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Thu Jul 09 09:39:16 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem kräftigen Rückschlag in den vergangenen zwei Handelstagen hat der Dax am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche Leitindex stieg kurz nach dem Börsenstart um 0,5 Prozent auf 25.023 Punkte. Noch am Montag hatte er mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht, bis zur Wochenmitte aber bereits wieder mehr als 1.000 Punkte eingebüßt. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, erholte sich am Donnerstag mit plus 0,9 Prozent auf 31.806 Zähler.
Neben Verlusten aufgrund einer spürbar eingetrübten Stimmung für KI-Werte, die sich besonders in Asien bemerkbar machte, belastete am Vortag die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie schürt einmal mehr Sorgen vor steigenden Ölpreisen und damit vor Inflationsdruck und einer Belastung der Konjunktur.
"Monatelang entwickelte sich der Irankonflikt in eine Richtung, die auf ein diplomatisches Endspiel hindeutete. Die Ereignisse der letzten Tage gehen allerdings in die falsche Richtung", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die jüngsten Entwicklungen. "Das geopolitische Risiko hat spürbar zugenommen."
Die Signale bleiben, wie bereits vor der von US-Präsident Donald Trump erklärten Beendigung der Waffenruhe, zwiespältig. Einerseits gab es erneute gegenseitige Angriffe, andererseits will der Iran laut Trump aber weiter ein Rahmenabkommen mit den USA. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen würden nicht beginnen, solange Drohungen anhielten. Fakt ist: Die Ölpreise sind seit Montag um gut zehn Prozent gestiegen - und mit ihnen die Sorgen vor dadurch bedingtem Preisauftrieb und einer Zinsreaktion der Notenbanken.
In Asien stabilisierten sich unterdessen die Aktienmärkte. Dem südkoreanische Kospi , der besonders stark unter dem vorläufigen Ende der KI-Rally gelitten hatte und nun zurück ist auf Mai-Niveau, gelang am Ende des Handelstages der Dreh ins Plus. Hierzulande half dies auch Infineon , die sich mit plus 3,0 Prozent an die Dax-Spitze setzten. Im MDax erholten sich Elmos oder auch Suss Microtec etwas mit Gewinnen von mehr als 5 Prozent.
Auch Siltronic waren mit von der Partie, doch ihr Kursplus von 10 Prozent war auch einem positiven Analystenurteil zu verdanken. So hat die französische Investmentbank Exane BNP das Kursziel kräftig auf 108 Euro angehoben und die Aktie auf "Outperform" hochgestuft.
Ansonsten spielte die Musik in den hinteren Reihen. So hob der im Kleinwerte-Index SDax notierte Pharmazulieferer Schott nach einem starken Quartal die Jahresprognosen für Umsatzwachstum und operative Profitabilität an. Die kanadische Bank RBC reagierte prompt und stufte die Aktie auf "Outperform" hoch. Mit den vorläufigen Zahlen für das dritte Geschäftsquartal habe Schott Pharma die letzten Sorgen abgehakt, schrieb Charles Weston. Die Aktie sprang um 16 Prozent hoch und erreichte bei zeitweise 21,50 Euro zeitweise den höchsten Stand seit Oktober 2025.
Das Nordex -Papier zählte zu den gefragten Werten im MDax mit plus 3,2 Prozent. Ein kleiner Teil der Verluste der vergangenen vier Handelstage wurde damit wettgemacht. Der Windkraftanlagenbauer meldete für das zweite Quartal deutlich mehr Bestellungen als ein Jahr zuvor und auch mit Blick auf das vorangegangene Quartal. Analysten lobten die Geschäftsentwicklung und sehen Nordex damit auf gutem Weg zu seinen Jahreszielen.
Deutz gewannen auf 3,9 Prozent. Der Motorenhersteller beschleunigt seinen Wandel in Richtung Rüstung durch Milliarden-Transaktion. Er wird die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) für rund 1,6 Milliarden Euro kaufen. FFG zählt zu den europäischen Anbietern für militärische Land- und Spezialfahrzeuge und ist Partner von Bundeswehr und Streitkräften der Nytao sowie der Ukraine./ck/mis
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