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Thu May 21 12:12:41 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Nachgang der Nvidia -Zahlen knüpft der Dax am Donnerstag nach verhaltenem Start doch noch an seine jüngste Aufwärtsbewegung an. Zur Mittagszeit konnte sich der deutsche Leitindex mit einem halben Prozent auf 24.860 Punkte ins Plus vorarbeiten. Er steuert damit auf seinen vierten Gewinntag in Folge zu. Vom Iran-Krieg gab es keine neuen Störfeuer. Schwache Wirtschaftssignale aus Europa nahmen die Anleger hin.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten bewegte sich zur Mittagszeit auch mit 0,7 Prozent im Plus bei 32.077 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx hat es außerdem mit 0,4 Prozent ins Plus geschafft. In New York zeichnete sich derweil nur wenig Bewegung ab. Da einige Leitindizes dort eine Rekordrally hinter sich haben, sehen Anleger in Europa offenbar weiteren Aufholbedarf.
"Die Investoren ignorieren weiterhin die schwächeren Indikationen aus der deutschen Wirtschaft", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets mit Blick auf veröffentlichte Einkaufsmanagerindizes. Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone ist im Mai wegen der Folgen des Iran-Kriegs auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken.
Nach Einschätzung des Jefferies-Analysten Blayne Curtis hat Nvidia in jeglicher Hinsicht abgeliefert. Die eigenen Aktien konnte dies im vorbörslichen New Yorker Handel zwar nicht mehr groß antreiben, nachdem Vorschusslorbeeren sie unlängst auf Rekordhoch getrieben hatten. In Asien allerdings fand eine Rally vor allem an der technologielastigen Börse in Südkorea statt.
Laut dem Marktbeobachter Jim Reid von der Deutschen Bank haben Begleitaussagen des Nvidia-Chefs Jensen Huang hinsichtlich KI und Robotik in Asien die Kurse in der Tech-Branche beflügelt - gemeinsam mit Fantasie für einen Börsengang des amerikanischen KI-Pioniers OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler dürfte einem Pressebericht zufolge mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet werden.
Für die Titel des deutschen Chipkonzerns Infineon , die sich bereits auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2000 bewegen, wurden vor diesem Hintergrund nochmals 2,5 Prozent höhere Kurse bezahlt.
Die Aktien von RWE konnten der Rally dagegen nicht weiter folgen, sie büßten ein halbes Prozent an Wert ein. Analyst Harry Wyburd von der Investmentbank Exane BNP stufte am Donnerstag sein Votum für den Energiekonzern auf "Neutral" ab in Erwartung einer Verschnaufpause. Mit dem Ende April erreichten Hoch seit 2010 hatten sich die Titel seit Ende 2024 mehr als verdoppelt.
Schwäche zeigten außerdem die Aktien von Südzucker . Sie büßten am SDax -Ende 2,7 Prozent ein nach den finalen Zahlen des Zuckerkonzerns. Ein schwieriges Zuckergeschäft und hohe Abschreibungen hatten dem Unternehmen ein weiteres Verlustjahr eingebrockt.
Ansonsten müssen am Donnerstag die Kurse vieler Unternehmen um die Auszahlung der Gewinnbeteiligung bereinigt werden. Ex Dividende wurden zum Beispiel die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag , der Commerzbank und des Infrastruktur-Dienstleisters Bilfinger gehandelt./tih/men
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