten in dem eingetrübten Umfeld die Aktien von Brenntag verteidigen. Der Chemikalienhändler hat nach einem starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Markterwartung für das operative Ergebnis im zweiten Quartal sei deutlich übertroffen worden, schrieb Marcus Dunford-Castro vom Analysehaus Jefferies.
Im MDax hoben sich die DWS-Titel mit zwei Prozent Plus positiv ab. Der Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane BNP stufte die Aktien am Dienstag auf "Outperform" hoch. Die Geschäftsdynamik des Vermögensverwalters habe stark angezogen und der Quartalsbericht dürfte kräftig Auftrieb geben. Mit seinem neuen Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen Kursrekord von 65,80 Euro./tih/stk
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