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Thu Jul 16 18:12:45 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Sorgen mit Blick nach Nahost haben den Dax am Donnerstag belastet. Der deutsche Leitindex machte im späten Handel aber etwas Boden gut und verlor letztlich 0,34 Prozent auf 24.915,49 Punkte. Nachdem er auf den tiefsten Stand seit Ende Juni gerutscht war, stützte die kurz- bis mittelfristig wichtige 50-Tage-Linie den Dax erneut. Die zuletzt umkämpfte 25.000-Punkte-Marke bleibt in Sichtweite. Für den MDax ging es um 0,19 Prozent auf 32.039,83 Punkte nach unten.
Nach neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran ließ die Führung in Teheran die Tür für weitere Verhandlungen zwar offen, beanspruchte jedoch die Kontrolle über die Straße von Hormus. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass der Iran laut informierten Kreisen Unterstützung von der jemenitischen Huthi-Bewegung erbeten habe. Diese solle die wichtige Ölroute sperren, falls die USA tatsächlich Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur starten. Die Ölpreise legten daraufhin weiter zu.
Daneben belasteten auch weitere Gewinnmitnahmen bei Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI). Starke Geschäftszahlen des taiwanesischen Chipherstellers TSMC waren für die Technologiewerte kein Kurstreiber. Die offiziellen Zahlen hätten die teils schon bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, sagte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im Geschäft rund um KI und Rechenzentren in der spätzyklischen Phase bleibe.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,29 Prozent auf 6.283,61 Punkte. Außerhalb der Eurozone schloss der Leitindex in London gut ein halbes Prozent höher, in Zürich ging es um rund 0,3 Prozent abwärts. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat im Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor rund ein Prozent.
Auch am deutschen Aktienmarkt gerieten Halbleiter-Aktien abermals unter Druck. Infineon sanken am Dax-Ende um 3,9 Prozent. Für MDax-Schlusslicht Aixtron ging es um 5,2 Prozent bergab. Siltronic und Jenoptik gaben 3,3 beziehungsweise 2,5 Prozent nach. Im Kleinwerte-Index SDax büßten die Aktien von LPKF 5,3 Prozent ein.
Passend dazu konnte der schweizerische Technologiekonzern ABB nicht mit der Übernahme der britischen Firma Rotork punkten. Der Automatisierungsspezialist soll das Rechenzentren-Geschäft von ABB stärken. Berenberg-Analyst Richard Dawson bezeichnete den Zukauf allerdings als teuer. Hierzulande büßten die Aktien von Siemens Energy daraufhin 2,3 Prozent ein. Beim Energietechnikkonzern steht die Nachfrage rund um Rechenzentren ebenfalls im Fokus.
Finanzdienstleister Hypoport berichtete für das erste Halbjahr über eine Stagnation in der privaten Immobilienfinanzierung. Nach dem Zinsanstieg infolge des Iran-Kriegs hätten viele Verbraucher im ersten Quartal noch schnell Kredite abgeschlossen. Dieser Vorzieheffekt ging demnach zulasten des zweiten Quartals. Die Hypoport-Aktien machten anfängliche Verluste aber wett und legten um 1,1 Prozent zu.
Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber gab Delivery Hero kaum Impulse: Mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 38,20 Euro blieben die Titel des Essenslieferdienstes deutlich unter den vom US-Fahrdienstvermittler gebotenen 41,50 Euro je Aktie. Analysten zufolge begrenzen die erwartbar langwierige Prüfung der Wettbewerbsbehörden und die fehlende Fantasie für Gegengebote das weitere Kurspotenzial. Seit Jahresbeginn haben die Aktien bereits um rund 68 Prozent zugelegt.
Die Cewe-Aktien gewannen 0,7 Prozent. Der Fotodienstleister will mit der Übernahme des Sofortfoto-Geschäfts von Kodak Alaris sein Kerngeschäft Fotofinishing und seine internationale Präsenz im Handel ausbauen.
Ansonsten bewegten auch Analystenaussagen. Für Schaeffler ging es um 2,4 Prozent hoch. Nach der jüngsten Kurskorrektur strich UBS-Analyst Juan Perez-Carrascosa seine Verkaufsempfehlung für den Auto- und Industriezulieferer. Schaeffler biete Wachstumspotenzial zu einem nun günstigeren Preis.
Die Anteile von Knorr-Bremse zogen um 2,6 Prozent an, nachdem die US-Bank JPMorgan ihnen den Stempel "Positive Catalyst Watch" aufgedrückt hatte. Damit gab Experte Akash Gupta seinen optimistischen Erwartungen für die Ende Juli anstehenden Quartalszahlen des Bremsenspezialisten Ausdruck./niw/he
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
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