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Wed Apr 15 19:33:53 CEST 2026
MOSKAU (dpa-AFX) - Das russische Verteidigungsministerium hat mit scharfer Kritik an Europa und der Veröffentlichung der Adressen dortiger Rüstungsfirmen auf die Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine reagiert. Die Produktion von Drohnen für das ukrainische Militär solle durch in Europa gelegene Fabriken stark ausgebaut werden, klagte das Ministerium bei Telegram.
"Wir werten diesen Beschluss als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem ganzen europäischen Kontinent und der schleichenden Verwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt", heißt es in dem Text. Publiziert wurden auch Adressen deutscher Firmen.
Russland hat seit Beginn des vor mehr als vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine systematisch das Hinterland der Ukraine beschossen und zerstört. Moskaus Militärs begründeten die Zerstörung der Infrastruktur damit, dass es sich entweder um militärische Ziele handle oder - etwa bei Energieanlagen - die der Versorgung der ukrainischen Rüstungsindustrie diene.
Reaktion auf neue Hilfen an Kiew?
Die Kritik des russischen Verteidigungsministeriums kommt vor dem Hintergrund weiterer Hilfszusagen an Kiew bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. Am Vortag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits eine "strategische Partnerschaft" vereinbart, die auch militärische Komponenten beinhaltet.
Die Handlungen der europäischen Staatschefs führten nicht zu einer Stärkung der Sicherheit des Kontinents. Im Gegenteil: Die Länder, die Drohnen für die Ukraine produzierten, würden in den Krieg mit Russland hineingezogen, heißt es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Genannt werden auch zwei Adressen in München und eine in Hanau, wo angeblich Drohnen für die Ukraine produziert werden. Wegen Sabotagegefahr werden die Standorte der Betriebe in Deutschland geheim gehalten.
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch großen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als "Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte". Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er./bal/DP/he
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