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Mon Jun 15 15:00:03 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Krieges verlockt am Montag die Anleger zu Aktienkäufen. Allerdings konnte der Schwung dem Dax nicht dauerhaft über die Marke von 25.000 Punkten verhelfen. Am Nachmittag stand der Leitindex mit 1,4 Prozent im Plus bei 24.970 Punkten. Zu seinem Rekordhoch von 25.507 Punkten blieb er damit noch etwas auf Abstand.
Für den MDax ging es am Montag etwas deutlicher um 2,3 Prozent hoch auf 32.811 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ist den deutschen Indizes mit einem erneuten Rekordstand einen Schritt voraus. In Asien waren die Börsen zuvor auch gestiegen und in New York zeichneten sich ebenfalls klare Kursgewinne ab.
Nach wochenlangem Hin und Her konnten sich die Kriegsparteien auf eine Absichtserklärung einigen, die eine Verlängerung der Waffenruhe und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus für vorerst 60 Tage vorsieht. Gut für die Stimmung war auch der erfolgreiche Rekord-Börsengang des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX , der den Anlegern am Montag in New York wohl weitere Kursgewinne einbringt.
Die Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgte für nachgebende Ölpreise. Dies dämpfte Konjunktur- und Inflationssorgen. Vor den Zinsentscheiden wichtiger Notenbanken, darunter jener der US-Fed am Mittwoch, könnte dies perspektivisch den Handlungsdruck etwas mildern, hieß es. "Trotz dieser zweifelsohne guten Nachrichten bleiben einige Unwägbarkeiten und offene Fragen", kommentierte der Finanzanalyst Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler die Lage.
Im Frankfurter Aktienhandel standen die Gewinne bei Einzelwerten am Montag auf einer breiten Basis. Anleger gaben zyklischen Werten wieder den Vorzug vor solchen mit defensivem Charakter. Gefragt waren etwa Aktien aus den Tourismus- und Luftfahrtbranchen: Titel von Tui , Lufthansa oder Airbus schnellten im Größenbereich von 3,9 bis 4,6 Prozent hoch.
Dagegen sorgte der mögliche Frieden im Iran bei Öl- und Energiewerten für einen Dämpfer, wie das Minus von 1,4 Prozent bei dem Dax-Mitglied RWE zeigte. Als Hersteller von Ölalternativen waren die Titel des Biosprit-Herstellers Verbio in den vergangenen Monaten ein Profiteur des Iran-Kriegs gewesen. Sie setzten nun ihren jüngsten Abwärtstrend mit einem fast drei Prozent großen Abschlag fort.
Auch das Interesse an Rüstungswerten wurde von der Aussicht auf Frieden im Iran gebremst. Die Rheinmetall -Aktien sanken zuletzt um drei Prozent. Nach einem Medienbericht sorgt sich der Dax-Konzern nach dem Aus für ein deutsch-französisches Kampfflugzeug nun auch um das gemeinsame Panzerprojekt MGCS.
Auch im MDax waren mit Renk und Hensoldt zwei Rüstungswerte unter den schwächsten Werten. Außerdem zählten dort die DWS -Titel mit einem Abschlag von 0,2 Prozent zum Verliererkreis. Analyst Oliver Carruthers von Goldman Sachs reagierte am Montag mit einer Verkaufsempfehlung auf die jüngste Kurserholung und erkannte Anzeichen für verlangsamtes Wachstum.
Im Bankensektor scherten die Titel der Commerzbank mit einem Abschlag von 1,4 Prozent nach unten aus. Im Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Unicredit gehen die gegenseitigen Attacken weiter. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp konterte auf einer Finanztagung in Frankfurt vorherige Drohungen der Italiener mit einer Absetzung des Vorstands./tih/jha/
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