Nachrichten Detail
Mon Mar 16 11:50:21 CET 2026
(neu: Details, Betriebsrat.)
FRANKFURT/MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit treibt mit einem Übernahmeangebot die Commerzbank vor sich her und will Gespräche am Verhandlungstisch erzwingen. "Unsere Botschaft an die Commerzbank heute ist: Es ist jetzt an der Zeit, zu sprechen", sagte Unicredit-Chef Andrea Orcel in einer Telefonkonferenz.
Orcel kündigte an, in den kommenden Wochen einen "konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern" führen zu wollen. Das zielt auf Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sowie die Bundesregierung, die beide eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Privatbank bisher vehement ablehnen.
Die Unicredit wirbt seit langem um die Commerzbank und ist mit einem direkten Anteil von 26 Prozent größter Aktionär des Frankfurter Dax -Konzerns. Inklusive Finanzinstrumenten kontrolliert die Großbank mit Sitz in Mailand 29,9 Prozent der Commerzbank-Anteile. Ab 30 Prozent wäre die Unicredit gesetzlich zu einer Übernahmeofferte verpflichtet.
Nächstes Manöver von Orcel
In einem freiwilligen Tauschangebot wollen die Italiener für sämtliche Commerzbank-Aktien je 0,485 neue Unicredit-Papiere bieten. Das entspreche einem Preis von 30,80 Euro pro Commerzbank-Anteil oder einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom 13. März. Damit bewertet die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro.
Das Angebot ziele darauf, die rechtlich vorgesehene 30-Prozent-Schwelle zu überwinden. Zugleich betonte die Unicredit, sie erwarte, eine Beteiligung an der Commerzbank von mehr als 30 Prozent zu erreichen, "ohne die Kontrolle zu erlangen".
Offiziell soll das Angebot im Mai vorgelegt werden mit einer Annahmefrist von vier Wochen. Bis spätestens 4. Mai will die Unicredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Zustimmung ihrer Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung einzuholen. Das wäre nur wenige Tage vor der Commerzbank-Hauptversammlung, die für den 20. Mai geplant ist.
Da die Commerzbank laufend Aktien zurückkauft, erspart sich die Unicredit mit dem Manöver, stetig Commerzbank-Aktien verkaufen zu müssen, um unter der 30-Prozent-Schwelle zu bleiben. Mit dem freiwilligen Übernahmeangebot, das nur einen kleinen Aufschlag vorsieht, hat Orcel die Möglichkeit, weitere Commerzbank-Aktien an der Börse zu kaufen. Ein Pflichtangebot wäre wohl teurer geworden.
Warum sich die Unicredit für die Commerzbank interessiert
Die Unicredit, die im deutschen Markt mit der Hypovereinsbank (HVB) bereits ein Standbein hat, wirbt seit Monaten für eine Übernahme der Commerzbank. Orcel sieht Chancen in einem kombinierten Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden und argumentiert, Europa brauche im Wettlauf mit den starken US-Geldhäusern größere Banken. Er glaube an Deutschland und den Mittelstand, bekräftigte Orcel am Montag.
Einstieg auf Umwegen
Die Tür für die Unicredit hatte ausgerechnet die damalige Ampel-Koalition geöffnet mit einem verunglückten Teilausstieg bei der Commerzbank. Orcel nutzte das, um im September 2024 überraschend bei der Commerzbank einzusteigen. Nach und nach baute die Unicredit ihre Beteiligung aus und löste den deutschen Staat als größten Commerzbank-Aktionär ab. Der Bund hatte die Commerzbank in der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrt und hält aktuell noch rund 12 Prozent der Anteile.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sagte, die Interessen der Mitarbeiter und Commerzbank-Kunden, ein wichtiger Finanzierer für den Mittelstand, müssten in allen Gesprächen "angemessen berücksichtigt werden". Man werde die neue Situation ergebnisoffen prüfen. "Maßstab für uns ist und bleibt, dass der europäische Finanzplatz Frankfurt am Main, Europas Nummer 1, gestärkt und nicht geschwächt wird", sagte Rhein.
Verdi fürchtet großen Jobabbau
Commerzbank-Chefin Orlopp versucht die Eigenständigkeit ihres Hauses mit allen Mitteln zu verteidigen. Sie verordnete dem Konzern ehrgeizige Renditeziele, höhere Dividenden und verkündete den Abbau von etwa 3.900 Stellen, davon den Großteil in Deutschland. Orlopp setzt auf den stark gestiegenen Aktienkurs als Abschreckung gegen die Unicredit - offensichtlich ohne Erfolg.
Das Szenario einer Übernahme schürt Ängste in der Commerzbank-Belegschaft und bei den Arbeitnehmervertretern. So fürchtet Verdi einen Schrumpfkurs, sollten die Italiener die Kontrolle übernehmen - so wie schon bei der Übernahme der HVB durch die Unicredit 2005.
Commerzbank-Betriebsratschef Sascha Uebel nannte den jüngsten Schritt der Unicredit "geschäftsschädigend". "Das ist die nächste Stufe der Unverschämtheit. Das ist nicht nur unabgestimmt, das ist feindlich", sagte Uebel der Deutschen Presse-Agentur und kündigte Widerstand an: "Wenn Orcel Synergieeffekte heben will, bräuchte es einen Stellenabbau. Dafür bräuchte er uns Betriebsräte. Die Commerzbank-Betriebsräte haben bewiesen, dass sie zäh sind"./als/ben/DP/men
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
