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Wed Jul 22 13:00:58 CEST 2026
WIESBADEN/FLENSBURG (dpa-AFX) - Es gibt immer mehr Autos in Deutschland. Auch wenn Sprit teuer und freie Fahrt selten ist, stieg ihre Zahl binnen eines Jahres um rund 150.000 auf 49,5 Millionen Stück, wie aus Zahlen von Kraftfahrt-Bundesamt und Statistischem Bundesamt hervorgeht.
Daraus ergibt sich eine Rekord-Fahrzeugdichte von 593 Autos pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner - vom Baby bis zum Pflegefall. Das waren noch einmal drei Autos mehr als ein Jahr zuvor. Allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ist der Bestand bereits um weitere 60.000 Pkw gestiegen.
Die Zahl der Hybride stieg binnen Jahresfrist um 800.000 auf 4,4 Millionen - darunter gut 1,1 Millionen Plug-in-Hybride. Der Bestand an reinen Elektroautos wuchs um knapp 400.000 auf gut 2 Millionen. Der Bestand an Verbrennern schrumpfte dagegen. Diese Trends hielten auch im ersten Quartal an.
Und im laufenden Jahr dürfte sich der Zuwachs bei den "Stromern" fortsetzen: In den bisher bekannten Bestandszahlen haben sich die aktuell hohen Spritpreise und der Schub für die Elektromobilität durch die neue staatliche Förderung noch gar nicht niedergeschlagen.
Die anteilig meisten Autos haben die Menschen in den Flächenländern mit dem Saarland an der Spitze. Auf 1.000 Einwohner kommen dort 649 Autos - und damit drei mehr als ein Jahr zuvor. Auf den Plätzen folgen Rheinland-Pfalz (644) und Bayern (639). Auch in sämtlichen anderen Flächenstaaten nahm die Fahrzeugdichte noch einmal zu.
Berlin mit geringster Autodichte
Einen gegensätzlichen Trend registrierten die Statistiker ausschließlich in den Stadtstaaten: In Berlin und Bremen ging die Zahl der Autos pro Einwohner zurück, während sie in Hamburg stagnierte. In der Hauptstadt Berlin wurde mit 330 Autos pro 1.000 Einwohner auch die geringste Autodichte festgestellt. In Ballungsräumen ist es wegen des gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs einfacher, aufs Auto zu verzichten.
Unter dem gesamtdeutschen Schnitt lagen neben den Stadtstaaten sämtliche ostdeutschen Flächenländer. Insgesamt gibt es in Deutschland etwas mehr Autos als im europäischen Durchschnitt. Spitzenreiter in der EU ist aber Italien mit über 700 Wagen pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. International gibt es in Ländern wie Neuseeland oder den USA anteilig noch mehr Autos.
Einzelne Zulassungsbezirke in Deutschland können aber auch hier mithalten. In Wolfsburg sind rein rechnerisch fast so viele Autos zugelassen, wie es Menschen gibt. Konkret 978 Pkw pro 1.000 Einwohner. Hier machen aber gewerbliche Zulassungen - insbesondere von Volkswagen , das dort seine Konzernzentrale hat - etwa die Hälfte des Fahrzeugbestands aus. Die höchste Dichte von Privat-Pkw in Deutschland liegt grob in einem Bereich um 700.
Die meisten Autos gehören Privatpersonen
Bei den Neuzulassungen mögen gewerbliche Zulassungen, also Dienstwagen, Eigenzulassungen, Mietwagen und Ähnliches dominieren - im Fahrzeugbestand spielen sie nur eine untergeordnete Rolle. 5,7 Millionen Autos sind gewerblich zugelassen - das sind 11,5 Prozent. Der restlichen 43,8 Millionen gehören Privatpersonen. Frauen sind laut KBA bei 17,1 Millionen davon als Halterinnen eingetragen.
Häufigste Karosserieform ist nach wie vor die Kompaktklasse mit 10,8 Millionen Pkw zu Jahresbeginn vor Kleinwagen mit 8,8 Millionen und SUV mit 7,2 Millionen. Hier ist aber seit Jahren eine Verschiebung im Gange.
Im Vergleich zu 1. Januar 2025 ist die Kompaktklasse um fast eine halbe Million Autos geschrumpft. Dafür sind mehr als 600.000 SUV und mehr als 200.000 Kleinwagen hinzugekommen. Ebenfalls auf dem absteigenden Ast sind derzeit Mittelklasse, Minis, Vans oder auch Sportwagen.
Dass die Kompaktklasse im Bestand noch immer vorne liegt, obwohl sie bei den Neuzulassungen längst von den SUV überholt worden ist, liegt daran, dass Autos in Deutschland lange im Einsatz sind. Das Durchschnittsalter der Gesamtflotte betrug zum Jahresbeginn 10,9 Jahre und war damit so hoch wie nie. Noch 2010 waren die Autos mit durchschnittlich 8,3 Jahren deutlich jünger. Dabei stieg auch die Zahl der Oldtimer: Inzwischen sind es 1,55 Millionen Autos, die mindestens 30 Jahre alt sind - rund 100.000 mehr als noch vor einem Jahr.
Mehr Autos mehr Fahrten
Die vielen Autos werden auch für mehr Fahrten genutzt. Für das Jahr 2024 weist die umweltökonomische Gesamtrechnung für Deutschland eine Fahrleistung von 576,3 Milliarden Kilometern aus. Das waren 0,9 Prozent mehr als 2023 und 7,0 Prozent mehr als im Corona-Jahr 2020. Die fast 640 Milliarden Kilometer aus dem Jahr 2019 vor der Pandemie wurden aber längst nicht mehr erreicht.
Autos sind in Deutschland das mit Abstand wichtigste motorisierte Verkehrsmittel. Laut EU-Statistik machen sie rund 84 Prozent des motorisierten Personenverkehrs aus. Züge mit 10 Prozent, Busse mit 5 Prozent und Trams und U-Bahnen mit 2 Prozent sind weit abgeschlagen./ceb/DP/mis
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