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Fri May 15 18:53:48 CEST 2026
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der erneute Ölpreisanstieg hat am Freitag an vielen Börsen Europas Inflationssorgen ausgelöst. An den Anleihemärkten zogen die Renditen entsprechend an, sodass die wichtigsten Aktienindizes deutlich unter Druck gerieten. Anleger nahmen die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen den USA und China mit Blick auf den Iran-Krieg mit Enttäuschung auf. Es bleibt nun dabei, dass die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus weiter faktisch geschlossen ist.
Der EuroStoxx 50 sank um 1,81 Prozent auf 5.827,76 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von 1,42 Prozent.
Außerhalb der Eurozone fiel der britische FTSE 100 am Freitag um 1,71 Prozent auf 10.195,37 Zähler. Der SMI legte geringfügig auf 13.220,17 Punkte zu. Allerdings war die Börse in Zürich am Donnerstag wegen eines Feiertages geschlossen geblieben und konnte damit nicht wie andere geöffnete Börsen deutlich zulegen.
Kommende Woche stehen eine Reihe wichtiger konjunktureller Frühindikatoren an. "Solange die Straße von Hormus nicht wirklich nachhaltig geöffnet wird, dürften die Frühindikatoren weiter südwärts tendieren", warnte Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck.
Unter Druck standen insbesondere die von der Konjunktur und der Zinsentwicklung abhängigen Sektoren. Die energieintensiven Stahlwerte schwächelten dabei auffallend stark. So verloren ArcelorMittal fünf Prozent.
Die stark von den Energiepreisen bestimmten Baustoffwerte gaben ebenfalls deutlich nach. Holcim etwa sackten um 5,1 Prozent ab.
Auch Technologiewerte wurde gemieden. Sie folgten damit Verkäufen in Fernost und in New York, wo die Nachhaltigkeit des Booms im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinterfragt worden war. Auch die soliden Zahlen des Halbleiterausrüsters Applied Materials boten dem Sektor keine Unterstützung. ASML sanken um 4,4 Prozent. Allerdings befinden sich die Aktien nach Rekorden im laufenden Monat noch immer auf hohem Niveau.
Gegen den Trend zogen in Amsterdam die Papiere von Magnum Ice Cream um 8,7 Prozent an. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, dass Private-Equity-Firmen wie Blackstone und Clayton Dubilier & Rice mögliche Übernahmeangebote für den von Unilever abgespaltene Speiseeis-Hersteller prüfen./la/nas
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