Nachrichten Detail
Mon Mar 30 07:34:59 CEST 2026
BERLIN (dpa-AFX) - Begleitet von Protesten besucht der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa erstmals Deutschland. Im Mittelpunkt seines Gesprächs mit Bundeskanzler Friedrich Merz am Nachmittag dürfte die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und der Wiederaufbau des in jahrelangem Bürgerkrieg schwer zerstörten Landes stehen.
Der 43-jährige al-Scharaa war früher Anführer der Islamistenmiliz HTS, die Ende 2024 den Langzeitherrscher Baschar al-Assad stürzte. Heute sucht er mit seiner Regierung Anschluss an den Westen. In Berlin wird er auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen und nimmt an einem Runden Tisch mit Unternehmern teil.
Es sind mehrere Demonstrationen gegen den Besuch mit Tausenden Teilnehmern angemeldet. Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) fordert Merz auf, bei dem Besuch verbindliche Zusagen zum Schutz von Minderheiten einzufordern. Sie wirft al -Scharaa Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vor.
Einladung erfolgte bereits im November
Merz hatte den Übergangspräsidenten bereits im November nach Deutschland eingeladen - vor allem um über die Rückführung syrischer Flüchtlinge zu sprechen. Im Januar wurde der bereits fest geplante Besuch wegen einer neuen Eskalation der Gewalt in Syrien verschoben.
Die politische und sicherheitspolitische Lage in Syrien ist mehr als ein Jahr nach dem Sturz Assads weiterhin fragil. Es kam seitdem zu mehreren Gewaltwellen bei denen Hunderte Menschen getötet wurden. Es gab Gefechte mit Minderheiten wie den Drusen im Süden oder den Alawiten an der Küste. Anfang des Jahres kam es zu schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und kurdisch dominierten Kräften im Norden des Landes. Fachleute warnen auch vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).
Große Zerstörung, viel Armut und schwache Wirtschaft
Besonders die von der einstigen Opposition gehaltenen Gebiete sind noch immer stark zerstört. In vielen großen Städten liegen ganze Viertel in Trümmern. Ein Leben ist dort kaum möglich.
Die Kosten für den Wiederaufbau liegen nach Schätzungen der Weltbank bei 216 Milliarden US-Dollar (185,3 Mrd. Euro). Nach UN-Angaben leben 90 Prozent der Bevölkerung in Armut und etwa 70 Prozent sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Große Teile der Industrie, Landwirtschaft und Infrastruktur sind zerstört, die Arbeitslosigkeit ist weiterhin hoch.
Al-Scharaa hat sich bereits mehrfach positiv zur Rückkehr von syrischen Geflüchteten aus dem Ausland geäußert. Er sieht sie als Teil des Wiederaufbau- und Stabilisierungsprozesses Syriens. In Deutschland hielten sich Ende November noch gut 940.000 Syrerinnen und Syrer auf.
Anschluss an internationale Gemeinschaft
Der syrische Übergangspräsident gibt sich heute moderat und hat sich nach eigenen Aussagen von seiner dschihadistischen Vergangenheit gelöst. Als junger Mann kämpfte er noch an der Seite der Terrororganisation Al-Kaida gegen US-Truppen im Irak. Im syrischen Bürgerkrieg wurde er dann zum islamistischen Anführer gegen die Assad-Regierung, den Islamischen Staat und andere Rebellengruppen.
Seit seinem Amtsantritt als Interimspräsident Ende Januar vergangenen Jahres arbeitet al-Scharaa daran, wieder an die internationale Gemeinschaft anzuschließen. Wegen des brutalen Bürgerkriegs, bei dem schätzungsweise 500.000 Menschen getötet wurden, war Syrien bis zum Umbruch weitestgehend von der internationalen Staatengemeinschaft ausgeschlossen.
Al-Scharaa war auch schon im Weißen Haus
Die Übergangsregierung kann bereits einige Erfolge verbuchen: Schwere Sanktionen sowohl der USA als auch der EU wurden aufgehoben und haben den Weg für dringend benötigte internationale Investitionen bereitet. Al-Scharaa wurde bereits von zahlreichen Staats- und Regierungschefs empfangen: Er war unter anderem beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris und war als erster syrischer Präsident überhaupt im Weißen Haus, wo er von Präsident Donald Trump empfangen wurde. Anfang März waren auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa zu Besuch in Damaskus./mfi/DP/zb
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
