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Thu Nov 05 17:34:42 CET 2026
FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den Zwischenwahlen in den USA sorgen am Donnerstag an den Weltbörsen die Sorgen um die Zukunft des KI-Booms in der Technologiebranche für heftige Verwerfungen. An der Nasdaq, wo schon am Vortag Chipwerte deutlich unter Druck geraten waren, zog der Triumph der Demokraten nun in der Breite Turbulenzen nach sich. Der Nasdaq 100 , der am Vortag zunächst noch von Gewinnen einiger Technologie-Riesen profitiert hatte, rutschte zuletzt um mehr als sechs Prozent ab.
"Anleger befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten", urteilte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Diese politischen Risiken träfen auf die ohnehin schwelende Unsicherheit, wann sich die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz ausreichend auszahlen werden. Verzögerungen beim Ausbau könnten die Geduld der Investoren zusätzlich strapazieren.
Dies führte dazu, dass sich die Verkaufswelle bei US-Chipwerten nochmals massiv verstärkte. Beim US-Chipriesen Nvidia waren die Kursverluste zuletzt etwa acht Prozent groß, sie stürzten auf das Niveau vom April ab. Noch viel heftiger erwischte es mit Sandisk , Western Digital und Seagate große Werte aus dem US-Speicherbereich, die um bis zu 19 Prozent einbrachen.
In Deutschland schlossen sich die Titel des Chipkonzerns Infineon der turbulenten Lage an, indem sie mehr als zehn Prozent verloren. Aus dem Dax erwischte es mit Siemens Energy und Hochtief aber noch weitere Indexwerte sehr deutlich, in die ehemals KI-Fantasie eingepreist wurde. Der deutsche Leitindex hatte zwischenzeitlich einen Rekord aufgestellt, rutschte aber dann mit 0,8 Prozent ins Minus.
Im MDax gaben die Aktien von Aixtron , Suss und Siltronic zweistellig nach; und auch im SDax gab es bei Titeln wie LPKF und PVA Tepla hohe Verluste.
Europaweit sorgte der Ausverkauf bei Halbleiterwerten für einen massiven Abschlag beim Chipzulieferer ASML . Der Kurs sackte um mehr als neun Prozent auf 1.210 Euro ab. Der Börsenwert fiel damit um fast 50 Milliarden Euro auf 470 Milliarden Euro. ASML ist der mit Abstand wertvollste Konzern Europas. Zudem gerieten auch Titel von Nokia und Schneider Electric unter die Räder.
Die Experten von Index-Radar halten die Entwicklung am Donnerstag zunehmend für eine "Übertreibung auf der Unterseite". Allerdings gebe es bislang kaum Anzeichen dafür, dass die letzte Phase der Korrektur bereits abgeschlossen sei. Umso wichtiger bleibe es, dass die Anleger ein konsequentes Risikomanagement betrieben./tih/zb/he
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