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ROUNDUP 2: Mercedes im Pkw-Geschäft nach Einbruch vorsichtig - Kurs unter Druck

Thu Feb 12 13:25:57 CET 2026

(neu: Kurs, Analysten, Aussagen Management aus Pressekonferenz.)

SINDELFINGEN/STUTTGART (dpa-AFX) - Mercedes-Benz hat sich für 2026 vorsichtige Ziele in seiner wichtigsten Sparte mit dem Pkw-Bau gesetzt. Zurückhaltend zeigt sich der Autobauer vor allem mit Blick auf das Geschäft im Riesenmarkt China. In der Volksrepublik geraten die Schwaben immer stärker unter Druck - zum einen wegen der Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, aber auch wegen der erstarkenden Konkurrenz im bisher sicher geglaubten Terrain mit höherwertigen Autos. Eine Modelloffensive soll dem Dax-Konzern zurück in die Spur helfen. Anleger zeigten sich angesichts der Aussichten der Pkw-Sparte in China jedoch ernüchtert, die Aktie fiel deutlich.

Das Papier fiel am Donnerstag zum Start um fast sechs Prozent auf ein Tief seit Ende Oktober, machte dann aber Boden gut. Zuletzt betrug das Minus noch 2,7 Prozent auf 56,37 Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe die Markterwartungen deutlich verfehlt, kommentierte Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research. Das obere Ende der Margen-Zielspanne im Pkw-Geschäft liege mit 5 Prozent unter dem Konsens, ergänzte er. Philippe Houchois von Jefferies schrieb, immerhin sehe der Ausblick auf den Finanzmittelzufluss ermutigend aus.

Konzernchef Ola Källenius will in den kommenden Jahren wieder den Weg zurück zu Wachstum finden. Mittelfristig soll der Absatz dank 40 neuer Modelle wieder rund zwei Millionen Autos erreichen. Das wären etwa 200.000 mehr als 2025. Der Manager sprach von der größten Modelloffensive im Konzern bisher.

Zu den Plänen gehört auch ein Nachfolger für die 2027 auslaufende A-Klasse, die im Einstiegssegment auf dem europäischen Markt wieder Schub geben soll. Darüber hinaus will Källenius vor allem mit Fahrassistenzfunktionen mithilfe von KI bei den Kunden punkten. Der Fokus liegt auch weiter auf den besonders teuren und damit margenträchtigen Modellen - hier soll der Absatz mittelfristig um 15 Prozent auf über 300.000 Fahrzeuge anziehen.

Zunächst aber steht den Schwaben ein weiteres Jahr des Übergangs bevor. So dürfte die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern im Pkw-Geschäft in diesem Jahr bei 3 bis 5 Prozent landen und damit nur im besten Fall auf Vorjahresniveau. Der Dax -Konzern hatten bereits angekündigt, erst 2027 wieder eine zweistellige Marge in Angriff zu nehmen. Analysten hatten für 2026 einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel, 2025 war die Marge um gut 3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent abgerutscht.

Källenius sprach bei der Vorstellung der Zahlen in Sindelfingen von Vorsicht auf dem chinesischen Markt - dort dürfte der Absatz 2026 erneut sinken. Auch im vergangenen Jahr hatte Mercedes dort einen empfindlichen Dämpfer einstecken müssen. Zudem werden im gesamten Jahr erhöhte Zölle anfallen - unter anderem beim Export in die USA, aber auch aus den Vereinigten Staaten heraus nach China. Damit dürfte die diesjährige Belastung noch über dem Vorjahreswert von rund einer Milliarde Euro liegen, wie Finanzchef Harald Wilhelm erklärte.

Im Massengeschäft mit Elektroautos spielen die deutschen Autobauer in China bisher kaum eine Rolle, weil die Chinesen preislich deutlich günstiger sind. Die elektrischen Varianten vom Kompaktwagen CLA und der E-Klasse sollen nun Erleichterung bringen und dürften zu einem Prüfstein für das weitere Abschneiden von Mercedes in China werden. Auch die erneuerte S-Klasse als Flaggschiff soll in China endlich wieder mehr Anklang finden.

Insgesamt dürfte der Umsatz des Konzerns 2026 bei einem geplanten Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau stabil bleiben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dürfte hingegen deutlich steigen. Zum einen kommen Einsparungen aus dem Stellenabbauprogramm zum Tragen, zum anderen wiederholen sich die Einmalkosten dafür nicht in der Höhe des Vorjahres. Für den Jobabbau - für den Mercedes keine konkrete Stellenanzahl als Ziel nennt - stellte der Autobauer 2025 rund 1,6 Milliarden Euro zurück.

Auszahlungen für Aufhebungsverträge werden allerdings den freien Mittelzufluss im Industriegeschäft - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - belasten. Dieser soll noch einmal leicht fallen, aber bei mehr als 4 Milliarden Euro liegen. Bereits im vergangenen Jahr sackte die für Anleger wichtige Kennzahl spürbar von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab.

2025 haben die Schwaben vor allem wegen der US-Zölle und der schwachen Geschäfte in China spürbar weniger erwirtschaftet. Um Sondereffekte bereinigt sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Den Stuttgartern machte dabei auch der schwache Dollar zu schaffen, Wechselkurse kosteten allein in der Pkw-Sparte 1,5 Milliarden Euro. Weil auch der durchschnittliche Verkaufspreis von 71.000 auf 68.100 Euro je Auto sank, sackte die bereinigte operative Marge in der Sparte um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Mercedes muss mittlerweile im harten Wettbewerb erhöhte Rabatte geben, setzt aber darauf, dass diese sich stabilisieren und die Verkaufspreise mittelfristig wieder zulegen.

Bei einem um gut 9 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro gesunkenen Gesamtumsatz fiel das Konzernergebnis 2025 um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken.

Die finanziellen Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen und seien getragen "von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität", sagte Källenius.

Das Unternehmen hatte bereits vor einem Jahr auf die angespannte Lage reagiert und ein Sparprogramm ausgerufen. Es soll dabei helfen, wieder profitabler zu werden, unter anderem durch Produktionsverlagerung nach Ungarn. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten im Vergleich zu 2024 um zehn Prozent sinken. Zudem wird an den Materialkosten gearbeitet. Auch die Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent sinken. Helfen soll auch das Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also außerhalb der Produktion.

Um sich Geld ins Haus zu holen und die Dividende und den Aktienrückkauf mitzufinanzieren, will Mercedes dieses Jahr einen Teil seiner Daimler-Truck -Aktien zu Geld machen. Seit der Abspaltung der ehemaligen Nutzfahrzeugtochter 2021 hält Mercedes direkt 30 Prozent der Anteile. Aus Verkäufen von Anteilen und Unternehmen erwartet Mercedes 2026 einen Mittelzufluss von rund 2 Milliarden Euro. Darunter ist auch der geplante Verkauf der Leasingtochter Athlon an die französische Bank BNP Paribas , bei dem eine Milliarde Euro als Kaufpreis im Gespräch ist./men/rwi/jha/

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