Nachrichten Detail
Fri Sep 11 09:54:48 CEST 2026
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Mit einem rasanten Plus von über 25 Prozent innerhalb weniger Tage hat der Bitcoin im August viele überrascht. Die Zuflüsse in ETPs waren so hoch wie lange nicht. Seitdem entwickelt sich die Kryptowährung wieder etwas schwächer, aber auf höherem Niveau.
11. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Damit hatte kaum jemand gerechnet: ein Bitcoin-Sprung um über 25 Prozent innerhalb kurzer Zeit. Nach einer langen Seitwärtsbewegung um 64.000 US-Dollar war die wichtigste Kryptowährung Mitte August auf in der Spitze über 80.000 US-Dollar gestiegen. Am Donnerstagmorgen sind es immer noch 78.000 US-Dollar.
Die Gründe für den schnellen Kursanstieg: zum einen der erhoffte politische Rückenwind nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Kryptobranche am 19. August. Dazu kam die Ankündigung der US-Regierung, mehr Anleihen mit langer Laufzeit zurückzukaufen - interpretiert als Signal für niedrigere Zinsen. Zudem mussten sich viele, die an den Terminmärkten gegen den Bitcoin gewettet hatten, in der unerwarteten Aufwärtsbewegung schnell eindecken ("Short-Queeze"). Das verstärkte den Aufwärtstrend noch.
Allerdings liegt der Bitcoin immer noch 38 Prozent unter dem Allzeithoch vom Oktober vergangenen Jahren. Auch andere Kryptowährungen wie Ethereum und Solana haben im August zugelegt, werden aber noch weit unter ihren Hochs gehandelt. "Allgemein ist das Umfeld für Risikoanlagen derzeit weniger günstig", kommentiert Dovile Silenskyte von WisdomTree. Sie verweist auf die erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die den Ölpreis steigen ließen. "Das verstärkt den Inflationsdruck weiter", stellt sie fest. Dazu kämen die hohen Renditen von Staatsanleihen. "Höhere Realrenditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen."
"Zuflüsse wie zuletzt im Oktober 2025"
Mit Nettokapitalzuflüssen von weltweit 6,1 Milliarden US-Dollar erlebte der Markt für Krypto-ETNs und -ETFs im August den stärksten Monat seit Jahresbeginn, wie Stephen Coltman von 21shares berichtet. "Zuletzt wurden im Oktober 2025 vergleichbar hohe Volumina verzeichnet." Vor allem Bitcoin-Tracker seien gekauft worden (3,6 Milliarden US-Dollar), aber auch Produkte auf Ethereum, Solana, Ripple und Krypto-Körbe.
Nach vielen ruhigen Monaten hat sich der Handel mit Krypto-ETNs durch den Kursanstieg belebt. Bei Lang & Schwarz waren Krypto-ETNs zwischenzeitlich wieder "extrem gefragt", und zwar über alle Währungen und Produkte hinweg, wie Janis Völker berichtete. Auch Ivo Orlemann von der ICF Bank meldete wieder mehr Interesse - allerdings auf niedrigem Niveau. Im Krypto-ETN-Handel an der Deutschen Börse dominieren weiter Bitcoin-Tracker, etwa von WisdomTree (GB00BJYDH287), iShares (XS2940466316), VanEck (DE000A28M8D0), Bitwise (DE000A27Z304) oder 21shares (CH1199067674).
Neue Steuerregeln
Die Pläne der Bundesregierung bezüglich einer veränderten Besteuerung von Krypto-Gewinnen werden offenbar konkreter, wie die "Welt" berichtet. Ab 2028 sollen Kursgewinne von Bitcoin & Co. wie Aktien besteuert werden, also pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Steuerfreiheit nach einem Jahr wäre damit Geschichte. Die Reform befindet sich der "Welt" zufolge in der sogenannten Frühkoordinierung innerhalb der Bundesregierung, ?"nderungen seien daher noch möglich. Die Besteuerung von Krypto-ETNs hängt derzeit von der Struktur ab: ETNs mit physischer Hinterlegung und Lieferoption werden wie Direktanlagen in Kryptowährungen behandelt, Krypto-ETNs ohne Hinterlegung und Lieferoption wie ETFs (und damit wie Aktien).
Clarity Act: "Scheitern eingepreist"
Für die Bitcoin-Entwicklung im September sind nach Einschätzung von Max Michielsen von 21shares drei Dinge wichtig: die Zinsentwicklung, die Entwicklung der Krypto-ETF-Flows und die US-Senatsabstimmung über den mehr Regulierung versprechenden Clarity Act am 15. September. "Da die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Clarity Acts in diesem Jahr der Prognose-Plattform Polymarket zufolge bei etwa 20 Prozent liegt, ist ein Scheitern weitgehend eingepreist", erklärt Michielsen. "Eine Verabschiedung wäre eine positive Überraschung."
"Der Härtetest für Krypto kommt im Herbst", meint Jacob Lindberg von Valour. "Entscheidend ist, ob die jüngste Erholung von einer nachhaltigen Nachfrage getragen wird oder ob sie im Wesentlichen das Ergebnis eines Short-Squeeze und einer vorübergehenden Entspannung an den Anleihemärkten war", bemerkt er. Die größte Gefahr liege weiterhin bei den langfristigen US-Zinsen. Sollten diese wieder deutlich steigen, werde das den jüngsten Rückenwind schnell abschwächen. Von der Senatsabstimmung über den Clarity Act Mitte September erwartet er mehr Aufmerksamkeit als tatsächliche Kursbewegungen. "Regulierung schafft zunächst einen Rahmen, sie erzeugt noch keine Nachfrage."
Hineinwachsen in neue Rolle
André Dragosch von Bitwise weist auf die deutlich gefallene Korrelation zwischen Bitcoin und US-Aktien, konkret den S&P 500. Die 260-Tage-Korrelation liege inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit 2015. "Das spricht dafür, dass Bitcoin derzeit nicht mehr nur als verlängerter Technologie- oder Risiko-Trade gehandelt wird, sondern sich wieder zunehmend eigenständig entwickelt", erklärt er. Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold sei unterdessen auf den höchsten Stand seit 2020 gestiegen. "Damit verhält sich Bitcoin in Phasen erhöhter geldpolitischer und fiskalischer Unsicherheit zunehmend wie ein knappes, nicht-staatliches Wertaufbewahrungsmittel." Kurzfristig bleibe der Bitcoin volatil und anfällig für Rücksetzer. "Mittelfristig sprechen jedoch anhaltende ETP-Zuflüsse, die geringere Bindung an Aktienmärkte und die zunehmende Nähe zu Gold dafür, dass Bitcoin weiter in die Rolle eines globalen Makro-Assets hineinwächst."
Von Anna-Maria Borse, 11. September 2026, © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
