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Aktien Frankfurt: Rheinmetall-Kurseinbruch belastet Dax - Micron-Zahlen

Wed Jun 24 12:16:44 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax knüpft am Mittwoch unter der Last der einbrechenden Rheinmetall -Aktien an seinen Vortagsrückschlag an. Vor den am Abend erwarteten Zahlen des KI-Chipkonzerns Micron entfernte sich der deutsche Leitindex mit einem Abschlag von einem Prozent auf 24.649 Punkte weiter von der 25.000-Punkte-Marke. Er rutschte unter seine 21-Tage-Linie, worin Anleger ein kurzfristiges Warnsignal sehen. Der MDax sank auch um etwa ein Prozent auf 31.811 Punkte.

Die Rheinmetall-Aktien brachen um 16 Prozent ein, weil ein Rüstungsprojekt der Bundeswehr für neue Fregatten beendet wird. Nach der Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen werde Rheinmetall um dessen "Kronjuwel" beraubt, schrieb der Experte Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB. Erstmals seit mehr als einem Jahr wurden die Rheinmetall-Aktien wieder unter 1.000 Euro gehandelt. Vom Rekordhoch im Oktober hat sich der Kurs jetzt halbiert.

Der JPMorgan -Analyst David Perry bezifferte den eigentlich für Rheinmetall vorgesehenen Auftragswert des Fregatten-Großprojekts auf 12 Milliarden Euro. Er befürchtet, dass Zielsetzungen für die Auftragseingänge vor diesem Hintergrund verfehlt werden könnten. Die Nachrichten setzten auch andere Rüstungswerte wie Hensoldt und Renk unter Druck.

Für Fantasie sorgte der Rheinmetall-Rückschlag jedoch bei den TKMS-Titeln , die im MDax um fast neun Prozent anzogen. Das Verteidigungsministerium verwies in seiner Mitteilung auf die bereits im März getroffene Entscheidung, Fregatten von dem Schiffbauer zu beschaffen. Der Auftrag für TKMS könnte auf acht statt der ursprünglich geplanten vier Schiffe erhöht werden, erwähnte der Metzler-Analyst Alexander Neuberger.

Nach der Vortagskorrektur im Technologiesektor warten die Anleger gespannt darauf, ob Micron die KI-Rally nach US-Börsenschluss neu beleben kann. Die Experten von Index-Radar sprechen vom "nächsten Lackmustest" mit breiter Signalwirkung. Am Vortag waren Investoren noch sehr nervös geworden ob der hohen Erwartungen, die bei Profiteuren des Megatrends als eingepreist gelten. Bei deutschen Chipwerten blieben die Anleger vorsichtig: Der Infineon-Kurs blieb stabil.

Die DHL-Aktionäre ignorierten die Enttäuschung, die bei dem US-Konkurrenten Fedex wegen der vorgelegten Quartalszahlen herrscht. Rückläufige Margen im Zustellgeschäft belasteten vorbörslich zwar deutlich die Titel der Amerikaner, doch die DHL-Aktien zeigten sich mit einem dünnen Kursplus davon unbeeindruckt.

Die Gewinner im Dax wurden angeführt von den 4,6 Prozent höheren MTU -Papieren, die ihre Erholungsrally ausbauten. Für den Triebwerksbauer sieht der JPMorgan-Analyst Perry die Aussichten an vielen Fronten verbessert, unter anderem wegen der nachlassenden Treibstoffkosten in der Flugbranche.

Im MDax erholten sich die Puma-Aktien um fast vier Prozent von ihrem Vortags-Kursrutsch, der mit Aussagen im Rahmen eines Analysten-Briefings zum nächsten Quartalsbericht begründet wurde. Am Mittwoch gab es dazu nun beruhigende Aussagen einiger Experten.

Gut für die Kurse von 1&1 und dem Mutterkonzern United Internet waren Hochstufungen auf "Outperform" eines Barclays-Analysten. Ganesha Nagesha sieht nicht nur schrittweise Besserung der fundamentalen Lage, sondern auch Konsolidierungsfantasie. Als Mobilfunkanbieter stehe 1&1 enorm gut da, sollte es in der Branche zu Deals kommen.

Der SDax -Neuling Basler wurde dagegen von einer Verkaufsempfehlung mit 2,3 Prozent belastet. Die Auftragsdynamik des Spezialisten für Bildverarbeitungslösungen sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument des Analysten Malte Schaumann von Warburg Research. Er erinnerte außerdem an eine Kursverdopplung seit dem Bericht zum ersten Quartal./tih/jha/

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