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Thu Sep 24 18:05:22 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die steigenden Ölpreise haben den Dax am Donnerstag weitere Punkte gekostet. Gute Konjunkturnachrichten aus Deutschland konnten die Verluste nur zeitweise begrenzen. Die hiesige Wirtschaft zieht aus Sicht führender Forschungsinstitute an und das vom Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima hat sich im September stärker als erwartet verbessert.
Als die Ölpreise im späten Handel weiter anzogen, sackte der Dax wieder deutlicher mit 0,57 Prozent ins Minus. Der Schlusskurs von 25.266,53 Punkten lag in der Mitte der Tagesspanne, die von einem einprozentigen Abschlag bis an die Gewinnschwelle reichte. Durch seinen Fall unter die 100-Tage-Durchschnittslinie sendete der Leitindex längerfristig kein gutes Chartsignal. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor am Ende sogar 1,39 Prozent auf 30.782,60 Zähler.
"Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten, die den Rückgang des Ölpreises Mitte September getragen hatten, sind vorerst verflogen", heißt es in einer Einschätzung der Dekabank zum Ölmarkt. Vielmehr könnte die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf andere Regionen übergreifen, wie aus Aussagen der Islamischen Revolutionsgarde hervorgeht, die von der iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurden.
Im Fokus stand außerdem der dreitägige Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington. Kurz nach seiner Landung verkündete US-Finanzminister Scott Bessent beim Sender Fox News, dass sich beide Länder auf eine Verlängerung ihrer Zollpause um zwei Monate verständigt hätten. US-Präsident Donald Trump kündigte danach "Entscheidungen" im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) an.
In Deutschland verdoppelten Forschungsinstitute ihre Prognose für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf 1,3 Prozent, nachdem das Plus im Frühjahrsgutachten noch auf 0,6 Prozent geschätzt wurde. Zudem hat sich das Ifo-Geschäftsklima im September um 1,1 Punkte auf 89,9 Punkte verbessert. "Die deutsche Wirtschaft ist widerstandsfähiger als gedacht", kommentierte der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
Fallende Kurse waren verbreitet im Autosektor und im Technologiebereich, aus dem die fast vier Prozent schwächeren Infineon -Aktien weiter zurück kamen. Auch in New York war das Bild im Chipsektor am Donnerstag eingetrübt. Außerdem setzten Aktien aus dem deutschen Rüstungssektor ihren jüngsten Schlingerkurs mit relativ hohen Verlusten fort.
Ein größerer Dax-Verlierer waren mit mehr als drei Prozent die Aktien von Scout24 , die ein Zweimonatstief erreichten. Experten zweier großer US-Banken heizten bei Kleinanzeigen-Anbietern die Debatte über mögliche Auswirkungen durch KI-Agenten an. Diese verstärkten die bereits seit einem Jahr spürbare Skepsis in der Branche, schrieb etwa David Amira von der Bank of America.
Im MDax standen die Titel von United Internet mit fast einem Prozent unter Druck. Der Abschied des Finanzvorstands Carsten Theurer bringt bei dem Telekom- und Internetkonzern das Personalkarussell in Gang. Sein Nachfolger wird zum 1. November der frühere Drillisch-Finanzvorstand André Driesen.
Im Nebenwerteindex SDax gewannen die Aktien der Shelly Group vier Prozent an Wert. Sie profitieren von einem Übernahmeangebot des französischen Technologiekonzerns Schneider Electric , der 70 Euro je Aktie bietet. Anleger waren davon aber nicht ganz überzeugt, denn der Kurs blieb mit 67 Euro unter der Offerte.
Die Aktien von Verbio verloren im SDax außerdem mehr als drei Prozent an Wert. Bei dem Biokraftstoffhersteller monierten Börsianer den Gewinnausblick, der die Erwartungen nicht ganz erfüllt habe. Die Aktien revidierten daher wieder ihre Vortagsgewinne.
Europaweit gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx um 0,43 Prozent auf 6.272,50 Punkte nach. Außerhalb der Eurozone lagen wichtige Leitindizes über weite Strecken im Plus, konnten sich dort aber nicht halten. Der Schweizer SMI und der Londoner FTSE 100 gingen jeweils moderat im Minus aus dem Handel.
In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial zuletzt mit 0,7 Prozent im Minus. Der technologielastige Nasdaq 100 kam von seinem Dienstagsrekord mit einem Rückschlag um 0,8 Prozent weiter zurück./tih/nas
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
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