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Fri May 22 10:03:13 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag im frühen Handel etwas frischen Rückenwind aus dem asiatischen Aktienhandel bekommen. Mit einem Anstieg um ein halbes Prozent auf 24.724 Punkte besiegelt der Leitindex wohl eine sehr starke Woche, in der er bislang 3,2 Prozent an Wert gewonnen hat. Er machte einen erneuten Schritt hin zur Marke von 25.000 Punkten, blieb aber unter seinen Spitzen der vergangenen beiden Handelstage.
An den Asien-Börsen setzte sich am Freitag eine Rally im Technologiesektor fort. Außerdem wird am Aktienmarkt weiter auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gesetzt. "Die globalen Aktienmärkte zeigen angesichts der hohen Ölpreise und des Ausverkaufs an den Anleihemärkten weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit", schrieb vor diesem Hintergrund der Barclays-Fachmann Emmanuel Cau. Taktisch werde derzeit auf die künftige Entwicklung der aktuell maßgeblichen Ölpreise gewettet.
Cau warnt aber davor, dass sich die Schlagzeilen in diesen Tagen immer wieder schnell ändern. Anleger blieben also hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Daher steckten die europäischen Aktienmärkte nun schon seit mehr als einem Monat in einer engen Handelsspanne fest, die im Dax etwas über 25.000 Punkten ihre Grenze hat. Cau erwähnt auch, dass der Krieg das Konjunkturumfeld mit fortlaufender Dauer immer schwieriger mache.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten zeigte sich am Freitag 0,6 Prozent höher bei 32.001 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx lag mit 0,7 Prozent im Plus.
Die Tech-Rally, die sich neuerdings in Asien und Europa ausprägt, während die Kurse an der US-Börse Nasdaq ausgereizt wirken, sorgte in Deutschland bei Infineon für den ersten Sprung des Kurses über die 70-Euro-Marke seit dem Jahr 2000. Ein Plus von 3,6 Prozent hievte die Titel des Chipkonzerns einmal mehr an die Dax-Spitze.
Stützend für den Dax wirkte aus dem Tech-Sektor auch das Schwergewicht SAP mit einem Anstieg um ein halbes Prozent, was am Markt mit Vorgaben aus USA begründet wurde. Raimo Lenschow von der Barclays Bank wertete solide Zahlen des Softwareherstellers Workday positiv angesichts der zuletzt gedämpften Stimmung im Sektor. Diese hatte SAP vor einigen Tagen auf ein Tief seit Januar 2024 getrieben.
Fast gleichauf mit Infineon waren am Freitag die DHL-Aktien , die von der Deutschen Bank zum Kauf empfohlen wurden. Harishankar Ramamoorthy betonte dabei die Stärke im Express-Geschäft. In einem unsicheren konjunkturellen und geopolitischen Umfeld profitiere der Logistiker von Selbsthilfemaßnahmen, einem guten Netzwerk und herausragender Preismacht. Der Analyst sieht den Zyklus für sinkende Gewinnschätzungen vor seinem Ende.
Verluste gab es umgekehrt bei einigen Chemiewerten, die zuletzt von Anlegern als Profiteur der Verwerfungen im Zuge des Nahost-Kriegs gegolten hatten. Daraufhin mehren sich neuerdings die Abstufungen. Gleich zwei davon gibt es am Freitag von JPMorgan und Goldman Sachs für Lanxess . Die Aktien sackten daraufhin um mehrere Prozent ab.
Ein kleinerer Teil der Lanxess-Verluste war aber auch darauf zurückzuführen, dass die Aktien ex Dividende gehandelt wurden - wie viele weitere Werte aus der Dax-Indexfamilie, darunter die Dax-Werte Fresenius Medical Care (FMC) und Vonovia . Letztere Aktie hätte ohne den Abschlag im Plus notiert.
Mit einer fortgesetzten Kursrally machten noch die Anteile von Delivery Hero auf sich aufmerksam. Die Gewinnserie der Papiere des Essenslieferdienstes dehnt sich am Freitag mit einem Anstieg um drei Prozent bereits auf zehn Tage aus. Seit dem Rekordtief im März hat sich der Kurs schon mehr als verdoppelt. Getragen ist dies von der Hoffnung auf eine strategische Wende./tih/stk
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