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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Abwärts - Schwache Chipwerte und Iran

Thu Jul 23 18:04:22 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag seine bisher in dieser Woche verbuchten Gewinne eingebüßt. Zu viele Unsicherheiten an zu vielen Fronten vertrieben die Anleger. Weiter steigende Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics setzten dem Aktienmarkt besonders zu.

Der Dax fiel wieder unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten und büßte am Ende 1,56 Prozent auf 24.763,12 Zähler ein. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,96 Prozent auf 31.673,72 Punkte nach unten.

Zurückhaltung herrschte auch, weil Europas größter Softwarekonzern SAP am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Unternehmenschef Christian Klein steht wegen der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI) unter Druck.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, war derweil vom Markt erwartet worden und bewegte zunächst kaum. Eine Zinsanhebung könnte es jedoch im September geben, wenn der EZB neue Prognosen zu Inflation und Konjunktur vorliegen. Denn die Risiken für die Teuerung sind nicht gebannt, solange der Iran-Krieg andauert und die Ölpreise in die Höhe treibt.

Laut dem Chef-Ökonom der ING Bank, Carsten Brzeski, deuteten die Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung klar auf eine Zinserhöhung im September hin. So habe Lagarde die Risiken für eine anziehende Inflation und für eine Abschwächung der Wirtschaft betont.

Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg schürten am Donnerstag weiter Inflationsängste und blieben damit ein Problem für die Märkte. Zudem erklärten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen; dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.

Es mehrten sich die Anzeichen, dass US-Präsident Donald Trump den Iran-Krieg nicht nur verbal eskaliere, sondern auch an eine massive Ausdehnung der Angriffe denke, schrieben die Autoren vom Börsenbrief Fuchs-Kapital in ihrer aktuellen Ausgabe. Für die Rohstoff- und Finanzmärkte verheiße dies nichts Gutes.

Als Belastung hinzu kam am Donnerstag, dass Geschäftszahlen von US-Konzernen die Anleger nicht überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hatte. Da Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken will, kamen die Aktien dennoch unter Druck.

STMicroelectronics hatte seine zuletzt erfolgsverwöhnten Anleger mit dem Umsatzausblick enttäuscht und die Aktien so auf Talfahrt geschickt, was auch auf die hiesigen Wettbewerber negativ abfärbte. So fielen die Papiere von Infineon am Dax-Ende um 6,2 Prozent. Als größter MDax-Verlierer gaben die Anteile von Suss Microtec um 5,2 Prozent nach.

Hinsichtlich der Berichtssaison hierzulande gewannen die Papiere von Daimler Truck an der Dax-Spitze 3,9 Prozent. Der Nutzfahrzeug-Hersteller hatte dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten die Prognose erhöht. Im MDax hatten die Titel des Wettbewerbers Traton mit einem Plus von 11 Prozent die Nase vorn. Die VW-Nutzfahrzeugtochter wird für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher.

Aus der Branche gab es aber auch eine schlechte Nachricht: Der Zulieferer Stabilus ist mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr nicht mehr so optimistisch. Hier brachen die Papiere unter den schwächsten Werten im Nebenwertindex SDax um 16 Prozent ein.

Die Aktien von LPKF sackten gar um gut ein Fünftel ab. Das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld und die anhaltende Auftragsschwäche im Solargeschäft hatten dem Laserspezialisten im zweiten Quartal rote Zahlen eingebrockt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,69 Prozent tiefer auf 6.210,17 Punkten. Außerhalb der Eurozone verloren die Leitindizes in London und Zürich jeweils 0,7 Prozent. In New York zeigten sich die Indizes zum europäischen Börsenschluss schwach, vor allem Techwerte standen unter Abgabedruck./ajx/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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