Nachrichten Detail
Sun Aug 16 09:05:03 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Drei Jahre lang ging es mit dem Goldpreis in der Tendenz nach oben. Aber zu Beginn des Jahres war der Höhenflug mit dem Rekordhoch bei knapp 5.600 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) abrupt zu Ende. Es folgte eine monatelange Talfahrt, wobei die Notierung Ende Juni unter die Marke von 4.000 Dollar gefallen war. Erst im August ging es mit dem Goldpreis erstmals seit Monaten wieder deutlich nach oben, auf zuletzt wieder fast 4.400 Dollar je Feinunze.
Trotz der Erholung hat das Edelmetall seit dem Rekordhoch etwas mehr als ein Fünftel seines Wertes verloren. Einige Experten trauen dem Gold in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg zu; eine schnelle Rückkehr zu Kursen über der Marke von 5.000 Dollar halten allerdings auch die optimistischen Analysten wie die von Goldman Sachs nicht für möglich.
Warum hat Gold seit Beginn des Jahres so stark an Wert verloren?
Ein wesentlicher Grund ist, dass andere Anlageformen in der ersten Jahreshälfte an Attraktivität gewonnen haben. Unter anderem festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen sind wegen der Aussicht auf steigende Zinsen gefragt. Hintergrund ist, dass hohe Preise für Energierohstoffe durch den Iran-Krieg für eine steigende Inflationserwartung gesorgt haben. Das setzt Notenbanken wie die Europäische Zentralbank unter Druck, die Zinsen im Kampf gegen eine zu starke Teuerung zu erhöhen. Dagegen machten Anleger eher einen Bogen um Gold, das keine Marktzinsen abwirft.
Darüber hinaus haben auch viele Investoren den Höhenflug beim Goldpreis mit dem Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) einfach für Gewinnmitnahmen genutzt. Anleger, die Gold Anfang 2025 gekauft hatten, konnten sich bis zum Rekordhoch über eine Verdoppelung des Werts freuen. Investoren haben dann gerne Kasse gemacht und warten seitdem auf günstige Gelegenheiten zum erneuten Einstieg.
Ist Gold nach dem Preisrückgang als Anlage immer noch gefragt?
Experten raten bei der Anlage von Vermögen in der Regel, das Edelmetall nur zu einem kleinen Teil als Beimischung von bis zu zehn Prozent in das Gesamtportfolio aufzunehmen. Gold wirft zwar keine Marktzinsen oder Dividenden ab, es kann aber in Krisenzeiten an Wert zulegen und wird daher immer noch gerne genutzt, um Kursverluste bei Aktien auszugleichen.
Professionelle Investoren warten zudem darauf, dass der Trend beim Goldpreis wieder nach oben zeigt. Das wird deutlich bei der Nachfrage nach Wertpapieren, die durch physisches Gold gedeckt sind (Gold-ETF). Hier hat der Preisrückgang im Frühjahr die Nachfrage belastet und der Branchenverband World Gold Council (WGC) verzeichnete im zweiten Quartal Abflüsse von 45 Tonnen aus goldgedeckten ETFs.
Dagegen haben sich die Investoren, die beim Kauf des Edelmetalls auf Münzen oder Goldbarren setzen, vom Preisrückgang kaum abschrecken lassen. Hier ist die Nachfrage in den Monaten April bis Juni vergleichsweise stabil geblieben, mit einem Rückgang von nur drei Prozent im Jahresvergleich.
Welche Rolle spielt der hohe Goldpreis für die Schmucknachfrage?
Hier zeigen die Daten des World Gold Council, dass der Goldpreis einfach zu hoch ist für Verbraucher, die am Kauf von Schmuck interessiert sind. In diesem Bereich ist die Nachfrage in den Monaten April bis Juni im Jahresvergleich um 17 Prozent regelrecht eingebrochen.
Die schwache Nachfrage ist in Ländern wie China und Indien zu beobachten, wo in den vergangenen Jahren vergleichsweise viel Schmuck gekauft worden war. Aber auch in Europa ging die Nachfrage nach Goldschmuck zurück, wobei der Branchenverband WGC den stärksten Rückgang in Italien verzeichnet hat.
Sind die Notenbanken weiter verlässliche Käufer am Goldmarkt?
Während die Schmucknachfrage in den vergangenen Monaten gesunken ist, zeigte sich bei den Notenbanken ein anderes Bild. Sie waren bereits in den vergangenen Jahren mit ihren Goldkäufen einer der stärksten Preistreiber. Vor allem die Zentralbank von China will ihre Reserven stärker in Gold umschichten, um auf diese Weise unabhängiger von den Dollar-Reserven zu werden.
Wie aus dem Bericht des World Gold Council hervorgeht, haben Notenbanken im zweiten Quartal ihre Goldbestände wieder deutlich erhöht, nachdem die Nachfrage zu Beginn des Jahres mit dem Rekordhoch beim Goldpreis zeitweise eingebrochen war.
Stärkster Goldkäufer im zweiten Quartal war nach Angaben des WGC die Notenbank von Polen, die ihre Goldreserve um 51 Tonnen auf 632 Tonnen aufgestockt hat. Zudem hat Chinas Zentralbank ihre Reserven um weitere 33 Tonnen auf 2.346 Tonnen erhöht. Beide Notenbanken zählten bereits 2025 zu den großen Goldkäufern am Markt.
Dagegen hat sich die russische Notenbank im zweiten Quartal von einem Teil ihrer Goldreserven getrennt. Mit einem Volumen von 22 Tonnen war Russland von April bis Juni der größte Verkäufer von Gold unter den Zentralbanken.
Kann der Goldpreis wieder in Richtung Rekordhoch steigen?
Die Tatsache, dass Gold als Krisenwährung in der ersten Jahreshälfte an Wert verloren hat, ist kein Hinweis darauf, dass die Welt in den vergangenen Monaten friedlicher geworden ist. Vielmehr kann sich die geopolitische Lage beispielsweise im Nahen Osten auch schnell wieder verschlechtern.
Hinzu kommt, dass viele Investoren mit wachsender Sorge auf die Schuldenberge schauen, die sich in führenden Volkswirtschaften auftürmen. So hat die Verschuldung in China besorgniserregende Ausmaße angenommen. In den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, geht inzwischen ein großer Teil der Steuereinnahmen in den Schuldendienst. Nicht zuletzt die Sorge vor einer Finanzkrise gilt am Goldmarkt als Garant für ausreichend Nachfrage.
Eine Rückkehr zu den Kursen von Anfang des Jahres halten die Experten allerdings so schnell nicht für möglich: Die von Bloomberg befragten Experten gehen im Schnitt davon aus, dass der Preis für eine Feinunze Gold bis zum Jahresende auf knapp 4.500 Dollar ansteigt. Noch optimistischer sind die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie haben das Ziel für Dezember auf 4.900 Dollar gesetzt./jkr/zb/mis
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
