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Wed Apr 29 12:28:11 CEST 2026
MADRID (dpa-AFX) - Die spanische Großbank Santander hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Gewinn in den ersten drei Monaten sprang im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro, wie Spaniens größtes Kreditinstitut am Mittwoch in Madrid mitteilte. Analysten hatten rund 500 Millionen Euro weniger erwartet. Vom Gewinn stammten 1,9 Milliarden Euro aus dem 7 Milliarden Euro schweren Verkauf des Polen-Geschäfts an die österreichische Erste Group .
Ohne Zu- und Verkäufe wuchs der Santander-Gewinn um 12 Prozent. Dabei profitierte Santander von einem starken Kreditgeschäft, etwa in Form von höheren Zinserträgen. Die Spanier bestätigten ihre Ziele für das laufende Jahr und die Zeit bis 2028. Die Reaktion an der Börse fiel positiv aus.
Die Santander-Aktie stieg an der Börse in Madrid bis zu eineinhalb Prozent, zuletzt betrug das Plus in einem negativen Marktumfeld noch rund ein halbes Prozent. Das Papier zählt seit einiger Zeit zu den gefragtesten europäischen Bank-Aktien. In den vergangenen zwölf Monaten kletterte der Börsenwert um etwas mehr als 60 Prozent auf knapp 153 Milliarden Euro - damit ist die Santander derzeit die wertvollste Bank der Eurozone.
Barclays-Expertin Cecilia Romero Reyes und RBC-Analyst Benjamin Toms attestierten der spanischen Bank eine besser als erwartete Entwicklung des harten Kernkapitals (CET1). Der Vorsteuergewinn sei aber etwas schwächer gewesen, notierte Toms, was er auf den Einfluss von Autofinanzierungen und Rückstellungen für Kreditverluste zurückführte. Besser sei wiederum der Nettozinsertrag ausgefallen.
Die Erträge stiegen um vier Prozent auf etwas mehr als 15 Milliarden Euro. Ähnlich stark stieg der Zinsüberschuss, und die Provisionseinnahmen wuchsen sogar noch etwas stärker. Santander erklärte diese Entwicklungen mit einer höheren Kundenaktivität und einem Volumenwachstum in allen Bereichen. Zugleich gingen die Kosten zurück, unter anderem dank Sparmaßnahmen.
Spaniens größte Bank hatte im Februar ihren Investoren versprochen, ihre Kosten in den kommenden Jahren kontinuierlich zu senken und das Verhältnis von Kosten zu Erträgen bis 2028 auf rund 36 Prozent zu verbessern. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatten die Kosten der Bank nach einer Anpassung 45,3 Prozent der Erträge aufgefressen. Im ersten Quartal lag die Kennziffer bei 42,8 Prozent. Der Nettogewinn soll bis 2028 so auf mehr als 20 Milliarden Euro anschwellen.
Derweil geht Santander in Nordamerika momentan in die Offensive: Kernstück ist die kürzlich angekündigte Übernahme von Webster Financial für 12 Milliarden US-Dollar (10,3 Mrd Euro), über die die Webster-Aktionäre in gut einem Monat abstimmen sollen. Der Deal wäre die bislang größte Übernahme eines US-Kreditinstituts durch eine kontinentaleuropäische Bank.
Außerdem hat Santander jüngst den britischen Kreditgeber TSB von der Banco Sabadell übernommen. Weitere solcher strategischen Zukäufe hat Santander-Chefin Ana Botin für mindestens drei Jahre ausgeschlossen./lew/mne/zb
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