Nachrichten Detail
Thu Jun 11 17:58:26 CEST 2026
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Wachstumsaussichten für die Eurozone trüben sich laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen des andauernden Iran-Kriegs ein. Die Wirtschaftsleistung der Länder mit der Gemeinschaftswährung dürfte im laufenden Jahr nur noch um 0,9 Prozent steigen, heißt es in einem jüngsten Bericht. Das seien 0,5 Punkte weniger als noch vor dem Krieg angenommen. Zugleich dürfte die Gesamtinflation auf 2,8 Prozent steigen und damit 0,8 Punkte höher ausfallen bis noch im Januar erwartet.
Nach IWF-Schätzungen dürfte 2027 das Wachstum dann mit 1,2 Prozent um 0,2 Punkte schwächer ausfallen. Die Inflation erwarten die Ökonomen dann bei 2,3 Prozent - 0,4 Punkte höher als noch zu Beginn dieses Jahres antizipiert.
Das Institut mit Sitz in Washington warnte davor, dass ein anhaltender Energieschock die Inflation und die Inflationserwartungen weiter anheizen könnte, während ein Vertrauensverlust oder finanzielle Schwierigkeiten die Nachfrage abbremsen könnten. Ein Wiederaufflammen des Krieges der USA gegen den Iran stelle unterdessen ein zusätzliches Risiko dar.
IWF empfiehlt EZB restriktivere Geldpolitik
Aufgrund der Sorgen um eine Stagflation riet der IWF, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im laufenden Jahr noch deutlicher straffen müsse als gedacht. Sollten die Energiepreise weiter steigen, könnte die EZB gezwungen sein, noch drastischer einzugreifen. Die EZB mit Sitz in Frankfurt/Main hob heute den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Punkte auf 2,25 Prozent an.
Unterdessen kritisierte der IWF erneut europäische Regierungen für breit gestreuten Entlastungen für ihre Bürger. "Jede Fortführung solcher oder neue Maßnahmen sollte gezielter darauf ausgerichtet sein, gefährdete Haushalte zu schützen und gleichzeitig die Preissignale zu erhalten", hieß es. Bereits zuvor hatte das Institut mit Sitz in Washington gemahnt, eine nicht zielgerichtete Unterstützung komme überproportional einkommensstarken Haushalten zugute, die mehr Energie verbrauchten.
Die Bundesregierung etwa hatte einen temporären Tankrabatt seit dem 1. Mai eingeführt. Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs soll Ende Juni auslaufen. Die Koalition hatte die Spritsteuer um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt.
IWF erneuert Forderungen
Um künftig resilienter gegen Krisen zu sein, wiederholte der IWF zudem seine Aufforderungen für Reformen auf EU-Ebene. So müssten der europäische Binnenmarkt gestärkt und die Abhängigkeit von globalen Energiemärkten verringert werden. Angesichts einer alternden Gesellschaft bei schwachem Produktivitätswachstum warnte der IWF vor nationalen Alleingängen und einer protektionistischen Industriepolitik.
Geplante EU-Vorgaben, bestimmte Güter verstärkt lokal in Europa zu produzieren, drohten Marktmechanismen zu verzerren und Kosten in die Höhe zu treiben. Stattdessen gelte es, bürokratische Hürden abzubauen, ohne dabei die mühsam erreichten Standards der Finanzmarktregulierung aufzuweichen.
Auch Weltbank wird für 2026 vorsichtiger
Auch die Weltbank passte ihre Prognosen heute für die Eurozone an. Mittlerweile geht sie von einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent im laufenden Jahr aus, also 0,1 Punkte weniger als bislang. Grund seien die gestiegenen Preise für Öl und Gas, die die stärkere Konjunktur zum Jahreswechsel und geringere US-Zölle in den Schatten stellten, hieß es.
2027 dürfte die Leistung dann allerdings mit 1,3 Prozent 0,1 Punkte stärker ausfallen, da die Weltbank dann mit einer stärkeren Binnennachfrage infolge sinkender Energiepreise rechnet. Zudem dürften staatliche Unterstützungen und Investitionen, allen voran in Deutschland, die Wirtschaftsleistung zusätzlich stützen. Für 2028 wird ebenfalls mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet./ngu/DP/jsl
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
