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Wed Feb 04 22:51:52 CET 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - Der überwiegend mit Standardwerten bestückte und weltweit wohl bekannteste US-Index Dow Jones Industrial ist am Mittwoch wieder dicht unter sein Rekordhoch vom Vortag gestiegen. Dagegen weitete die technologielastige Nasdaq-Börse ihre kräftigen Verluste vom Dienstag aus und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2025. Anleger fragen sich derzeit zunehmend, für welche Branchenunternehmen Künstliche Intelligenz (KI) eher eine Gefahr bedeutet.
Ein Marktexperte sieht im aktuellen Geschehen dennoch lediglich eine Rotation: "Technologieaktien geben nach, zyklische und defensive Aktien legen unterdessen zu." Dabei handele es sich aber nicht um einen "fundamentalen Bruch", sondern eher um eine "technische Neustrukturierung", auch wenn die Nervosität aktuell recht hoch sei.
Der Dow schloss 0,53 Prozent höher auf 49.501,30 Punkte und wurde dabei vor allem von Werten wie 3M , Nike und Amgen beflügelt. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,51 Prozent auf 6.882,72 Zähler und litt unter der Schwäche schwer gewichteter Technologieaktien.
Der Nasdaq 100 sackte um 1,77 Prozent auf 24.891,24 Punkte ab und hat damit in nur zwei Tagen 3,3 Prozent verloren. Portfoliomanagerin Stephanie Niven von Ninety One sprach von "wahllosen Verkäufen" bei gewissen Branchenwerten aus dem Software- und IT-Bereich. Es sei noch nicht abschließend geklärt, wie viel davon purer Angst geschuldet oder auch fundamental begründbar sei. Sie sieht für viele Werte allerdings einen Vertrauensverlust und neues Vertrauen müsse nun erst einmal wieder hergestellt werden.
Die Rotation weg von Softwareaktien zeigte nach den deutlichen Vortagsverlusten kaum Anzeichen einer Abschwächung. Anleger sorgen sich über Geschäftsrisiken in der Branche aufgrund der Einführung neuer und besserer KI-Tools.
Unter den Dow-Werten wurden vor allem die Aktien von Nvidia , Amazon und IBM vom Ausverkauf erwischt. Sie fielen um 2,4 bis 3,4 Prozent. Besonders steil abwärts ging es im Nasdaq für die Aktien des App-Entwicklungsdienstleisters Applovin , die um weitere rund 16 Prozent abrutschten, nachdem sie bereits in den drei vorangegangenen Handelstagen abgesackt waren. Seit Weihnachten hat sich der Kurs von Applovin fast halbiert.
AMD schlossen sich dem allgemeinen Abwärtstrend der Techbranche mit einem Kurseinbruch um 17,3 Prozent an. Allerdings gab es hier noch individuelle negative Nachrichten. So enttäuschte die Umsatzprognose, was als Anzeichen dafür gesehen wurde, dass der Chiphersteller nicht die erwarteten Fortschritte im KI-Bereich erzielt.
Auch im Gaming-Bereich machten sich zuletzt Sorgen bemerkbar, dass KI bald die Branche aufmischen dürfte. Die Titel von TakeTwo setzten ihre Ende Januar begonnene steile Talfahrt mit einem Kursrutsch um weitere 5,4 Prozent fort, obwohl das dritte Geschäftsquartal die Erwartungen deutlich übertraf.
Ein Lichtblick waren US-Pharmawerte, die von Eli Lilly mit einem Kurssprung um 10,3 Prozent auf etwas über 1.100 Dollar angeführt wurden. Die Papiere nähern sich wieder dem Rekordhoch von knapp 1.134 Dollar von Anfang des Jahres. Durch den Anstieg der Aktie kletterte der Börsenwert des Pharmakonzerns auch wieder über die Marke von einer Billion Dollar. Anders als der europäische Konkurrent Novo Nordisk , dessen Kurs in Kopenhagen um 18 Prozent einbrach, glänzten die Amerikaner im Wettkampf um Gewichtssenker-Produkte mit ihrer Prognose für 2026.
Aus dem Pharmabereich legten zudem die Aktien von Amgen um 8,2 Prozent zu. Wegen des starken Absatzes seiner Topmedikamente im abgelaufenen Quartal hatte das Biotechnologie-Unternehmen überraschend viel verdient./ck/he
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