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Fri Feb 20 17:59:16 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach einer durchwachsenen Woche einen versöhnlichen Abschluss verzeichnet. Auftrieb erhielten die Kurse am Freitagnachmittag von der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen die globalen Zölle der US-Regierung. Zuvor hatten bereits solide Wirtschaftsdaten für einen leichten Kursaufschwung gesorgt.
Insgesamt wagten sich Anleger vor dem Wochenende aber nur verhalten aus der Deckung. Sie blieben angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft zögerlich. Die Verhandlungen über ein umstrittenes Atomprogramm gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für eine Vereinbarung eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt.
Der Dax stieg nach dem Zollurteil auf den höchsten Stand seit Mitte Januar und schloss mit einem Plus von 0,87 Prozent bei 25.260,69 Punkten. Daraus resultierte ein Wochengewinn von knapp anderthalb Prozent. Nach dem Rücksetzer vom Vortag machte der Leitindex damit wieder einen kleinen Schritt hin zum Rekordhoch von Mitte Januar, das bei gut 25.507 Punkten liegt. In der zweiten deutschen Börsenreihe stieg der MDax letztlich um 1,09 Prozent auf 31.823,39 Zähler.
US-Präsident Donald Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten entschied, dass er seine Befugnisse überschritten habe, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhängen - darunter auch die Europäische Union. Die Entscheidung fiel mit einer deutlichen Mehrheit von sechs zu drei der insgesamt neun Richter.
Marktexperten reagierten zurückhaltend auf das Urteil. Die Obersten Richter hätten nicht über die grundsätzliche Rechtmäßigkeit von Zöllen befunden, "sondern ob der Präsident auf Basis des International Emergency Economic Powers Act korrekt gehandelt hat", betonte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Bereits abgeschlossene Handelsabkommen dürften von dem Urteil nicht betroffen sein. Donald Trump werde versuchen, andere Möglichkeiten für Zölle zu nutzen, glaubt der Ökonom.
Europäische Einkaufsmanagerindizes zeichneten ein gutes Bild für die heimische Wirtschaft. "Der konjunkturelle Frühling ist bereits angebrochen", kommentierte Volkswirt Gitzel. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie liege erstmalig seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder über der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Einige Kursbewegungen waren geprägt von Erholungen wie bei Airbus , die um 1,4 Prozent stiegen. Tags zuvor waren sie aus Enttäuschung über einen zurückhaltenden Ausblick auf das niedrigste Niveau seit Anfang Dezember abgerutscht.
Das Gegenteil war bei Bayer der Fall, hier blieben die Aktien weiter unter Druck nach ihrem jüngsten Hoch seit September 2023. Die Freude über einen Milliardenvergleich zur Bewältigung der Klagewelle in den USA, der am Dienstag bekannt geworden war, bleibt damit verflogen. Mit einem Abschlag von 4,2 Prozent sank der Kurs unter die 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend angesehen wird.
Unter den Nebenwerten steuerten mit Knorr-Bremse und Jost Werke zwei Aktien ihre Rekordmarken an und gewannen am Ende 4,0 beziehungsweise 3,6 Prozent. Zum Bremsenhersteller Knorr äußerte sich UBS nach dem Geschäftsbericht zuversichtlich - unter anderem für das Lkw-Geschäft, in dem auch das andere Unternehmen beheimatet ist. Nach den Resultaten vom Vortag erhöhten mehrere Analysten ihre Kursziele für Jost.
Einen weiteren Rekord erklommen die Hochtief-Aktien . Im MDax vorne lag aber Thyssenkrupp , die mit einem Plus von 5,2 Prozent von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies profitierten. Analyst Tommaso Castello begründete dies mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und laufender Umstrukturierungen sieht er Ergebnispotenzial im EU-Stahlgeschäft./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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