Nachrichten Detail
Mon Jun 15 05:50:33 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vorläufige Einigung auf einen Ausweg aus dem Iran-Krieg dürfte den deutschen Aktienmarkt zumindest zu Beginn der neuen Handelswoche stützen. Nach wochenlangen Verhandlungen hatten die Vereinigten Staaten und der Iran nach Angaben des Vermittlers Pakistan und der US-Regierung eine vorläufige Übereinkunft dafür gefunden. Auch der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, der Text des Rahmenabkommens sei fertiggestellt worden.
Am Freitag soll nach der formellen Unterzeichnung die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Die faktische Sperrung durch den Iran hatte die Ölpreise kräftig angetrieben. In der Folge zog die Inflation an, was die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag zu einer Zinserhöhung nötigte. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung für die sich ohnehin in schwierigem Fahrwasser befindliche Wirtschaft der Eurozone.
Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades hatte bereits am Freitag für den Fall einer vollständigen Öffnung der Straße von Hormus einen weiteren und massiven Rückgang der Ölpreise für möglich gehalten. Dies würde die hartnäckige Inflation sofort an der Wurzel packen und selbst die jüngste Leitzinserhöhung der EZB blitzschnell relativieren.
In der neuen Woche müssen die Mitglieder der US-Notenbank Fed bewerten, welche Auswirkungen die geopolitische Lage und die konjunkturelle Entwicklung auf die Inflation sowie den Arbeitsmarkt haben. Dabei wird die Sitzung von dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet.
Analyst Patrick Franke von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Fed eine Zinserhöhung beschließt. Kevin Warsh habe sich wiederholt gegen Vorfestlegungen ausgesprochen. Insofern dürfte er auch kaum auf ein klares Signal für die kommenden Sitzungen hinwirken.
Unter dem Strich bleibt das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt erst einmal freundlich. Erst kürzlich hatte die DZ Bank ihr Ziel für den Stand des Leitindex Dax am Ende des Jahres von 25.000 auf 27.500 Zähler nach oben geschraubt. Das Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten erreichte Rekordhoch wäre damit locker übertroffen.
Das Hauptszenario der DZ Bank basiert auf der Annahme einer Deeskalation am Persischen Golf, da eine Entspannung im Interesse beider Parteien liege. Auf iranischer Seite habe die Blockade die Deviseneinnahmen einbrechen lassen, da der Ölexport den Großteil der Ausfuhren stelle. Auf US-Seite belasten Analystin Birgit Henseler zufolge die Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten die Zustimmungswerte des US-Präsidenten. In diesem Umfeld werden die Börsen generell von dem Ausbau der Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz angetrieben, schrieb sie weiter. Aktuell sorgt auch der Rekord-Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX für Fantasie am Gesamtmarkt.
Mit Blick auf den Aktienmarkt hierzulande könnte es am Freitag zu größeren Kursbewegungen kommen, denn dann ist wieder großer Verfallstag. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus, was für Nervosität sorgen kann.
Ebenfalls am Freitag veröffentlicht der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding seine Quartalszahlen. Bereits zur Wochenmitte lohnt sich ein Blick auf die Aktien der Commerzbank . Denn am Dienstag um Mitternacht läuft das Angebot der italienischen Großbank Unicredit für den deutschen Wettbewerber ab.
Unicredit hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und bietet dafür eigene Anteile. Bis Donnerstag bekamen die Italiener eigenen Angaben zufolge 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient, obwohl der Wert der Offerte rechnerisch unter dem Preis eines Commerzbank-Anteils liegt.
Damit würde der Anteil von Unicredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Commerzbank hatte erst kürzlich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie bei Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht.
Die Frankfurter Bank kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Gegenparteien von Unicredit für Finanzinstrumente seien - und keine unabhängigen Investoren. Die Unicredit hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Sie handle nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin./la/jsl/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
