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Tue Jun 23 12:22:14 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Dienstag wieder klar unter die Marke von 25.000 Punkten gesackt. Der deutsche Leitindex setzte seinen Schlingerkurs um die runde Marke fort, nachdem an den Börsen in Asien nach den jüngsten Rekorden eine Korrektur vor allem bei Technologiewerten eingesetzt hatte. Gegen Mittag büßte der Dax 1,1 Prozent auf 24.867 Punkte ein. Der MDax verlor außerdem 1,4 Prozent auf 32.111 Zähler.
Belastend wirkte, dass eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Börsen in Japan und Südkorea schwappte. Diese war so heftig, dass der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde. Dies belastete auch den Dax, nachdem er zum Wochenstart mit 25.176 Punkten noch ein Hoch seit Anfang Juni erreicht und sich weiter seiner Bestmarke vom Januar genähert hatte.
"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX , dessen Kurs nach einem Kurseinbruch am Vortag vorbörslich das Niveau zum Börsenstart erreicht.
Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten am Morgen der Entwicklung in Asien. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy und den frisch in den Dax aufgestiegenen Baukonzern Hochtief mit Abgaben, die jeweils fast fünf Prozent groß waren. Beide waren in den vergangenen Monaten starke Profiteure der gigantischen Investitionen in Rechenzentren.
Stark waren die Rückschläge in Asien vor allem im Chipsegment, aus dem hierzulande Infineon etwa fünf Prozent an Wert einbüßten. Sie kamen damit von ihrem 26-Jahreshoch zurück. Für die Titel der Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron und PVA Tepla ging es zwischen 5,5 und 11,5 Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron . "Die Zahlen des Chipherstellers dürften zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der Consorsbank-Experte. Angesichts einer Vervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte rückte RWE in den Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Eine dafür erforderliche Kapitalerhöhung stand zuerst dem eigentlich positiven Feedback von Analysten gegenüber. Die Aktien konnten ihre frühen Abschläge jedoch ausgleichen und mit einem Prozent ins Plus drehen.
Bei Vonovia dagegen sorgte eine Wandelanleihe für ein Minus von 2,5 Prozent. Der Wohnimmobilien-Konzern kündigte die Maßnahme am Morgen an. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihen später in Aktien gewandelt werden.
Gewinner waren allgemein rar in der Dax-Familie. Robust entwickelten sich Werte aus defensiven Bereichen wie etwa Telekommunikation oder Gesundheit. Das Index-Schwergewicht SAP sorgte im Dax mit einer Erholung um 1,8 Prozent für ein nicht ausreichendes Gegengewicht. Software-Aktien hatten sich zuletzt konträr zum Tech-Sektor sehr schwach entwickelt aus Sorge vor einer Bedrohung durch KI.
Im MDax hoben sich die DWS -Titel mit mehr als fünf Prozent Plus positiv ab. Der Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane BNP stufte die Aktien des Fondsanbieters wegen einer verbesserten Geschäftsdynamik auf "Outperform" hoch. Mit seinem Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen Kursrekord von 65,80 Euro./tih/jha/
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